Schulleiter und Schulbusfahrer aus Traunreut und Rosenheim äußern sich

Corona: Kritik und Optimismus zum Schulstart in der Region

Rosenheim/Traunreut - Am Montag, den 27. April geht auch in der Region die Schule für Abschlussjahrgänge wieder weiter. Wir haben mit dem Schulleiter des  Gymnasiums in Traunreut und einem Busunternehmer gesprochen, wie sie sich auf den Schulstart vorbereiten.

"Wir bereiten uns natürlich vor", sagt  Matthias Schmid, Schulleiter des Johannes-Heidenhain Gymnasium in Traunreut im Gespräch mit chiemgau24.de. Warum? Kultusminister Michael Piazolo hat auf der Pressekonferenz am Mittwoch, 22. April, über das weitere Vorgehen an bayerischen Schulen informiert. Demnach werde sich der Schulunterricht in Bayern in den kommenden Wochen und Monaten grundlegend verändern. Ab Montag, den 28. April geht es für die Schüler, die in diesem Jahr ihren Abschluss haben wieder los. Auch in unserer Region bereiten sich die Schulen auf Montag vor.


"Wir haben uns mit dem Landratsamt, das Fachaufwandsträger ist und mit der benachbarten Realschule abgesprochen. Man macht sich ja Gedanken, was so kommen könnte und man hat schon ein bisschen vorgearbeitet in den Osterferien, dass wir sicher und gut starten können." Am Mittwoch habe die Schule für die Q12 einen neuen Stundenplan erstellt. "Der ist schön kompakt, weil wir ja auf die anderen Mitschüler noch keine Rücksicht nehmen müssen." Auch räumlich könne der Unterricht mit dem Abiturjahrgang sehr gut stattfinden. "Wir haben viel Platz", so Schmid. 

OStD Matthias Schmid, Schulleiter des Johannes-Heidenhain Gymnasium in Traunreut.

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Dieses Jahr herrscht am Johannes-Heidenhain Gymnasium sowieso eine Sondersituation, denn es ist nur ein sehr kleiner Jahrgang mit 40 Abiturienten. Normal seien es 60 bis 70 Schüler. Zu den Maßnahmen meint Schmid: "Natürlich hätte man drüber nachdenken können, mit der Q12 bereits diese Woche wieder anzufangen, aber das ist von der Organisation her so leichter. Dass es peu a peu anfängt, ist sicherlich richtig." Laut Schulleiter hätte man das nicht geschafft, mit voller Schülerzahl wieder zu starten. "Dann hätte man die Hygienemaßnahmen nicht umsetzen können. Das langsame Herantasten ist sicher der richtige Weg." Die Schulschließungen generell seien für Schmid, von dem nahe Verwandte schwer an COVID 19 erkrankt sind, unvermeidbar gewesen. "Deshalb kann ich es ganz gut nachfühlen, wenn es einem nahe kommt, was das dann bedeutet".

Wie bereiten sich Schulbusfahrer vor?

Nicht nur die Schulen selber, sondern auch die ÖPNV-Unternehmen müssen sich auf den schrittweisen Wiederbeginn der Schulen vorbereiten. Doch das ist gar nicht so einfach, wie Ingmar Töppel, Geschäftsführer des Stadtverkehr Rosenheim im Gespräch mit rosenheim24.de erzählt. "Ich kann mich schlecht vorbereiten, weil ich keine Zahlen bekomme. Ich weiß nicht wie viele Klassen ab Montag wieder Unterricht haben und aus welchem Stadtgebiet wie viele Schüler kommen, die in die weiterführenden Schulen müssen." 

Am Montag werde er daher seinen Arbeitstag in der Früh um 4.30 Uhr beginnen. "Um 6.30 Uhr werde ich dann in einem Bus sitzen und warten, wo es irgendwie brennt und dann rücke ich aus", so Töppel. Die Mitarbeiter die er jetzt noch habe, auf die könne er sich verlassen. 40 Prozent seines Fahrdienstes sei vor Corona in den Krankenstand gegangen, erzählt Töppel. "Wir versuchen das Beste und helfen im Rahmen unserer Möglichkeiten gerne mit, dass wir das schaffen."

So wird der Unterricht die kommenden Wochen aussehen

Der weitere Ablauf und die Rahmenbedingungen, wie Schüler unterrichtet werden können, wird laut Kultusminister nicht nur von der Entwicklung der bayernweiten Fallzahlen abhängen, sondern auch davon, wie sich die Wiederaufnahme des Schulbetriebs gestalten wird.

Jeder Schüler wird in den Klassenzimmern einen Einzelplatz bekommen. Alle Tische müssen 1,5 Meter entfernt voneinander stehen, um den Mindestabstand einzuhalten. Auf Gruppenarbeit wird vollständig verzichtet. Es wird sogar für den Gang zur Toilette Regelungen geben. Zwar gilt ab Montag in den Schulen ein Maskenangebot für Lehrer und Schüler, aber eine Pflicht zum Tragen besteht nicht. Auf dem Schulweg – das betrifft neben den Busfahrten auch die Bushaltestellen – gilt hingegen die bayernweite Maskenpflicht, die in Rosenheim schon am 22. April in Kraft getreten ist.

Angekündigt hat der Kultusminister auch, dass eine maximale Klassenstärke von zehn bis 15 Schülern nicht überschritten werden soll. Ab dem 27. April beginnt für alle Abschlussklassen wieder der Unterricht. Zwei Wochen später, am 11. Mai, dürfen wieder all diejenigen Schüler an die Schulen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen, sowie die Übertrittsklassen der Grundschulen. Der Beginn der Abiturprüfungen bleibt planmäßig beim 20. Mai. Für alle anderen Schüler gibt es noch kein Datum, an dem für sie der Unterricht in den Schulen weitergeht.

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