2300 Mitglieder vor ungewisser Zukunft

TuS-Auflösung: Kommt jetzt die Wende?

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Das Vereinsgelände des TuS Traunreut.
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Traunreut - Die Zukunft ist ungewiss: Findet sich kein Vorstand wird der Verein Ende Juli aufgelöst. Inzwischen steht es Spitz auf Knopf - doch seit Montag keimt plötzlich wieder Hoffnung auf.

Am Montagabend kamen die zwölf wichtigsten Köpfe zusammen: Der scheidende TuS-Vorstand um Claudia Schmid, Kassierin Christine Grafetstätter, die Abteilungsleiter, Traunreuts Sportreferent Bernhard Seitlinger und zweiter Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. "Jetzt bin ich guter Dinge, dass der TuS am Leben erhalten werden kann", so Fußball-Abteilungsleiter Markus Tesche gegenüber chiemgau24.de.

Erste Verantwortungsträger wohl gefunden

Fußball-Abteilungsleiter Markus Tesche.

Vier bis fünf Leute kristallisierten sich in der zweistündigen Sitzung heraus, die sich bereit erklärten, einen künftigen Vorstand alsKassier, Jugendleiter oder Baureferent unterstützen zu wollen. Auch wenn sich noch immer niemand gefunden hat, der den Vorstandsvorsitz übernehmen will, ist das ein erstes positives Signal für die Zukunft des Vereins mit knapp 2300 Mitgliedern: "Noch traut sich keiner ran, aber jetzt bin ich sehr zuversichtlich, dass sich auch ein Vorstand findet", so Tesche.

Auch aus der Politik kamen gute Zeichen: "Seitlinger und Dangschat haben uns versichert, den TuS nicht im Regen stehen zu lassen", so Markus Tesche. Ein konkretes Versprechen oder finanzielle Zusagen konnten sie nicht geben, "aber sie haben ihre Unterstützung zugesagt", so Tesche. Nach der Jahreshauptversammlung des Vereins am 28. April wurden nun auch innerhalb der Stadtratsfraktionen Gespräche geführt, wie es mit dem TuS weitergehen kann. In zwei Wochen wird es das nächste Treffen des Gremiums geben, dann auch mit Bürgermeister Ritter.

Teure Sanierung der Halle als größtes Problem

Einer der Knackpunkte: Die Turnhalle des TuS. Rund drei Millionen Euro würde eine Sanierung kosten, auch die Sportplatzgaststätte und die Sanitärräume müssten auf Vordermann gebracht werden. "Der Verein hat keine Rücklagen, um das alles zu machen", so Fußball-Abteilungsleiter Tesche. 

Vor etwa einem Jahr kündigte die Vorsitzende Claudia Schmid an, dass sie und Kassierin Grafetstätter aufhören wollen. In all den Monaten konnte (noch) kein Nachfolger gefunden werden. Bis zum 28. Juli führt sie den Verein noch kommissarisch - spätestens dann muss ein neuer Vorstand gewählt werden. Wird auf einer neuerlichen Versammlung des TuS auch dann kein Vorstand gewählt, müsste Schmid den Verein beim Amtsgericht als "handlungsunfähig" melden. 

Was, wenn kein Vorstand gefunden wird?

Findet sich auch Ende Juli kein Vorstand müsste Schmid den Verein beim Amtsgericht als "handlungsunfähig" melden. Theoretisch würden die Liegenschaften des Vereins - Sportplätze, Halle, Gaststätte - dann an die Stadt Traunreut übergehen. 

Bürgermeister Ritter ließ aber bereits durchblicken, dass die Stadt den Verein auf keinen Fall führen werde. Übernimmt die Stadt den Verein nicht, fallen die Liegenschaften an den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV). Doch womöglich wurden am gestrigen Montag die Weichen gestellt, dass es soweit nicht kommen muss.

Ob Auflösung oder nicht: Die Zukunft des Traunreuter Fußballs könnte sich in den kommenden Jahren ohnehin gravierend ändern. Lesen Sie dazu einen weiteren Artikel am Mittwoch.

xe

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