Bürger Traunreuts dürfen mitreden

Traunreut – Die Bürger Traunreuts sollen sich am „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept“ ISEK beteiligen. Am 27. September gibt es die Auftaktveranstaltung dazu.

In Folge des Programmwechsels der Stadt Traunreut innerhalb der Städtebauförderung vom Grundprogramm in das Programm „Aktive Zentren“ ist die Erarbeitung eines „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK) Grundlage für die Entwicklung und Bewertung von Handlungsfeldern und Einzelmaßnahmen.

Mit der Durchführung wurde in diesem Jahr das Münchner Büro Beer Architektur Städtebau, Prof. Anne Beer, beauftragt. Im Rahmen einer interdisziplinären Herangehensweise wird die Stadtplanung im ISEK Teilgutachten von Seiten Freiraumplanung (Prof. Schöbel, TUM), Wirtschaftsgeographie (Dr. Popien & Partner), Mobilität (TransVer) und Nachhaltigkeit (Transsolar) für eine nachhaltige Stadtentwicklung von Traunreut integrieren.

Separate Untersuchungen wie das Einzelhandelsgutachten (Dr. Popien) und die Energieleitplanung (Stadtwerke) vertiefen bestimmte Handlungsfelder des ISEK. In einem ersten Schritt werden auf Basis der Ressort übergreifenden Analyse in unterschiedlichen Maßstabsebenen vom Regionalraum bis zum Quartier die Zusammenhänge für das Sanierungsgebiet aufgezeigt und bewertet. Auf Basis der Auswertung der Ergebnisse nach Stärken, Schwächen und Potenzialen werden folgend die lokalen Akteure in Bürgerbeteiligung für die Entwicklung der Handlungsfelder und Einzelmaßnahmen aufgerufen.

Das Ergebnis ist ein Katalog konkreter Bau- und Managementmaßnahmen, die nach Budget und Zeithorizont priorisiert werden. Zuständigkeiten sind zu definieren. Eine sinnvolle Aktivierung des Projektfonds wird angestrebt.

Bürgerbeteiligung

Das ISEK entwickelt eine Handlungsanleitung für die städtebauliche Entwicklung der Stadt. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der Innenstadt. Die fachlichen Beiträge erarbeitet das interdisziplinäre Planungsteam in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Für die Abstimmung der Inhalte und die Durchführung des Prozesses wird eine Lenkungsgruppe aus Politik, Planung, Verwaltung und Bürgerschaft eingerichtet.

Interessierte Bürger haben die Möglichkeit, ihre Vorstellung zur Stadtentwicklung im Rahmen von Diskussionsveranstaltungen und Planungswerkstätten einzubringen, die von den Planern beraten werden. Das ISEK soll nicht abstraktes Konzept bleiben, sondern von Seiten der Bürger mit Leben gefüllt werden.

Leben in Traunreut

Um zu einem tragfähigen und nachhaltigen Konzept für die städtebauliche Entwicklung der nächsten Jahre zu kommen, setzt sich das ISEK daher mit einer Vielzahl von Fragen auseinander: Was macht das Besondere der kosmopolitischen Traunreuter Bürgergesellschaft aus und wie pflegt sie diese Eigenschaften und trägt sie zeitgemäß in die Öffentlichkeit? - Kann die besondere Gründungsgeschichte der Stadt über die Generationen hinweg über eine Neuinterpretation auch für junge Leute Ansatzpunkt der Identifikation mit ihrer Stadt sein? - Lässt sich die spezifische Baugeschichte der Stadt individuell und modern weiterentwickeln? - Wie kann Traunreut für Familien, junge Erwachsene, Berufstätige und Senioren ein guter Wohnstandort bleiben beziehungsweise zu einem attraktiven Wohnstandort mit zeitgemäßen und marktgerechten Angeboten werden? - Welche - auch innovative - Strategien sind vor dem Hintergrund der besonderen Situation vor Ort mit einem hohen Anteil an Geschosswohnungsbau der 50er- und 60er-Jahre möglicherweise interessant?

Weitere Fragen: Welche Anforderungen ergeben sich für Traunreut als Einkaufsstadt lokal und regional, für Handelsformate und Einkaufsumgebung? Wie stellt sich die Stadt hinsichtlich Angebot und Image auf? - Ergeben sich spezielle Perspektiven für einen wachsenden Arbeitsstandort Traunreut? - Was kann das Leben in Traunreut noch attraktiver machen? - Welche Angebote für Betreuung, Bildung, Kultur oder sozialen Austausch sollten erweitert werden? - Wie sieht es aus mit Freizeit, Sport und Naherholung, speziell für junge oder ältere Menschen in der Stadt? - Kann sich das Mobilitätsverhalten der Bürger verändern? - Lässt sich der Energie-Umbau in die Stadtplanung integrieren? - Was muss für die Qualität des Stadtbildes und die Angeboten an Grün- und Freiflächen getan werden, um die Lebensqualität und Atmosphäre in der Innenstadt zu verbessern? - Wie können Brachen in Wert gesetzt und Investoren für ein Mitwirken in der Stadtentwicklung aktiviert werden?

Auftaktveranstaltung

In entsprechenden Arbeitstreffen werden Fachplanung, Verwaltung und interessierte Bürger ab September in der Bürgerbeteiligung zusammenarbeiten und gemeinsam das ISEK als Struktur für eine nachhaltige städtebauliche Weiterentwicklung der Stadt Traunreut in Handlungsfeldern und Maßnahmen ausformulieren.

Nach dem Programmwechsel innerhalb der Städtebauförderung in das Programm „Aktive Zentren“ ist ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK)“ mit Beteiligung der Bürger zu erarbeiten. Die Auftaktveranstaltung findet am 27. September ab 19 Uhr im Heimathaus statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.traunreut.de.

Pressemeldung Stadt Traunreut

Rubriklistenbild: © dpa

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