Schandfleck in Hufschlag soll verschwinden

Planungsgruppe Strasser in Traunstein plant den Bau eines neuen Bürogebäudes

Neues Bürogebäude an der Waginger Straße in Hufschlag
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Den Bau eines Bürogebäudes plant die Planungsgruppe Strasser in Traunstein an der Waginger Straße in Hufschlag.

Surberg - Einhellig begeistert waren die Mitglieder des Surberger Gemeinderats von der Absicht der Planungsgruppe Strasser in Traunstein, auf dem ehemaligen Gelände eines Mineralölhandels an der Waginger Straße in Hufschlag ein neues Bürogebäude zu errichten. So wie es jetzt sei, sei es ein reiner Schandfleck, schilderte Georg Rehrl (FW) die derzeitige Situation. Er rief den Gemeinderat deshalb dazu auf, beim Schaffen des Baurechts „nicht den Verzögerer zu machen“.

Die Geschäftsführer Jochen Gneuß und Martin Eisenberger hatten die Gelegenheit, dem Gemeinderat in seiner Sitzung das Projekt der Planungsgruppe vorzustellen. Sie betonten, dass man schon länger auf der Suche nach einem passenden Grundstück für ein Bürogebäude gewesen sei. Man sei um Transparenz bemüht, um die Unterstützung der Gemeinde zu bekommen. Geplant ist ihren Ausführungen zufolge ein Gebäude mit rund 30 Stellplätzen im Erdgeschoss und darüber mit Büros, Besprechungsräumen und Aufenthaltsräumen für rund 60 Mitarbeiter auf etwa 1000 Quadratmeter Nutzfläche. Entstehen soll parallel zur Bahnstrecke Traunstein-Waging ein modernes Passivhaus mit Solartechnik.

Das Verwaltungsgebäude und die Lagerhalle des Mineralölhandels sollen abrissen werden. Der Boden ist nach Substanzen untersucht worden. Laut Gutachten wurde so gut wie nichts gefunden. Für den Bereich gibt es keinen Bebauungsplan. Der Flächennutzungsplan sieht bereits ein Gewerbegebiet vor. Das Gelände sei also einfach zu bebauen, vertreten die Geschäftsführer die Meinung. Nun gehe es darum, dies mit dem Landratsamt vernünftig hinzubekommen. Für sie war es wichtig, möglichst schnell zum Bauen zu kommen. Sie rechnen mit einem Jahr Bauzeit.

Positive Grundtendenz im Gemeinderat

Klaus Weber (Bürgerliste) wies darauf hin, so zu bauen, dass am Bahnübergang ein Sichtdreieck freigehalten werde. Andrea Grote (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich im Sinne eines geringeren Flächenverbrauchs grundsätzlich für eine Expansion in die Höhe aus, signalisierte aber auch Verständnis für die Bürogestaltung auf nur einer Etage. Katharina Schallinger (CSU/Kommunale Wählervereinigung) meinte, die Bauweise passe in das Gebiet. Sie sei froh, dass sich etwas tue. Auch Robert Hintereder (CSU/Kommunale Wählervereinigung) freute sich, dass die Planungsgruppe an die Sache herangehe. Auch Georg Rehrl (FW) stellte fest, dass das Bauvorhaben eine optimale Sache und deshalb zu begrüßen sei. Ulrich Stöhr (CSU/Kommunale Wählervereinigung) sprach von einer sinnvollen Lösung. Bürgermeister Michael Wimmer stellte daher eine positive Grundtendenz im Gemeinderat fest. Die Gemeinde werde die Planungsgruppe mit offenen Armen empfangen, zumal ein nachhaltiges, modernes und fortschrittliches Gebäude entstehen solle.

Im weiteren Verlauf der Sitzung beschloss das Gremium einstimmig, den Bebauungsplan „Lauter“ für zwei Grundstücke im beschleunigten Verfahren zu ändern, da es sich lediglich um eine Nachverdichtung handelt. Dazu wird in dem einen Bereich das relativ große Grundstück geteilt und so Platz für zwei Wohngebäude geschaffen. Im anderen Bereich soll eine Garage aufgestockt und so Wohnraum geschaffen werden. Der Planentwurf der Planungsgruppe Strasser wurde genehmigt und der Änderungsentwurf gebilligt. Dieser soll bis zum 1. Dezember öffentlich ausgelegt werden. Gleichzeitig werden die Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Keine Einwände hatten die Gemeinderäte gegen den Teilausbau einer Heulege zu Wohnraum in Selberting und erteilten einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Das Bauvorhaben liegt im Außenbereich und ist gemäß Baugesetzbuch als „sonstiges Vorhaben“ zu beurteilen. Demnach könnten „sonstige Vorhaben“ im Einzelfall zugelassen werden, wenn ihre Ausführung oder Benutzung öffentliche Belange nicht beeinträchtigte und die Erschließung gesichert sei, sagte der Bürgermeister. Aus Sicht der Gemeinde sei eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange nicht ersichtlich. Die Zufahrt sei durch die Lage des Grundstücks an der Gemeindeverbindungsstraße nach Selberting und die Abwasserbesichtigung durch den Anschluss an die bestehende Sammelkläranlage gesichert.

Bjr

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