Seit August 2019 gab es eine Sperrzone

Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut" im Kreis Traunstein erfolgreich bekämpft

Amerikanische Faulbrut
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Die Amerikanische Faulbrut

Traunstein - Im August 2019 wurde in einem Bienenstand in der Gemeinde Surberg die Bienenseuche „Amerikanische Faulbrut“ festgestellt. Daraufhin wurde durch das Veterinäramt ein Sperrbezirk eingerichtet, der Gebiete der Gemeinde Surberg und der Stadt Traunstein umfasste. 

Die Pressemeldung im Wortlaut:


Nach erfolgter Sanierung sowie Reinigung und Desinfektion der betroffenen Bienenstände haben abschließende Untersuchungen keine weiteren Hinweise von Amerikanischer Faulbrut ergeben. Der Sperrbezirk wurde daher nun durch das Veterinäramt am Landratsamt Traunstein aufgehoben.

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine Erkrankung der Honigbienen. Der Erreger wird über die erwachsenen Bienen auf die im Stock vorhandene Brut übertragen und führt letztendlich zu deren Tod. Bis zum Absterben des Volkes können nach Infektion oft Jahre vergehen. In dieser Zeit verläuft die Erkrankung ohne Symptome. Die Bekämpfung der Erreger erfolgt in Deutschland ohne Medikamenteneinsatz. Wurden bis vor kurzem befallene Bienenvölker entfernt, wird mittlerweile in den allermeisten Fällen das sogenannte Kunstschwarmverfahren durchgeführt. Dabei werden die Bienen von ihren befallenen Waben getrennt und in eine neue Behausung umgesetzt, in welcher die Bienen komplett neue Waben ausbauen müssen. Durch diesen Neuanfang gelingt es, das Faulbrut-Bakterium wieder aus dem Bienenvolk zu entfernen.


Wie Dr. Stephan Wittmann vom Veterinäramt Traunstein erläutert, wurde der Erreger bei den betroffenen Bienenständen im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt: „Durch diese frühzeitige Entdeckung und die konsequente Einhaltung der Sperrvorgaben durch die betroffenen Imker, konnte eine größere Ausbreitung verhindert werden.“ Der Erreger wurde bei nur vier von insgesamt 117 vorhandenen Bienenvölkern in dem Sperrgebiet nachgewiesen. „Der Erreger konnte aber auch in einem leerstehenden Bienenhaus dokumentiert werden“, so Dr. Wittmann weiter. Der ursprünglich ordnungsgemäße Verschluss war witterungsbedingt nicht mehr gegeben. „Daher nochmals unser Hinweis und die Bitte, nicht besetzte Bienenwohnungen unbedingt bienendicht verschlossen zu halten“, appelliert Dr. Wittmann.

Da die Bakterien der Amerikanischen Faulbrut als Sporen jahrelang überleben, können sie auch mit dem Honig transportiert werden. Für Menschen besteht aber keine Gefahr, da die Seuche für sie völlig ungefährlich ist. Auch Honig und Honigprodukte wurden in ihrer Qualität nicht beeinflusst. Bienen wiederrum können die Sporen über den Honig aufnehmen und dadurch ihr Volk gefährden. Untersuchungen zeigten, dass Importhonig in rund 70% der Fälle mit Sporen belastet war. Daher sollten nur gründlich gereinigte Honiggläser entsorgt werden.

Gemeinsam mit den beiden Bienensachverständigen Luise Mitterreiter und Wolfgang Lewald wurde zudem eine großflächige Umgebungsuntersuchung im Umkreis von ca. 5 Kilometer um den ursprünglichen betroffenen Bienenstand durchgeführt. Der Erreger der Amerikanischen Faulbrut konnte jedoch in keinem dieser Völker nachgewiesen werden, weshalb ständige Infektionsquellen in dieser Region derzeit ausgeschlossen werden können. Tierarzt Dr. Wittmann vom Veterinäramt bedankte sich bei den Imkerverbänden sowie allen betroffenen Bienenhaltern für das entgegengebrachte Vertrauen: „Sie haben über die gesamte Zeit unsere Maßnahmen hervorragend unterstützt.

Pressemeldung Landratsamt Traunstein

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