Bürgerversammlung in Traunreut

Siteco, Volksfest und Traunfeld die großen Themen

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Traunreut - Welche Themen sind für die Traunreuter momentan am drängendsten? Die Bürgerversammlung im K1 war gut besucht und wurde von den 150 Gästen auch gut genutzt. 

Mit einem kurzen Überblick über Finanzen und geplante Investitionen begann Bürgermeister Klaus Ritter die Bürgerversammlung am Mittwochabend im Traunreuter K1. In der anschließenden Diskussion waren es vor allem drei Themen, die die Bürger momentan beschäftigen.

Auffanggesellschaft für arbeitslose Siteco-Beschäftigte?

Nur einen Tag vor der Bürgerversammlung verkündete die Unternehmensführung von Siteco, dass in den kommenden zwei Jahren bis zu 290 Stellen gestrichen werden sollenGleich die erste Frage an Ritter drehte sich um die mögliche Zukunft der Arbeiter, die dadurch ihren Job verlieren. 

"Wäre man willens, eine Auffanggesellschaft für die Arbeiter zu gründen, an der sich die Stadt und Osram beteiligen, und die sich beispielsweise um Weiterbildungen und Umschulungen kümmert?" Der Bürgermeister erinnerte zuerst daran, dass es von Siteco noch keinen konkreten Sanierungsplan gebe: "Das soll ja über zwei Jahre laufen und bei anderen Unternehmen wird das ja auch oft über Altersteilzeiten geregelt", beschwichtigte Ritter. Außerdem würden vom Chemiedreieck bis zur A8 in der Industrie überall Arbeiter gesucht

Klaus Ritter sah es auch von einer anderen Seite: "Das ist auch ein Zeichen von Siteco, dass der Standort Traunreut beibehalten werden soll." Das Unternehmen hätte den Standort theoretisch auch ganz auflösen können. "Wir werden abwarten und dann schauen, was zu tun ist", so Ritter. Natürlich sei man "willens" eine solche Auffanggesellschaft zu gründen, doch der Begriff "willens" sei schwierig und dehnbar. 

Zweite Zufahrt zum Wohngebiet Traunfeld in Stein?

Im Traunfeld 3 in Stein an der Traun soll ein Baugebiet mit 16 Einfamilienhäusern und zwei Wohnblöcken ausgewiesen werden - diejenigen, die jetzt schon im Traunfeld wohnen, treibt das Thema gehörig um. Rund 50 Bewohner kamen geschlossen zur Bürgerversammlung. Ihr Problem: Solange es keine zweite Zufahrt zum Wohngebiet gibt fürchten sie künftig noch mehr Durchgangs- und Baustellenverkehr über die einzig bestehende Erschließungsstraße

Hier sollen die neuen Häuser im Traunfeld entstehen.

"Wurden schon Grundstücksverhandlungen geführt? Mit wem wurde gesprochen? Laufen Verhandlungen mit der Bahn?", waren die bohrenden Fragen an den Bürgermeister - der aber blieb konsequent: "Ich werde darauf keine Antwort geben, das kann und will ich nicht tun. Das Ziel von uns allen ist eine zweite Zufahrt, aber erst wenn die Gespräche abgeschlossen sind, werde ich den Stadtrat informieren", so Ritter.

Man würde ihn "zerlegen", wenn er den jetzigen Verhandlungsstand bekannt gäbe, so der Bürgermeister. Auch zum Zeitplan gab Ritter keine Auskunft - nur so viel: "Wenn sich durch die Verhandlungen das neue Wohngebiet um ein Jahr verzögert tut das auch keinem weh." Eine zweite Zufahrt ist wegen des Bahngleises wohl schwer zu verwirklichen: Eine Brücke über die Schienen ist ausgeschlossen, eine Unterführung unrealistisch - bliebe nur noch ein ebenerdiger Bahnübergang.

Volksfest "für immer gestorben"?

Die Gemeinschaftsunterkunft am Volksfestplatz.

Auch zum Thema Volksfest musste der Bürgermeister erneut Stellung beziehen. Am alten Volksfestplatz steht seit vorigem Jahr eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber, woran sich in den kommenden zehn Jahren nichts ändern wird. Nach einer Unterschriftensammlung einigte man sich im Herbst auf den Kompromiss, das neue Familien-Herbstfest in der Innenstadt künftig auszubauen. 

"Ist ein neuer Volksfestplatz damit für immer gestorben?" Außerhalb der Innenstadt sei ein solch großer Grund kaum zu bekommen und im Zentrum sei Wohnen schlicht wichtiger, meinte Ritter. "Das Volksfest hat in Traunreut doch immer nur schwer funktioniert und wurde stark subventioniert. Wann sind die Leute wirklich gekommen? Genau, als es die Markerl gab", so der Bürgermeister. 

Ritter ist überzeugt, dass auch an den Stadtgrenzen ein Volksfest nicht funktionieren würde - im Gegensatz dazu könnten beim Familien-Herbstfest die Leute problemlos auch zu Fuß heimgehen. Das Herbstfest könne auf einige Tage ausgeweitet werden und soll ein fixer Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt werden.

xe

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