233 neue Volkslieder "rollen" weiter

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Traunreuts Bürgermeister Franz Parzinger (von links), Bettina und Jochen Nistler sowie Tittmonings Bürgermeister Konrad Schupfner bei der Übergabe der Liederkugel.

Traunreut - Zwei Kilometer lang und sechs Kilo schwer: Die Liederkugel wird zum Erhalt der Volksmusik von Gemeinde zu Gemeinde weitergereicht. Nun geht's von Traunreut nach Tittmoning.

Die Liederkugel mit Texten von Volksliedern der unterschiedlichsten Art wandert nach einem Monat Aufenthalt im Traunreuter Heimathaus nun weiter nach Tittmoning. Bürgermeister Franz Parzinger übergab die Kugel am Montagabend an den Bürgermeister von Tittmoning Konrad Schupfner. Die Organisatoren des Projektes, die „Kesslfligga“, gaben im Anschluss an die offizielle Übergabe ein Konzert mit Liedern in bayerischer Mundart. Die „Kesslfligga“, das sind Bettina und Jochen Nistler, hatten nicht nur die Idee zur Liederkugel, die im Rahmen der oberbayerischen Kulturtage im Juli ausgestellt wird. Sie setzen sich seit zehn Jahren für den Erhalt des Volksliedes ein, haben die „Chiemgauer Wirtshausmusi“ ins Leben gerufen und treten mit selber geschriebenen Liedern in bayerischer Sprache sowie Theaterstücken auf.

Im Traunreuter Heimathaus präsentierten sie zum einen die Liederkugel, die bisher schon beinah sechs Kilogramm schwer ist und aus zwei Kilometern Bändern besteht, auf denen die Texte verschiedenster Volkslieder zu lesen sind. In Traunreut entstand eine weitere kleinere Kugel mit 233 Liedern, die nun in die große Kugel eingebunden werden. Bürgermeister Franz Parzinger zeigte sich bei der Übergabe stolz und erfreut, dass die Traunreuter so fleißig mitmachten. „Es sind auch etwas andere Volkslieder darunter, die die bunte Vielfalt in Traunreut wiederspiegeln“, betonte das Stadtoberhaupt. Galina Kopp vom Heimathaus sei in den letzten Wochen sehr rührig gewesen, habe viele Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen angesprochen und eifrig Bänder mit Liedern gesammelt.

Diese wurden nicht nur zu einer Kugel aufgerollt, sondern sind auch in einer langen Liste genau aufgeführt, um jederzeit nachvollziehen zu können, welches Lied von wem aufgeschrieben wurde. Der Bürgermeister von Tittmoning nahm die Kugel entgegen und drückte seine Hoffnung aus, dass in seiner Stadt ähnlich viele Beiträge hinzukommen. Durch die Grenzsituation und die Nähe zu Österreich könnten hier noch einmal ganz andere Volkslieder aufgeschrieben werden, meinte der Tittmoninger Bürgermeister. Die Liederkugel als Symbol für das Verbindende des Volksliedes wird während der Kulturtage vom 13. bis 20. Juli in der Burg Tittmoning in der „Carabinieri-Stube“ ausgestellt. Dort wird auch eine Dokumentation der Entstehung dieser Kugel zu sehen sein. Als Zeichen für die Vielfalt des Volksliedes in Traunreut gab Anna Makstat ein Liebeslied aus der Ukraine zum Besten. Bettina und Jochen Nistler zeigten anschließend mit ihrem Programm „Mitanand“, wie schön und verbindend Musik in bayerischer Mundart sein kann.

Die „Kesslfligga“ sind nicht nur hervorragende Musiker und Sänger, sie zeigen mit ihren Liedern auch die Verbundenheit zur bayerischen Heimat. Dabei wird deutlich, dass sie sehr wohl mit offenen Augen durch das Land gehen und dabei so manches entdecken, was dann in ihren Texten festgehalten wird, so zum Beispiel auch die Betrachtung „Samstag auf’m Land“.

Pressemitteilung Stadt Traunreut

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