Italienische Kunst im Heimathaus

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Bürgermeister Franz Parzinger (rechts) und der Künstler Giovanni Gabriele vor einem seiner Werke.

Traunreut - Der Keramikkünstler Giovanni Gabriele aus Nettuno stellt bis 5. Mai im Heimathaus eine vielfältige Auswahl seiner Werke aus.

Bei der Vernissage am Freitagabend bewunderten die Besucher die starke Ausdruckskraft und teils sehr filigrane Ausführung seiner Skulpturen und Reliefs. Frauke Tränkner von der Stadtverwaltung stieß eigentlich eher zufällig auf Giovanni Gabriele. Sie suchte für den Weihnachtsmarkt 2012, an dem erstmals Künstler aus den drei Partnerstädten von Traunreut beteiligt waren, jemanden, der die typischen neapolitanischen Krippen herstellt. In der Vorweihnachtszeit war jedoch solch ein Künstler nicht zu haben und sie wurde auf Giovanni Gabriele aufmerksam, der in Nettuno lebt und arbeitet.

Frauke Tränkner, der Künstler Giovanni Gabriele und die Traunreuter Künstlerin Iko Müller (von rechts) bei der Vernissage der Ausstellung „Spirito e Materia“.

Während er im Dezember auf dem Christkindlmarkt in Traunreut vorwiegend kleinere Figuren und Skulpturen zeigte, stellt er nun im Heimathaus auch größere Exponate, Reliefs und Büsten aus. Giovanni Gabriele (Jahrgang 1948) ist Maler und Bildhauer und stammt aus einer römischen Künstlerfamilie. Der Künstler widmete sich schon früh „mit Leib und Seele der Bildhauerei und schuf Werke von einzigartiger Intensität und Ausdrucksstärke“, wie es in seiner Vita heißt. Sein Lieblingsmaterial fand er schließlich mit Terrakotta, mit dem er am meisten auszudrücken vermag. Viele seiner Figuren sind in erdigen Brauntönen andere ganz in Weiß gehalten. Besonders beschäftigt ihn immer wieder die „Beziehung des Menschen zur Religion“, er thematisiert in seinen Skulpturen außerdem unter anderem Themen wie Krieg, das „Unbehagen des Menschen in der modernen Welt“ sowie die „Gewalt gegen Kinder“. Eine ganze Reihe an Preisen erhielt der Künstler bereits bei Ausstellungen in seinem Heimatland Italien und im Ausland. „Künstler zu sein ist eine schwierige Aufgabe.

Es heißt, nicht nur für sich sondern auch für andere zu sprechen, als wäre der Künstler ein von Gott Auserwählter, der in seinem Dienst steht, um jene Geister wachzurütteln, die mit ganzer Kraft alles tun, um stillzuhalten“, beschreibt Giovanni Gabriele seine Auffassung von Kunst. „Die Kunst ist ganz langsam zu mir gekommen, bis sie von mir, von jedem Teil meines Körpers und meines Geistes Besitz ergriffen hat.“ Der Künstler spricht nur Italienisch, die Titel seiner Kunstwerke in der Ausstellung und sein Lebenslauf wurden jedoch ins Deutsche übersetzt. Frauke Tränkner, die ihn bei der Ausstellungseröffnung kurz vorstellte, berichtete von großen Reliefs, die er angefertigt hat und die in seinem Atelier in Nettuno zu sehen sind.

Eines zeigt „das Jüngste Gericht“ und hat eine Größe von vier auf drei Meter und ist im Heimathaus als großes Bild zu betrachten. Am „Inferno“ mit rund 4000 kleinen Figuren auf einer Größe von sechs mal sechs Metern arbeitete der Künstler insgesamt elf Jahre lang. „Die Skulpturen von Giovanni Gabriele scheinen zu leben, man spürt direkt die Emotionen des Künstlers bei der Entstehung“, so lautet eine Kritik zu seiner Kunst, die Frauke Tränkner vorlas. Bürgermeister Franz Parzinger drückte seine Freude darüber aus, dass diese Ausstellung passend zum heuer gefeierten 40-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Nettuno entstand. Es sei schon viele Jahre her, seit zuletzt ein Künstler aus der italienischen Stadt in Traunreut ausstellte.

Franz Parzinger hob die starke Ausdruckskraft der Werke hervor, die mit viel Liebe zum Detail ausgeführt worden seien. Er wünschte der Ausstellung viele interessierte Besucher und die Resonanz, die sie verdiene. Unter den Besuchern der Vernissage war mehrmals zu hören: „Das ist typisch italienisch.“ Die Traunreuter Künstlerin Iko Müller lobte die feine Ausführung, die filigrane Arbeit und die unterschiedliche, ansprechende Darstellung der einzelnen Kunstwerke. „Das ist einmal ganz was anderes, so was sieht man bei uns sonst nie“, meinte eine weitere Besucherin. Zur musikalischen Umrahmung der Vernissage spielten Anna-Lena Mayer, Johanna Wallner und Patricia Mayer von der Städtischen Musikschule Traunreut sehr passend ein Streichtrio in D-Dur von Felice De Giardini. Die Ausstellung im Heimathaus ist bis 5. Mai täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Pressemeldung Stadt Traunreut

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