Die Bibel ist immer mit dabei

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Die Freude am Motorradfahren und der christliche Glaube: Das ist es, was die "Christlichen Motorradfahrer Chiemgau" verbindet. Der begeisterte Motorradfahrer und überzeugte Christ, Klaus Gottschalk veranstaltet in der Region Sicherheitstrainings und Motorradfreizeiten.

Surberg - Auch für die "Christlichen Motorradfahrer Chiemgau" hat die Motorradsaison begonnen. Ihnen geht es nicht nur um PS, sondern auch um Gott.

Wer kennt sie nicht: Die Motorrad-Klassiker im Stil von "Easy Rider"? Schnelle Motorräder, fesche Frauen auf dem Beifahrersitz und den Traum von der großen Freiheit auf meilenlangen kerzengerade verlaufenden einsamen Straßen. Die Liste der Hollywood-Klassiker ist endlos. Etwas ruhiger, aber nicht weniger "Motorrad-verliebt" geht es bei den "Christlichen Motorradfahrern Chiemgau" (CM Chiemgau) zu, die der vor rund 10 Jahren nach Surberg gezogene Klaus Gottschalk unter dem Dach einer bundesweiten Sportlerorganisation gegründet hat, deren Mitgliedern neben ihrer Liebe zum Sport eines wichtig ist: Den christlichen Glauben mit ihrem Hobby verbinden. Und das heißt bei den Christlichen Motorradfahrern Chiemgau neben gemeinsamen kleinen Gottesdiensten und Andachten auf und neben dem Zweirad eben auch das kontrollierte Flitzen auf den Straßen - je kurviger umso besser.

Keine Tour ohne eine Andacht

Weil es miteinander noch mehr Spaß macht, als alleine zu fahren, wie der 53-jährige aus Detmold stammende stolze BMW-Fahrer berichtet, ist er seit über zehn Jahren mit anderen Zweiradfahrern unterwegs. Und so wurden bisher drei Sicherheitstrainings veranstaltet, aber auch viele gemeinsame Freizeiten, in denen neben tollen Motorradrouten auch eines nicht fehlen darf: Die christliche Andacht. "Auf unseren Freizeiten gibt es immer eine Morgenandacht mit einem Text aus der Bibel", sagt der überzeugte Christ und BMW 1100 Fahrer. Hier werde dann im Laufe der Tage viel über "Gott und die Welt" untereinander diskutiert, aber die Auseinandersetzung mit den Aussagen des christlichen Glaubens ist fester Bestandteil des Sportler- und Motorradprogramms.

Und der gewinnt bei so manchen kniffligen Situationen oft eine neue Bedeutung. "Wir sind zwar bis auf kleine Blechschäden und mal einem abgebrochenen Blinker von größeren Unfällen verschont geblieben", sagt Gottschalk. Gleichzeitig erzählt er aber auch, dass bei einer Fahrt am Hochkönig ein anderer Fahrer in seine Gruppe gefahren ist. Das Motorrad eines Fahrteilnehmers aus seiner Gruppe landete kopfüber im Bach. "Gott sei Dank ist nichts passiert" betont Gottschalk und meint das so wie er es sagt.

Gott fährt mit

Wenn sie als Motorradfahrer unterwegs sind, könne es bei aller Gelassenheit, die in der Gruppe beim Fahren herrsche auch einmal knapp und eng werden. "Alles schon erlebt. Aber irgendwie hatte ich ein paarmal den Eindruck: Da fährt jemand auf dem Sozius mit", zeigt sich Gottschalk überzeugt. Und so scheint der "gottgegebene Schutzengel" bisher sehr gute Arbeit geleistet zu haben, dass Ausfahrten wie beispielsweise zur traumhaft idyllischen Danta di Cadore in Norditalien für alle Teilnehmer der Motorradfreizeiten ein unvergessliches Erlebnis werden dürfte. Dabei fährt die Gruppe immer nach einem festen Muster: In der Gruppe wird nicht überholt, Gottschalk fährt voraus, der "Schwächste" hinter ihm, der stärkste Fahrer macht das Schlusslicht.

Besondere Zeiten verbringen die Fahrer dann oft, wenn es regnet - manchmal auch unter einer Brücke, im Warten auf eine trockene Fahrbahn. "Beim "missmutigen Rumstehen" habe ich schon die besten Gespräche über den Sinn des Lebens gehabt" betont der 53-jährige, den sein beruflicher Werdegang von Detmold nach Traunstein verschlagen hat.

Safety first, Sicherheit an oberster Stelle

Dabei steht Sicherheit bei den christlichen Motorradfahrern an oberster Stelle. Und deshalb werden seit Jahren immer wieder Sicherheitstage durchgeführt: Ein Sicherheitstraining unter fachmännischer Leitung, in denen der Teilnehmer sein Motorrad und das Verhalten der Maschine im kontrollierten Grenzbereich kennenlernen kann. Viele Faktoren, wie der Schwerpunkt, der Lenkeinschlag oder der Kippwinkel seien zu beachten, die richtige Linie, außerdem das sogenannte Drücken oder Legen des Motorrads müssten geübt werden, damit der Motorradfahrer auch wieder heil aus der Kurve herauskommt.

"Eigentlich muss man sich manchmal wundern, dass beim Motorradfahren nicht mehr passiert, wenn man sieht wie schnell man sich auch schlechte Fahreigenschaften angewohnt hat", betont Gottschalk. Für ihn sei es wichtig, dass - bevor es mit dem Ausfahren so richtig los geht, das Thema "Sicherheit" einer professionellen Prüfung unterzogen wird. "Autos und Motorräder werden auch alle zwei Jahre geprüft und beim Fahrer geht man davon aus, dass das alles lebenslang passt. Ich finde es gut, hier immer wieder zu schauen, ob die Fahreigenschaften passen", sagt der leidenschaftliche Motorradfahrer Gottschalk.

Am Wochenende 25. und 26. Mai hat er deshalb mit dem professionellen und ausgebildeten Motorrad-Sicherheitstrainer Michael Illi aus Stuttgart ein Sicherheitstraining organisiert, für das die CM Chiemgau verantwortlich zeichnen. Auf dem Betriebsparkplatz der BSH Traunreut wird das Fahrkönnen auch in Grenzsituationen des Verkehrsgeschehens getestet. "Die Nachfrage nach dem Training ist groß. Viele schätzen sich beim Fahren falsch ein und wollen das korrigieren", betont Gottschalk, der betont, dass zwar die Plätze auch für dieses Sicherheitstraining ausgebucht sind, er aber die Teilnahme von ein bis zwei Schnellentschlossen noch ermöglichen kann (Unkostenbeitrag 70 Euro). Alle anderen waren sehr schnell ausgebucht, berichtet er nicht ohne ein wenig Stolz, dass das Training so gut angenommen wird. Anmeldungen sind bei Klaus Gottschalk (Telefon Nummer 01757489169) noch möglich.

awi

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