Mann stirbt bei Brand in Traunreut, Ehefrau in Lebensgefahr

Nachbarin zu Todesdrama: "Man kann sich das gar nicht vorstellen..."

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Dass die 76-jährige Bewohnerin der Traunreuter Doppelhaushälfte den Brand überlebt, kann derzeit nur gehofft werden. Laut Polizei schwebt sie in Lebensgefahr. Für ihren Mann kam jede Hilfe zu spät. 

Traunreut - Seine Frau konnte noch gerettet werden, doch für einen 79-Jährigen kam leider jede Hilfe zu spät. Er starb beim Brand einer Doppelhaushälfte am Mittwochabend in Traunreut. Wir haben mit den Nachbarn über die schlimmen Stunden gesprochen.

Ganz Traunreut scheint in Trauer. Immer wieder kommen Anwohner am Haus im Permoserweg vorbei, bleiben stehen und können nicht fassen, was in der Nacht zuvor passiert ist. Wohl innerhalb weniger Minuten stand das Obergeschoß der Doppelhaushälfte in Traunreut in Flammen. Ein 79-Jähriger stirbt, seine 76-jährige Frau schwebt in Lebensgefahr. Die Brandursache ist noch nicht klar.


"Ich bin fast durchgedreht. Ich hatte solche Angst"

Waltraud Reissig musste es hautnah miterleben. Sie bewohnt mit ihrem Mann die andere Hälfte des Doppelhauses. Im Gespräch mit chiemgau24.de wirkt sie am Donnerstagvormittag wieder gefasst - doch einige Stunden zuvor sah es noch ganz anders in ihr aus: "Es gab einen Punkt, wo ich dann die Flammen gesehen habe, da bin ich fast durchgedreht. Ich hatte solche Angst." 

Großeinsatz der Feuerwehr am Mittwochabend in Traunreut

 © FDL/Lamminger
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Kurz vor 22 Uhr war es, als ihr Mann gerade ins Bett gehen wollte, berichtet Reissig: "Auf einmal schrie er 'Es brennt, es brennt' und dass ich Feuerwehr und Polizei anrufen soll." Auch den Sohn der Nachbarn verständigten sie noch telefonisch - dann verließ man fluchtartig das Haus. Auf der Straße sahen die Reissigs dann das ganze Ausmaß: "Vorne und hinten schlugen die Flammen heraus, auf beiden Seiten der anderen Doppelhaushälfte. Man kann sich das gar nicht vorstellen." 

Nachbarn berichten von Schreien aus den Flammen

Waltraud Reissigs Mann hörte, bevor er den Brand bemerkte, die Schreie des 79-jährigen Nachbarn. "Mein Mann dachte zuerst, dass auf der Straße randaliert wird, bis uns dann klar wurde, wer das sein musste", so Reissig. Auch die Schläge des Nachbarn gegen die Jalousien hörte Waltraud Reissig noch - "und dann war plötzlich Ruhe", sagt sie nach innen gekehrt. Ein enges Verhältnis habe man nicht gepflegt, und doch aufeinander geschaut, nicht zuletzt wegen des hohen Alters des verunglückten Ehepaars. 

Auf dem Foto vom Donnerstagvormittag wird sichtbar, dass das Obergeschoß nahezu komplett ausbrannte. Die Feuerwehr musste mit Hilfe eines Kranwagens das Dach öffnen. Die andere Doppelhaushälfte ist - abgesehen vom Löschwasser - fast unversehrt geblieben. 

"Durch die Photovoltaikanlage hat es immer wieder zu Brennen angefangen", beschreibt Reissig ihre Eindrücke der vorigen Nacht. Auch die Polizei berichtet, dass sich die Löscharbeiten der Feuerwehr wegen der PV-Anlage als "äußerst schwierig" gestalteten. Erst sechseinhalb Stunden nachdem der erste Notruf abgesetzt wurde, konnten die Löscharbeiten eingestellt werden. 110 Einsatzkräfte waren am Traunreuter Permoserweg beschäftigt

Feuerwehr konnte Übergreifen der Flammen verhindern 

Die Reissigs hatten dagegen Glück: Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf ihre Doppelhaushälfte noch verhindern. Durch die intensiven Löscharbeiten sind die Böden nass und das Dach beschädigt, "aber sonst ist nichts passiert", so die Waltraud Reissig. Trotzdem wird es wohl Wochen dauern, bis man wieder einziehen kann. Derweil übernachten die Reissigs bei Freunden, einige Häuser weiter. Die Polizei vermutet den Sachschaden im mittleren sechsstelligen Eurobereich. 

xe

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