Geothermie-Bohrungen gestartet

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Traunreut - Mit dem so genannten "Meißelanschlag" wurden am Dienstag die Tiefbohrarbeiten für das Geothermiekraftwerk offiziell begonnen.

Rund 120 geladene Gäste waren Zeuge, als Landrat Hermann Steinmaßl Bürgermeister Franz Parzinger, Dr. Raimund König, Geschäftsführender Gesellschafter der Grünwald Equity Geothermie GmbH, und Thomas Neu, Geschäftsführer der Geothermischen Kraftwerksgesellschaft Traunreut, gemeinsam symbolisch auf den roten Knopf drückten und damit den Beginn der ersten Bohrung einläuteten.

Eindrücke vom Meißelanschlag

Meißelanschlag für Tiefbohrungen

Die Grünwald Equity Geothermie GmbH wird über Ihre Tochtergesellschaft, die Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH, bis zur Inbetriebnahme rund 65 Millionen Euro in Bohrungen und Kraftwerk investieren. Dieses Kraftwerk wird das lokale Fernwärmenetzwerk versorgen und geothermalen Strom liefern. Sowohl die Stadt Traunreut als auch der Kreis Traunstein unterstützen das Projekt sehr, da es einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der energie- und klimapolitischen Ziele leistet.

Bohrungen bis 5.000 Meter in die Tiefe

Bis zu einer Tiefe von fast 5.000 Metern soll der Bohrmeißel ab Ende Januar in die Erde vordringen, erwartet werden dort Wasser führende Schichten mit Temperaturen von circa 130 Grad Celsius. Mit den Bohrarbeiten ist die Angers Söhne Bohr- und Brunnenbaugesellschaft aus Hessisch-Lichtenau beauftragt, die mit der elektrohydraulischen Bohranlage "Innovarig" modernste Technologie zum Einsatz bringt. Diese arbeitet zuverlässig und sehr leise und ist deshalb für den wohnortnahen Einsatz ausgelegt. Bis zu 20 Meter lange Rohrstücke werden während der Bohrung miteinander verbunden, um die notwendige Tiefe zu erreichen. Zwei Bohrungen ergeben ein System ("Doublette" genannt) zur Förderung des heißen Wassers, das nur thermisch genutzt wird, und danach in die Entnahmeschicht zurückgeführt wird.

Der wichtigste Faktor für den erfolgreichen Verlauf der Bohrungen ist die Identifikation von Thermalwasser führenden Strukturen, welche auf Basis einer 3D-Seismik bestimmt wurden. Diese Informationen sollen durch eine weitere seismische Untersuchung, eine so genannte "in-Bohrlochseismik" zusätzlich präzisiert werden.

Nach Abschluss der ersten Bohrung wird die Bohranlage um 7,5 Meter seitlich verschoben, um eine zweite Bohrung in den Malmkarst des nordalpinen Molassebeckens niederzubringen. Diese Bohrung dient dazu, das abgekühlte Wasser wieder in die Erde zurückzuführen.

Kraftwerk soll Ende 2012 gebaut werden

Nach dem positiven Fündigkeits- und Leistungstest der beiden Bohrungen sollen Ende 2012 die Arbeiten für den Kraftwerksbau beginnen. Nach Montage der Wärmetauscher, der Turbine und des Wärmeüberträgers für das Fernwärmenetz der Stadtwerke Traunreut kann die Anlage eingefahren werden und ans Netz gehen, um Ende 2013 Fernwärme und Anfang 2014 Strom zu liefern. Die moderne Geothermieanlage ist auf 10 Megawatt thermischer Leistung ausgelegt und kann rein rechnerisch sowohl die 21.000-Einwohner-Stadt im Südosten Bayerns problemlos mit umwelt- und klimaschonender Heizwärme aus dem Erdinneren versorgen als auch Strom liefern. Und das für eine Dauer von mindestens 30 Jahren.

Pressemitteilung Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut mbH / redch24

Rubriklistenbild: © tj

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