Tradition schützen, Heimat bewahren

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Preisträger Richard Ruhland und Bezirkstagspräsident Josef Mederer

Tittmoning/München - Für seine Verdienste um den Ort Tittmoning erhielt Richard Ruhland am Dienstag die Bezirksmedaille im Bereich Kultur. Insbesondere sein Engagement für das Museum wurde geehrt.

Richard Ruhland aus Tittmoning wurde am Dienstag in München mit der Bezirksmedaille im Bereich Kultur ausgezeichnet. Bezirkstagspräsident Josef Mederer lobte vor allem den Einsatz für das Tittmoninger Museum, das „Heimathaus des Rupertiwinkels“.

Lesen Sie hier die komplette Laudatio des Bezirkstagspräsidenten von Oberbayern, Josef Mederer:

Natürlich gibt es auch außerhalb der Landeshauptstadt Menschen, die von einer persönlichen Leidenschaft für die Geschichte ihrer Umgebung erfasst sind. Lenken wir unseren Blick in den Südosten Oberbayerns, hin zum Landkreis Traunstein. Dort beschäftigt sich Richard Ruhland seit über 40 Jahren mit der Geschichte und Heimatpflege seines Wohn- und Geburtsorts Tittmoning. Durch ihre wechselvolle Vergangenheit lädt die Stadt auch regelrecht zu dieser Beschäftigung ein. Heuer ist sie genau 200 Jahre bayrisch, nachdem sie über 1.000 Jahre zu Salzburg gehört hatte. Auch kunsthistorisch hat die „Perle an der Salzach“ eine Menge zu bieten. Da wundert es nicht, dass bereits im 19. Jahrhundert „Vorgänger“ von Richard Ruhland anfingen, ihre Umgebung zu erforschen. 1889 wurde ein historischer Verein in Tittmoning gegründet. Erste Exponate wurden gesammelt. Man hatte Sorge, dass mit dem Beginn der Industrialisierung die Erzeugnisse früherer Zeiten verloren gehen könnten.

Auch Richard Ruhland beschäftigt sich seit Jahren mit dem Sammeln, Erfassen und Bewahren von heimatkundlich wertvollen Objekten in und um Tittmoning. Manche Gegenstände konnten nur über den Kunsthandel erworben werden. Auch hier ergriff Richard Ruhland die Initiative. Zum Beispiel bei der Beschaffung von Tittmoninger Ansichten oder der äußerst raren Wachsbilder von Johann Baptist Cetto. Diese vollplastischen Szenenbilder des Tittmoninger Künstlers sind der Öffentlichkeit heute nur in der Kunst- und Wunderkammer des Salzburger Doms und im Heimatmuseum Tittmoning zugänglich. Die Exponate fanden Eingang in das Heimatmuseum oder wurden bei Sonderausstellungen gezeigt. Und aus Ihnen erstellte Richard Ruhland die schöne Fotosammlung des „Das alte Tittmoning“.

Es ist fast unmöglich, Tittmoning losgelöst von seiner Umgebung, dem Rupertiwinkel, zu betrachten. Das ehemals salzburgische und heute bayerische Gebiet ist durch die gleiche Geschichte verbunden. Und so beschäftigt sich auch das Tittmoninger Museum nicht nur mit der Stadtgeschichte, sondern mit der gesamten Kunst- und Kulturlandschaft des Rupertiwinkels. Offiziell heißt das Museum daher auch „Heimathaus des Rupertiwinkels“. An seinem Aufbau war Richard Ruhland maßgeblich beteiligt. Und das gleich in doppelter Funktion: einmal als Mitglied der Museumsleitung, aber auch als Vorsitzender des Historischen Vereins. Beides lässt sich bei den vielen ehrenamtlichen Aufgaben, die Herrn Ruhland beschäftigen, nie so genau trennen.

Für das Heimathaus in der einst fürsterzbischöflichen Burg Tittmoning hat Herr Ruhland einen sachkundigen Museumsführer geschrieben. Damit verschafft er den Besuchern einen vertiefenden Einblick in die umfangreiche Sammlung. Es gibt dort nämlich eine Menge an Exponaten aus dem bäuerlichen und bürgerlichen Leben im Rupertiwinkel zu sehen: Volkskunst, Handwerks- und Landwirtschaftsgeräte, prächtige Öfen und Gemälde, Schützenscheiben aus vier Jahrhunderten sowie vor- und frühgeschichtliche Funde. Neben diesem Führer hat Herr Ruhland viele weitere Schriften, Aufsätze und Bücher zu Heimatpflege-Themen verfasst. Darunter das 400 Seiten umfassende Buch „Burg – Stadt – Vorstadt Tittmoning. Stadtgeschichte um 1800“. Auch in Vorträge beim Historischen Verein ist sein Wissen eingeflossen.

Zum Glück ist Herr Ruhland darüber hinaus auch in der alltäglichen Sorge für das Museum aktiv – sei es baulich, personell oder in seiner Präsentation nach außen. Oder bei der inhaltlichen Erarbeitung und Vorbereitung von Sonderausstellungen. Unlängst war das die Ausstellung „1810 – 2010: Tittmoning von Salzburg zu Bayern“. Sie wurde bis Ende September im frisch restaurierten Fürstenstock der Tittmoninger Burg gezeigt.

Bei alle dem ist Herr Ruhland aber nicht jemand, der „alles allein machen muss“! Er gestaltet die Museumsarbeit mit, indem er ehrenamtliche Mitarbeiter vermittelt und in ihre Arbeit einführt. Im Rahmen seiner Arbeit für das Museum kooperiert er mit den verschiedensten Institutionen und hat daher auch zu unserem Bezirksheimatpfleger Stefan Hirsch guten Kontakt. Und als Burgreferent vertritt er die Angelegenheiten der Burg Tittmoning in der Stadtratsarbeit.

Ohne die Unterstützung durch viele freiwillige Helfer wäre es dem Historischen Verein nicht möglich gewesen, dieses umfangreiche Heimathaus aufzubauen. Sie, lieber Herr Ruhland, haben dazu maßgeblich beigetragen. Als Zeichen der Anerkennung Ihres kontinuierlichen ehrenamtlichen Einsatzes möchte ich Ihnen heute die Bezirksmedaille des Bezirks Oberbayern überreichen.

Presse- und Informationsstelle des Bezirks Oberbayern / red

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