Kommunalwahlkampf mit Bundesthemen?

AfD im Kreis Traunstein: "Wir müssen uns noch justieren"

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Am Mittwochabend beim Wahlkampfauftakt der AfD in St. Georgen bei Traunreut, von links: Andreas Füssel (Platz 1 der Kreistagsliste), Corinna Miazga (Bundestagsabgeordnete) und Oliver Krogloth (Bürgermeisterkandidat für Traunreut).

Traunreut - Bisher spielte sich die Kandidatenkür bei der AfD im Geheimen ab, nun startete man - öffentlich - in den Kommunalwahlkampf. Doch die Lokalpolitik stand im Hintergrund.

Es sollte der große Wahlkampfauftakt für die Kommunalwahlen im März werden, doch im Mittelpunkt standen dann doch vor allem Bundestagsabgeordnete: Der Alternative für Deutschland (AfD) gelang es am Mittwochabend beim Dorfwirt in St. Georgen nicht, ihr lokalpolitisches Profil zu schärfen. "Wir stehen ja erst am Anfang und müssen uns noch justieren", so Kreisvorsitzende Jacqueline Kretschmer im Anschluss gegenüber chiemgau24.de.


Wahlkampfauftakt der AfD in St. Georgen

Acht der AfD-Kandidaten für den Kreistag stellten sich in kurzen Statements vor. Die zwei Minuten Redezeit sollten nicht überschritten werden, die kommunalpolitischen Ziele von Listenführer Andreas Füssel oder Traunreuts Bürgermeisterkandidat Oliver Krogloth blieben also recht vage. Zugeschnitten war der Abend dagegen auf zwei Bundestagsabgeordnete der AfD aus Niederbayern, Stephan Protschka und Corinna Miazga denen jeweils rund 20 Minuten eingeräumt wurden. 

Ein Teil der Traunsteiner Kreistagskandidaten der AfD sowie Kreisvorsitzende Jacqueline Kretschmer (dritte von links), die Bundestagsabgeordneten Miazga und Protschka (vierte und fünfter von links), sowie der Landtagsabgeordnete Andreas Winhart (rechts). 

"Man kann uns blind wählen, weil wir die einzigen sind, die sich gegen diesen Nonsens wehren", so Miazga und ihr Bundestagskollege Protschka ist überzeugt: "Wir haben die Leute von nebenan." In den Reden der beiden gab es den erwarteten Rundumschlag gegen die anderen Parteien, vor allem gegen die Grünen und Claudia Roth. Miazga und Protschka kritisierten vor allem die Energiewende, Bürokratie, die "politische Korrektheit" und man sah die Meinungsfreiheit in Gefahr

Die Schwerpunkte der AfD-Kandidaten aus dem Landkreis

Und die heimischen Kandidaten der AfD? Aufgabe sei es, die "bedrohte Kultur zu bewahren", begann Traunreuts Bürgermeisterkandidat Krogloth seinen Beitrag. Man müsse zeigen, dass man vor den Leuten der AfD keine Angst haben brauche. Explizit warnte er davor, dass die Stadt Traunreut weiter ihre Rücklagen schmelzen lasse und in die Verschuldung rutscht. Andreas Füssel, der die Kreistagsliste anführt, stellte sich hinter die Proteste der Bauern bei der CSU-Klausur in Seeon: "Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen."

Oliver Krogloth tritt für die AfD als einer von insgesamt sieben Bürgermeisterkandidaten in Traunreut an. 

Die weiteren Kandidaten der AfD-Kreistagsliste - nur etwa ein Drittel stellte sich vor - rissen die verschiedensten Themen und Schwerpunkte an. Erwin Schnappinger sprach sich gegen Verbote und Abgaben in der Klimapolitik aus, Joachim Bernshausen betonte die Wichtigkeit der "Würde im Alter" und der persönlichen Betreuung in Seniorenheimen, Julian Schober verurteilte in der Energiepolitik neue Wasserkraft und Windkraft im Landkreis und laut Peter Kunte sei die AfD "die einzige demokratische Partei, sonst niemand"

Kreisvorsitzende Kretschmer verwies auf weitere folgende Veranstaltungen der AfD, in denen man mehr auf das Lokale eingehen wolle. Der Saal im Dorfwirt war aber gut gefüllt. Auch AfD-Delegationen aus dem Berchtesgadener Land, Erding oder Waldkraiburg wurden begrüßt. 

xe

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