Kritik der Nachbargemeinden reißt nicht ab

Hochwasser: Bürgermeister laufen Sturm gegen Daxerau-Bebauung

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Hier plant die Stadt Traunstein rund 120 Wohnungen. Das Areal war früher als Überschwemmungsfläche für die Traun vorgesehen. 
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Traunreut/Traunstein - Die Kritik an der Bebauung der Daxerau in Traunstein reißt nicht ab: Nun haben sich die Bürgermeister von Nußdorf, Traunreut und Altenmarkt zusammengetan, weil auch sie die Folgen fürchten. 

Traunstein plant Wohnbebauung in der Daxerau, doch die Nachbarorte am weiteren Lauf der Traun haben Angst, dass sie ein Hochwasser dann erst recht schlimm erwischt: Die Bürgermeister Hans Gnadl aus Nußdorf, Klaus Ritter aus Traunreut und Stephan Bierschneider aus Altenmarkt haben ihren Unmut jetzt gebündelt und sich gemeinsam an die Regierung von Oberbayern gewandt. Das Schreiben wurde im Traunreuter Bauausschuss am Mittwoch vorgestellt.

Folgen für Nachbargemeinden nicht untersucht

Nußdorfs Bürgermeister Hans Gnadl.

Wie verhält sich die Traun, wenn in Traunstein weitere potenzielle Überschwemmungsflächen versiegelt werden? Gnadl, Ritter und Bierschneider haben starke Zweifel, dass Auswirkungen auf ihre Gemeinden "ausgeschlossen werden können", wie die Stadt Traunstein sagt. Denn: In all den Gutachten, die die Stadt Traunstein anfertigen ließ, wird auf mögliche Folgen für die Orte traunabwärts gar nicht eingegangen. 

"In Nußdorf zeigen sich bereits seit der Versiegelung von Flächen in Traunstein an der Traun (Gewerbegebiet Mühlwiesen/Haslach, Sportanlagen Empfing) verstärkte und schnellere Ausuferungen der Traun", schreibt Bürgermeister Gnadl. Konkret seien für sieben Anwesen bei Nußdorf stärkere Hochwasserschutzmaßnahmen nötig.

Vorwarnzeit bei Hochwasser wird immer kürzer

Klaus Ritter, Bürgermeister von Traunreut.

Auch in Traunreut beobachtet man über die vergangenen Jahre Veränderungen: Obwohl die Traun beim Hochwasser 2013 eigentlich einen niedrigeren Wasserstand hatte als bei den Hochwasser 2002 und 2010, gab es große Ausuferungen und Schäden an 20 Häusern in Hörpolding. Die Traun bringe nun auch immer mehr Geschiebe mit.

Der Altenmarkter Bürgermeister Stephan Bierschneider.

In Altenmarkt fürchtet Bürgermeister Bierschneider konkret um die Kläranlage und den Sportplatz. Bei Hochwasser näherte sich die Traun in den vorigen Jahren hier immer weiter an. Außerdem komme das Wasser immer schneller die Traun herunter: "Konkret hat sich die Vorwarnzeit für die Warnstufe I am Pegel Stein im Verhältnis zum Pegel Hochberg von rund dreieinhalb Stunden auf zwei Stunden deutlich verkürzt."

Traunstein will jetzt Bebauungsplan aufstellen

Enttäuscht zeigen sich Gnadl, Ritter und Bierschneider auch, dass die Stadt Traunstein für Gespräche zu diesem Thema "nicht zugänglich" wäre. Auch die direkten Anwohner in der Daxerau versuchen sich gegen die Bebauungspläne zu wehren. Zwei Mal wurde das Thema auch schon von der BR-Sendung "quer" aufgegriffen. Die Stadt Traunstein will unterdessen den Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen: Am kommenden Dienstag wird sich der Planungsausschuss der Stadt erstmals damit befassen.

Auf dem Areal des früheren Tennis-Centers Vogl sind rund 120 Wohnungen in 13 Häusern geplant. Details wird der Bebauungsplan festlegen. Auch für den Straßenverkehr soll sich dort einiges ändern: Angedacht ist, dass zum besseren Verkehrsfluss von der Daxerau und dem Schwimmbad auf die B306 eine Ampel an der Abzweigung gebaut werden soll.

xe

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