Kommunalwahl 2020 in Surberg

Michael Wimmer (CSU) ist einziger Bürgermeisterkandidat

Michael Wimmer (CSU) ist einziger Bürgermeisterkandidat in Surberg.
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Michael Wimmer (CSU) ist einziger Bürgermeisterkandidat in Surberg.

Surberg - Reges Interesse fand die gemeinsame Wahlveranstaltung der CSU Surberg und der Kommunalen Wählervereinigung Surberg im Wirtshaus Lauter, bei der diese ihren Bürgermeisterkandidaten Michael Wimmer, ihre Gemeinderats- und Kreistagskandidaten vorstellten.

Unter der Moderation von Manfred Schallinger umriss Wimmer zunächst die wichtigsten Ziele des Wahlprogramms, danach „flaschelte“ der Moderator die einzelnen Gemeinderatskandidaten darüber aus, welche davon ihre Schwerpunkte wären, sollten sie bei den Kommunalwahlen am 15. März in das Surberger Gemeindeparlament gewählt werden. Damit die Angelegenheit nicht allzu „trocken“ wurde, spielten die „KalthopfenTeeGenießer“ zünftig auf.


Der CSU-Ortsvorsitzende Wimmer, der als einziger Bürgermeisterkandidat ein „Bürgermeister für alle“ sein will, sitzt seit 2014 im Gemeinderat und stellte als staatlich geprüfter Bautechniker und Inhaber eines Planungsbüros aufgrund seines Fachwissens fest, dass die Gemeinde das Bauwesen und den Straßenbau im Griff habe. Am Lerchenweg sei ein neues Baugebiet ausgewiesen und in die Straßen viel investiert worden. Der Gemeinderat habe das Ansiedlungsmodell, bisher Einheimischenmodell, neu aufgesetzt.

Um die Bautätigkeit weiter voranzutreiben, müsse der neue Gemeinderat den Flächennutzungsplan neu aufstellen und neue Gebiete für Wohnen und Gewerbe ausweisen. Um bezahlbare Wohnungen zu schaffen, müssten veraltete Bebauungspläne überarbeitet werden, um verdichtetes Bauen zu ermöglichen. Ferner sprach Wimmer sich für ein Flächenmanagement aus, in dem Baulücken und Leerstände verzeichnet sind. Eine frühzeitige Beteiligung der Bürger und Grundstückseigentümer sei notwendig.


Wegen der Erweiterung des Waldkindergartens durch ein weiteres Holzhaus müsse ein sicherer Weg von Hufschlag durch den Ausbau des Wald- und Feldwegs zwischen Lappen und Jahn erreicht werden, weil der Weg über die Betonstraße besonders für Radfahrer gefährlich sei.

Weil die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung in der Grundschule immer mehr in Anspruch genommen wird, forderte er bedarfsgerechte Umgebungsbedingungen, indem die Raumbelegung entsprechend angepasst wird und zusätzliche Zimmer geschaffen werden.

Vereine sind für soziales Zusammenleben unerläßlich

Die Vereine seien für das soziale Zusammenleben einer Gemeinde unerlässlich und hätten vor allem bei der Jugendarbeit eine wichtige Aufgabe, meinte der Bürgermeisterkandidat. Er möchte daher einen Vereinsreferenten schaffen, bei dem sich die Vereine über Fördermöglichkeiten und Jugendarbeit informieren können.

Dieser sollte zudem Informationsveranstaltungen über Steuerrecht, Zuschüsse für Jugendarbeit, Datenschutz, Onlinebanking und vieles mehr abhalten. Außerdem setzte Wimmer sich für die Wiedereinführung des Neubürgerempfangs ein, damit sich ihnen die Gemeinde und die Vereine vorstellen können.

Beim Bereich „Soziales und Nahverkehr“ hob er den Rufbus mit ehrenamtlichen Fahrern hervor. Man könne aber die Taktung noch verbessern, meinte er. Er sprach sich für den Erhalt des Kramerladens in Lauter aus. Sein Bedauern drückte er darüber aus, dass die Gemeinde das Raiffeisen-Lagerhaus in Lauter nicht halten konnte.

Weil viele Senioren oft allein wohnen und Hilfe brauchen, regte er einen Pflegekompass an, mit dem sich die Bürger zum Beispiel über den Senioren- und Behindertenbeauftragten, Rufbus, Notfallmappe, Patientenverfügung sowie ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen informieren können. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt des Landratsamts geschehen. Vorstellen kann er sich auch einen Sozialmitarbeiter der Gemeinde, der die Bürger bei Antragstellungen und Behördengängen hilft.

Zukunft liegt in Händen der Bürger

Da die Zukunft von Surberg in den Händen seiner Bürger liege, solle sie eine „Mitmach-Gemeinde“ werden, erklärte Wimmer. Um mehr Transparenz für die Bürger zu schaffen, möchte er eine Plattform aufbauen, auf der ein Austausch von Gemeindebürgern, kirchlichen Vertretern und Vereinen stattfindet sowie Anregungen für ein besseres gemeindliches Zusammenleben eingestellt werden. Als zertifizierter Energieberater liegt ihm ein nachhaltiges Energiekonzept für alle kommunalen Gebäude am Herzen.

Als Ziel nannte er, dass die Gemeinde bis 2020 CO2-neutral wird. Mehr Blumenwiesen für Insekten auf gemeindeeigenen Grünflächen könne man schnell umsetzen. Mit dem Konzept „Eh da-Flächen“ könne man sich über Mähkonzepte, Erstellen von Blühstreifen und deren Pflege beraten lassen. Man dürfe nicht nur die Landwirte auffordern, Blühstreifen anzulegen, dann sie würden von ihren Flächen leben.

Bei den Finanzen seien sich alle Gruppierungen im Gemeinderat einig. Durch die Beschlüsse sei der Schuldenstand seit 2014 jährlich um rund 160.000 Euro gesunken und liege zum Jahresende bei etwa 700.000 Euro. Trotzdem habe die Gemeinde viel investiert, zum Beispiel in die Kindertagesstätte oder die Feuerwehr.

Er werde diesen Weg weitergehen, damit die Gemeinde bis 2030 schuldenfrei werde, versprach Wimmer. Seine Kandidatur für den Kreistag begründete er damit, dass er sich zum einen für die Gemeinde Surberg und zum anderen für die kleinen Gemeinden im Landkreis einsetzen wolle. Auch die kleinen Gemeinden und ihre Interessen müssten im Kreistag vertreten sein.

Diese Kandidaten aus Surberg kandidieren für den Kreistag

Aus Surberg kandidiert auch Sieglinde Maier-Stöhr für den Kreistag. Sie trat bei ihrer Vorstellung für die Bewahrung des Landkreises und der Heimat im Einklang mit der Natur sowie für den Erhalt der landwirtschaftlichen Flächen ein. Gute regionale Produkte müssten mehr wertgeschätzt und die Lebensmittelverschwendung eingedämmt werden.

Dritter Kandidat aus Surberg ist Martin Braxenthaler, einer der weltweit erfolgreichsten Behindertensportler. Er ist sowohl Behindertenbeauftragter der Gemeinde Surberg als auch Behindertenberater des Landkreises Traunstein. Es sei an der Zeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben, betonte er. Als Surberger wolle er im Kreistag etwas für seine Gemeinde tun. Besonders für die Jugend sei es wichtig, dass sie in einem Verein seien und dort gut geführt würden. Dort müsse man ihnen so wichtige Werte wie Fairness, Teamgeist und Respekt vermitteln bzw. vorleben.

bjr

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