Gemeinderat ehrt ehemaligen Papst

Benedikt XVI. Ehrenbürger der Gemeinde Surberg

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Bei der Sitzung des Surberger Gemeinderats wurde Hubert Anfang als Bauhofleiter von Bürgermeister Josef Wimmer (rechts) und Geschäftsleiter Werner Schwab (links) in den Ruhestand verabschiedet.

Surberg - Lediglich zwei, dafür aber bedeutende Beschlüsse standen auf der Tagesordnung des Surberger Gemeinderats: die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an den emeritierten Papst Benedikt XVI. und die Begründung einer Gemeindepartnerschaft mit der österreichischen Marktgemeinde Grafenbach-St. Valentin.

Zu Beginn der Sitzung verabschiedete Bürgermeister Josef Wimmer Hubert Anfang, der 18 Jahre lang Leiter des Bauhofs war, in den Ruhestand. Er habe die gemeindlichen Liegenschaften auf einen hervorragenden Stand gebracht und hinterlassen, lobte ihn Wimmer. „Die Gemeinden können Persönlichkeiten, die sich um sie besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenbürgern ernennen. Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Ehrung, die Gemeinden verliehen können“, erklärte der Bürgermeister. 

Die Ehrung sei auch für berühmte Persönlichkeiten zulässig, die der Gemeinde in besonderer Weise verbunden sind. Die Verbundenheit zu seiner eigentlichen Heimat Hufschlag in der Gemeinde Surberg, wo der emeritierte Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) von 1937 bis 1951 mit seiner Familie wohnhaft gewesen sei, habe er immer wieder bekundet. 

Als er vor kurzem in Rom gewesen sei, habe er ein persönliches Gespräch mit ihm gehabt und ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne, Ehrenbürger von Surberg zu werden, so Wimmer. Der emeritierte Papst habe ihm zugestimmt und zum Ausdruck gebracht, wie sehr es ihn freue. Ohne Debatte beschloss der Gemeinderat, ihm die Ehrenbürgerwürde zu verleihen. 

Die Ernennungsurkunde soll ihm bei einer späteren Gelegenheit in Rom übergeben werden. Ferner fasste das Gremium den Grundsatzbeschluss einer Gemeindepartnerschaft mit der Marktgemeinde Grafenbach-St. Valentin in Niederösterreich. Als Ziel der Partnerschaft nannte Wimmer, sich kulturell und wirtschaftlich auszutauschen sowie das Zusammenfinden von Menschen über Grenzen hinweg zu fördern. 

„Die Musikkapelle Surberg-Lauter pflegt schon seit 30 Jahren einen engen und freundschaftlichen Kontakt mit der Musikkapelle St. Valentin“, sagte das Gemeindeoberhaupt. Bei Besuchen und Gegenbesuchen sei auch der Kontakt zwischen den Bürgermeistern beider Gemeinden hergestellt worden. Vor vier Jahren hätten sich die Gemeinderäte von Surberg und Grafenbach-St. Valentin getroffen und gleiche Gemeindestrukturen festgestellt. Zur Förderung der Zusammenarbeit, des gegenseitigen Verständnisses sowie zum Aufbau und Ausbau freundschaftlicher Beziehungen mit der Marktgemeinde Grafenbach-St. Valentin solle eine Gemeindepartnerschaft begründet werden. 

Von Elke Scheil kann die Frage nach den Kosten für die Gemeinde. Der Bürgermeister meinte, die Gemeinde werde zum Teil Fahrtkosten für Vereine übernehmen. Hubert Anfang schlug vor, diesen Betrag pro Jahr im Haushalt zu deckeln. Die Vereine müssten vor Fahrtantritt einen Antrag stellen. Sollte das Budget bereits ausgeschöpft sein, müssten andere Vereine im nächsten Jahr fahren. Katharina Schallinger war grundsätzlich für die Gemeindepartnerschaft, weil die Strukturen ganz gut zusammenpassten. 

Aber auch sie war für eine Einstellung eines gewissen Betrags im Haushalt, damit die Gemeinde die Kosten im Griff habe. Georg Schmid betonte, der Jugendaustausch gehöre gefördert. Uli Stöhr wollte wissen, ob jemand von der Gemeinde beauftragt werde, sich um die Gemeindepartnerschaft zu kümmern. Wimmer erklärte, er werde sich darum kümmern, auch über seine Zeit als Bürgermeister hinaus. 

Die Verwaltung wurde vom Gemeinderat beauftragt, einen Entwurf der Vereinbarung einer kommunalen Partnerschaft vorzubereiten und die Einzelheiten mit der Partnergemeinde abzustimmen. Die Vereinbarung ist dann dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorzulegen. 

Bei den Bekanntgaben hatte der Bürgermeister eine schlechte Nachricht. Laut Mitteilung des Staatlichen Bauamts werden die Fertigteile für den Fuß- und Radweg bei der Baustelle Heilig Geist erst im August 2019 eingehoben, weil es mit dem Material Problem gegeben hat. Vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern wurde der Gemeinde Surberg mitgeteilt, dass der Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße bei Wüstenreit in diesem Jahr nicht mehr möglich ist. 

Bjr

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