Traditioneller Georgiritt mit 170 Pferden

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Ruhpolding - Böllerschüsse und Kirchenglocken verkündeten in den Morgenstunden: Der Georgiritt, dessen Ursprung auf das 16. Jahrhundert zurückgeht, steht an.

Mit Striegeln und Polieren der Pferde und des Geschirrs wurde noch einmal alles auf Hochglanz gebracht. Pünktlich um 10 Uhr setzte sich der "Irgnritt", ám Sonntag, den 4. September, wie dieses alte christliche Brauchtum in Ruhpolding auch genannt wird, Richtung Zell zur Kirche St. Valentin in Marsch, angeführt vom Vorreiter mit der Standarte des Georgivereins und dem Spitzenkreuz.

Ruhpoldinger Georgi-Ritt Teil 1

Es folgten rund 170 schön herausgeputzte Pferde aus nah und fern. Prächtige Rösser zogen Festwagen und Kutschen, auf den Pferdegespannen wurden die Figur des heiligen Georg und die Nachbildungen der drei alten Ruhpoldinger Kirchen mitgeführt. Auf anderen Wagen begleiteten die beiden Ruhpoldinger Trachtenkapellen und die "Historischen" in ihren alten Trachten den Ritt. Gleich zwei Festwagen waren mit den Feuerschützen besetzt, die in diesem Jahr ihr 600. Jubiläum feiern konnten, in den Festkutschen saßen die politischen und kirchlichen Honoratioren sowie die Vertreter der Standestrachten und erstmals konnten sich die Ortsvereine durch ihre Fähnriche mit den Vereinsfahnen auf einem Festwagen präsentieren.

Für die "Paktisten" des Georgivereins war es wieder eine Ehre, in ihren gut erkennbaren blauen Übermänteln mit roten Krägen den Votivritt zu begleiten. Den vielen Tausend Zuschauern bot sich ein farbenprächtiges Bild. Nach dem Festgottesdienst, zelebriert von Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger, zogen alle Pferde am Altar vorbei und empfingen traditionsgemäß den Segen, den Pater Joshy George spendete. Danach ging es wieder zurück in den Ort und die zahlreichen Besucher konnten alle Teilnehmer des Georgirittes noch einmal bewundern.

Ruhpoldinger Georgi-Ritt Teil 2

Sichtlich froh und erleichtert war der Vorsitzende des Georgivereins, Anderl Hofmann, dass auch in diesem Jahr das Wetter mitspielte und der Ritt unfallfrei verlief. Für den anschließenden Georgitag hatten sich der Wirtschaftsverband, die Vereine und die Gastronomiebetriebe von Ruhpolding wieder allerhand Attraktionen einfallen lassen, so dass der Sonntag in der autofreien Dorfmitte und geöffneten Geschäften bis 17 Uhr wieder ganz im Zeichen des heiligen Georg stand.

re/Chiemgau-Zeitung

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