Abstimmung über Volksfest und Bücherei-Neubau

Bürgerentscheide in Traunreut: Das empfehlen die Grünen

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Traunreut - Am Sonntag haben die Traunreuter das Wort: bei den Bürgerentscheiden zum Volksfest und zum Bücherei-Neubau - in einer Artikelserie schauen wir uns an, wie sich die fünf Stadtratsfraktionen positionieren. 

Soll ein neues Volksfest in Traunreut möglichst im Stadtzentrum oder auf einem neuen Volksfestplatz außerhalb stattfinden? Und sollte die Bücherei wirklich neu gebaut werden oder sich nur in ein bestehendes Gebäude einmieten? Über diese beiden Fragen werden die Traunreuter am Sonntag abstimmen können. Wir haben Fraktionssprecher Martin Czepan gefragt, wie die Grünen zu den beiden Themen stehen und geben das Statement ungekürzt wider.

So stehen die Grünen zu den Bürgerentscheiden

Die Stadtratsfraktion der Traunreuter Grünen setzt sich für einen Neubau von Stadtbibliothek und VHS ein. Über mehrere Jahre wurde vergeblich versucht, eine Mietlösung für die Bibliothek umzusetzen, was aber an den komplexen Eigentumsverhältnissen des einzig verfügbaren Objektes im Stadtzentrum gescheitert ist. Im Laufe dieses Prozesses wurde klar, dass eine Mietlösung keine wirtschaftlichen Vorteile bringt, aber die Sanierung des Altbaus zusätzliche Risiken birgt. Bei einem Neubau lassen sich die Anforderungen an eine moderne Stadtbibliothek viel besser realisieren, wodurch auch die laufenden Kosten reduziert werden. Mit einem gemeinsamen Objekt für Bibliothek und VHS ergeben sich viele Synergieeffekte. Das von den Traunreuter Jugendlichen gewünschte Jugendcafé ließe sich im Gebäude integrieren. Mit einer attraktiven Architektur kann so an einer zentralen Stelle in Traunreut ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt entstehen.

Feste müssen in der Stadt gefeiert werden. Die Verlegung des Volksfestes an den Rand war mit ein Grund dafür, dass die Besucheranzahl zurückging. In der Innenstadt gibt es ausreichend Flächen für ein Volksfest und andere Feiern. Die Flächen am Stadtrand sind viel zu wertvoll, dass sie zu 95 Prozent der Zeit als LKW-Parkplatz dienen. Die wenigen verfügbaren Flächen werden dringend für Wohnungen und Gewerbe benötigt. Es ist nicht Aufgabe der Stadt, für die LKW der zumeist auswärtigen Speditionen und Firmen einen großen Parkplatz zu bauen. Es ist viel sinnvoller, dieses Geld in Bildungseinrichtungen zu investieren, die unseren Bürgern und vor allem unseren Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen.

Unsere Artikelserie zu den Bürgerentscheiden in Traunreut:

chiemgau24.de wird am Sonntag direkt aus dem Rathaus die Ergebnisse und Stimmen zu den Bürgerentscheiden veröffentlichen.

Bürgerentscheide in Traunreut: Das ist zu beachten

Zur Abstimmung stehen am Sonntag nicht nur die Forderungen des Bürgerbegehrens, sondern als Alternative auch die sogenannten Ratsbegehren des Stadtrates. Es kann jeweils mit "Ja" und "Nein" gestimmt werden. Zur Sicherheit wird es jeweils auch noch eine Stichfrage geben.

Das Bürgerbegehren zum Volksfest lautet:

"Sind Sie dafür, dass Traunreut wieder ein Volksfest bekommt und die Stadt dafür ein neues Konzept für ein jährliches Volksfest entwickelt und einen geeigneten Platz dafür ausweist?"

Das Ratsbegehren zum Volksfest lautet:

„Sind Sie dafür, dass in Traunreut ein zentrumsnahes Volksfest veranstaltet wird und die Stadt hierzu ein Konzept entwickelt, das keinen Verbrauch von wertvollen Flächen am Stadtrand notwendig macht?“

Das Bürgerbegehren zur Bücherei lautet:

"Sind Sie dafür, dass für die Stadtbücherei Traunreut kein Neubau errichtet wird und stattdessen eine geeignete Fläche (ohne dafür zu errichtenden Neubau) im Stadtgebiet angemietet bleibt/wird (nach gegebenenfalls vorherigem Umbau durch die Stadt)?"

Das Ratsbegehren zur Bücherei lautet:

"Sind Sie dafür, dass die städtische Bibliothek in einem gemeinsamen Neubau mit der Volkshochschule Traunreut untergebracht wird mit Räumen, die optimal auf die Bedürfnisse der Bibliothek zugeschnitten sind?"

Der Initiator der Bürgerbegehren, Michael Mollner, startete zuvor auch ein Bürgerbegehren zum Ausbau der Frühlinger-Spitz-Straße. Hier hatte er schon Erfolg, denn nach der Unterschriftensammlung entschied sich der Stadtrat dann doch dafür, die Straße auszubauen. Die Ergebnisse der Bürgerentscheide sind ein Jahr bindend, danach dürfte sich der Stadtrat wieder anders entscheiden.

xe

Rubriklistenbild: © Fotomontage xe/Grüne Traunreut

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