Losstand des Roten Kreuzes wird 60

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Losstand des BRK

Traunreut - Große und kleine Gewinne warten am Losstand des Bayerischen Roten Kreuzes. Der Erlös fließt in ehreamtliche und soziale Arbeit:

Ungläubig blickt Kristina B. aus Kiel auf den kleinen Zettel in ihrer Hand und lässt einen kleinen Schrei los. Sie hat gerade am Stand des Glückshafen einen Haupttreffer gezogen und darf sich nun etwas unter den vielen Preisen aussuchen. Der Losstand des Traunsteiner Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) steht auf vielen Märkten, Volksfesten und Veranstaltungen im Landkreis und lockt jung und alt an, mit ein paar Münzen sein Glück zu versuchen – und das seit 60 Jahren.

Kristina B. hatte sich genau zehn Lose für fünf Euro gekauft, die aber ihr Mann aus der kleinen roten Kiste ziehen musste, „weil ich eh nie was gewinne“. Als dann schon auf dem zweiten kleinen Zettel „München“ stand, jubelte die Urlauberin, denn das bedeutete einen Hauptgewinn. Nach langem Überlegen entschied sie sich schließlich für einen großen Reisekoffer mit Rollen.

Katharina aus Traunstein hatte nicht soviel Glück, denn sie zog nur einzelne Punkte, mit denen sie sich Kleingewinne aussuchen konnte. „Das macht nichts“, meinte sie, „ich kauf mir immer am Glückhafen Lose, auch wenn manchmal nur Nieten dabei sind. Ich weiß ja, das das Geld beim Roten Kreuz gut angelegt ist.“

Das bestätigt BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer, der die finanziellen Zahlen des Losstandes genau kennt. „Der Gewinn aus dem Glückshafen fließt in unsere ehrenamtliche und soziale Arbeit“, erklärt er und nennt zwei Beispiele: das Essen auf Rädern und den Katastrophenschutz.

Was heute für viele ein kleiner Spaß ist, entstand um 1816 als Wohltätigkeit für die Armen: Damals machten gestiegene Getreidekosten den Münchnern schwer zu schaffen. Kleine Mädchen stellten die Papierlose her und die königliche Familie kaufte große Mengen an Losen und verteilte sie an Bedürftige. Hauptpreise waren damals Silber, Porzellan, Schmuck, Strümpfe, Pfeiffenköpfe oder kleine Bilder des Königs.

Der BRK-Losstand ist in diesem Jahr bei 25 Veranstaltungen im Einsatz und kann von jedem Veranstalter „gebucht“ werden. Meist wird er von den Ehrenamtlichen der örtlichen BRK-Bereitschaft betreut. Birgit Zimmermann, Florian Zeltsperger, Sabrina und Martin Steiger von der BRK-Bereitschaft Traunstein sind meist zwei Mal pro Jahr im Glückshafen im Einsatz. „Manche haben Probleme, sich bei den kleineren Gewinnen etwas auszusuchen“, berichtet Martin Steiger, „denn sie haben schon viele Sachen aus dem Losstand zu Hause, da sie regelmäßig zu uns kommen.“

Rudi Zwesper aus Fridolfing verwaltet den Glückhafen seit 20 Jahren. Im Frühjahr besucht er spezielle Messen, wo er sich über neue Artikel informiert. Mit einem Katalog stellt er dann sein Warenangebot zusammen. Zu den Hauptgewinnen zählt seit vielen Jahren ein großer Plüschbär neben vielen Elektroartikeln, wie etwa Kaffeemaschine, Elektrogrill, Toaster, Waffeleisen, oder ein moderner Reisekoffer. Die Augen der Kinder bleiben am Spielzeug hängen – sie hoffen das Los für einen ferngesteuerten Lkw oder eine bunte Discokugel zu ziehen.

Während sich Katharina für eine Spülbürste, einen Spitzer und einen Flaschenöffner entscheidet, wählt die kleine Melanie, die mit ihren Eltern Urlaub im Chiemgau macht, einen kleinen Hüpfball, ein Hanuta und einen gelben Mini-Plüschbären aus. Auf den restlichen Losen, die die kleinen Hände geschickt aufreisen, steht „Wir danken“. Fragend schaut sie ihre Mutter an. „Das sind alles Nieten“, erklärt diese. „Schade“, meint die Kleine, „das nächste Mal hab ich bestimmt mehr Glück.“

Die nächsten Standorte für den BRK-Glückhafen sind im Moment der Markt in Traunreut und der Michaelimarkt in Grassau.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz Kreisverband Traunstein

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