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Ehemaliger Lehrer der Carl-Orff-Schule in Traunreut

Nachruf auf Siegfried Ostler (†81)

Prägendes Merkmal des verstorbenen Siegfried Ostler: ein herzliches Lachen im Gesicht.
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Das prägende Merkmal des verstorbenen Siegfried Ostler: ein herzliches Lachen im Gesicht.

Am Stephanitag starb nach längerer Krankheit der ehemalige Lehrer der Carl-Orff-Schule Traunreut, Siegfried Ostler, im Alter von 81 Jahren.

Traunreut – Siegfried Ostler war im Chiemgau bekannt als staatlich geprüfter Skilehrer, der nicht nur jahrzehntelang seinen Traunwalchner Schülern den Skisport vermittelte, sondern auch etwa 20 Jahre lang dem Lehrteam des Skiverbands Chiemgau angehörte, um unter anderem Fachübungsleiter und Skilehrer auszubilden. 

Zur Welt kam Siegfried Ostler 1940 in Straubing als Sohn eines Försters, der aber aus dem Krieg nicht mehr zurückkam. Um überleben zu können, schickte seine Mutter den kleinen Sigi ins Montafon zu seiner Tante. Dort kam er in Kontakt mit seinen ersten Skiern.

Seine Schulzeit bis zum Abitur verbrachte Siegfried Ostler in Traunstein, 1966 kam er als junger Lehrer nach Traunwalchen. Dort fand er in seiner Kollegin Lucie die große Liebe, die er 1967 heiratete, und mit der er 34 Jahre lang an der Carl-Orff-Schule tätig war. Beide gehören zu den Lehrer-Urgesteinen der 1978 nach dem Komponisten Orff benannten Schule. Mit seiner Frau Lucie verband ihn die Freude an der Bewegung im Freien: beim Skifahren, Windsurfen, Bergtouren und Radfahren. Kaum begannen die Ferien, waren die beiden unterwegs auf Reisen. Erst im kleinen Zelt, später mit dem Wohnmobil. Bis nach Bagdad führten ihre Sommertouren mit dem Auto. 

Siegfried Ostler sah seinen besonderen schulischen Auftrag darin, seinen Schülern im differenzierten Sportunterricht die Freude am Skifahren zu vermitteln. So fuhr er jahrelang immer am Mittwochnachmittag mit einem Bus voll Schüler in die Berge, um ihnen das Skifahren zu lernen. Zum Jahresprogramm gehörten auch die Skilager in Tirol, von denen viele ehemalige Schüler noch immer schwärmen. „Wichtig war dem Sigi immer die Geselligkeit, er ging gern ins Café und unvergesslich bleibt sein herzliches Lachen“, sagte sein langjähriger Surf- und Skifahrer-Freund Hans Prinzing, pensionierter Traunreuter Gymnasiallehrer.

Die Gestaltung der Trauerfeier, zu der viele Freunde und Bekannte gekommen sind, übernahm Ostlers langjähriger Kollege an der Carl-Orff-Schule, Manfred Hausotter mit dem Kirchenchor. Treffende und humorvolle Worte der geistlichen Ansprache fand der aus Traunstein stammende Klassenkamerad des Verstorbenen, Pfarrer Leonhard Huber aus München, der mit Siegfried Ostler seit der Grundschule freundschaftlich verbunden ist.

Er beschrieb die für seine alleinerziehende Mutter nicht immer einfachen Jahre des jugendlichen Siegfried. „Im Alter wurde sich Sigi seiner Verantwortung gegenüber seiner Mutter bewusst und entwickelte einen religiösen Touch, indem er in der Buchfellner Kapelle immer wieder eine Kerze für sie anzündete. Sogar ins priesterliche Gebet ließ er sich einschließen.“ Auch von den jugendlichen Schwärmereien um die Damenwelt wusste Huber zu berichten. „Der Sigi ließ nichts anbrennen und war immer flott unterwegs“ – „Das belegt auch der schwarze Porsche mit den roten Streifen, der noch immer in unserer Garage steht, und mit dem er noch zwei Monate vor seinem Tod eine Runde gedreht hat“, sagte seine Witwe Lucie schmunzelnd, in humorvoller Rückschau auf die erfüllte Zeit mit ihrem Sigi.

Arno Zandl

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