Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Traunreut

18 Fragen an Christian Stoib (SPD)

Will in Traunreut Bürgermeister werden: Christian Stoib (SPD).
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Will in Traunreut Bürgermeister werden: Christian Stoib (SPD).

Traunreut - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Traunreut wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Christian Stoib (SPD).

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Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Christian Stoib


2. Partei

Liste 5 SPD

3. Alter

51

4. Wohnort

seit 2000 in Traunreut, Stein an der Traun

5. Geburtsort

Bruckmühl, Landkreis Rosenheim

6. Familienstand

7. Kinder

3

8.  Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

  • Vorsitzender der SPD Traunreut Anfang der 2000er bis 2012. 
  • Auch tätig im Kreisvorstand und Delegierter für diverse Gremien auf Landesebene. 
  • 2012 bis 2014 stellvertr. Vorsitz im Ortsverband. 
  • 2014 in den Stadtrat gewählt und von der Fraktion als Fraktionssprecher gewählt. 
  • Seit 2016 wieder SPD Vorsitzender in Traunreut. 
  • 2020 Bürgermeisterkandidat der SPD Traunreut.

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Kommunalpolitisch gibt es einige Vorbilder, z.B. Else Pradella, Heide Bär. Andere politische Vorbilder sind auch Kurt Schumacher, Willy Brandt oder auch Otto Wels.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Traunreut ist weltoffen und unheimlich sozial eingestellt. Das liegt vor allen Dingen an den Bürgern verschiedener Nationalitäten die sich hier niedergelassen haben. Es ist eine unheimlich schöne Akzeptanz und Toleranz hier spürbar. Das gilt für die Kernstadt und die Ortschaften um Traunreut. Die Misstöne sollte man gar nicht verstärken.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Weil Traunreut eine Arbeiterstadt ist mit den meisten Industriearbeitsplätzen im Landkreis. Drei bedeutende große Firmen befinden sich auf dem Stadtgebiet und viele Bürger leben von dem was sie in diesen Firmen verdienen. Da braucht es einen Bürgermeister, der sich mit den Arbeitsbedingungen in der Industrie auskennt. Es kommt viel Veränderung auf die Arbeitnehmer in den nächsten Jahren zu. Da wird ein Stadtoberhaupt benötigt, das die Zusammenhänge versteht und die Ängste der Bürger ernstnimmt. Es ist auch so, dass die SPD die einzige Partei in Traunreut ist, die sich offen gegen die aufkommenden faschistischen Tendenzen entgegenstellt. Es ist notwendig, den Traunreutern auch Mut zu geben, sich den rechten Strömungen entgegenzustellen.

12.  Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

In der zurückliegenden Periode wurde im Stadtrat um die beste Lösung gerungen. Da es nicht immer nur eine Lösung gab, wurde im Stadtrat teilweise vieles zerredet und wenn ein Beschluss nicht passte, wurde er wieder und wieder in veränderter Form im Stadtrat behandelt. Das ist eine Sache, die sich deutlich verbessern muss. Ich halte es für nicht gut, wenn, wer auch immer, einen Beschluss, nur weil er ihm nicht passt, immer wieder neu auf die Tagesordnung setzt. Umso erfreulicher war die große Unterstützung unseres Vorschlages zum gemeinsamen Bau der VHS und Bücherei. Und das fraktionsübergreifend. Hier war eine Einigkeit greifbar, obwohl von außen ein Keil vorangetrieben wurde, der jetzt für Zusammenhalt wirbt. Die Umsetzung wird aber in meinen Augen nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vorangetrieben.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Die Herausforderung für die kommenden Jahre sind eindeutig die Sanierung der Innenstadt, die Neugestaltung des Munaparks und endlich der Neubau der VHS/Bücherei. Auch gilt es sich intensiv um die Ausweisung von Bauland zu bemühen. Es gibt Pläne, die nun endlich umgesetzt werden müssen. Die Bundesstraße bei St. Georgen. Auch hier muss ein Bürgermeister sich einmischen und im Sinne der Bürger mitreden. Eine Ampelanlage auf einer Bundestraße kann nicht im Sinne der Bürger sein.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Es geht mir darum, die Stadt fit für die Zukunft zu machen. Die Digitalisierung in der Arbeitswelt wird sich auch auf das Leben der Bürger auswirken. Hier braucht es intelligente Überlegungen. Ein Punkt ist deshalb, dafür zu sorgen, dass die Daseinsvorsorge weiter in die städtische Hand übergeht. Es wurden bereits die richtigen Schritte mit dem Strom-und Gasnetz gegangen, aber hier muss weitergedacht werden. Es geht darum, die vielen Wohnungssuchenden die Möglichkeiten bieten, sich in Traunreut niederzulassen. Wer hier arbeitet, soll auch hier wohnen können. Aufenthaltsplätze für die Allgemeinheit, die Allgemeine Bildung (VHS und Bücherei) und kommunikativer öffentlicher Raum muss entstehen.

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Durch die Ablehnung unseres Antrages im Jahr 2014 hat es sich der Stadtrat für die Zukunft unnötig schwer gemacht, staatliche Förderungen zum Bau von bezahlbarem Wohnraum einzusetzen. Es muss deshalb Aufgabe des Stadtrates sein, sich aktiv in die Baupolitik einzumischen. Die Mieten in Traunreut sind auffällig gestiegen. Ein qualifizierter Mietspiegel, wie von der Staatsregierung empfohlen, muss endlich für Traunreut erstellt werden. Die Verdichtung der Innenstadt durch Aufstockung kann der Bürgermeister und Stadtrat mitgestalten und voranbringen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Dieses Thema ist immens wichtig. Mit meinen Kindern rede ich täglich über die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen. Es gibt viele gute Ideen, aber an der Umsetzung hapert es. Leider sieht nicht jeder die Notwendigkeit. Das ärgert die Generationen nach uns immens. In Traunreut wäre erstmal eine Baumschutzverordnung denkbar, um nicht willkürlich jeden beliebigen Baum zu entfernen. Auch die Überlegung, alle neuen Baugebiete umweltfreundliche Energiequellen anzubieten, ist vorrangig. Die Stadtwerke sind hier besonders zu fördern. Sie müssen die zentrale Anlaufstelle sein und Energieberatungen durchführen können. Auch muss der Handel mit lokalen Produkten ausgeweitet werden. Es ist nicht immer notwendig vieles über weite Strecken liefern zu lassen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Durch einen Kompromissvorschlag der SPD war es möglich, dass Traunreut eine der ersten Städte im Landkreis war, die ein Glyphosatverbot einführten. Das gelang in Zusammenarbeit mit den Bauern. Eben im Austausch. Die Lebensgrundlage der Landwirte darf nicht entzogen werden, gleichzeitig bin ich sehr wohl der Meinung, dass mit den Landwirten vieles möglich ist, wenn sie gehört werden. Ein Handel der lokal erzeugten Produkte, wie unter Punkt 16 bereits erwähnt, muss möglich sein. Der Konsument hat am Ende die Entscheidung zu treffen was er möchte. Der Artenschutz und die Artenvielfalt ist doch nicht alleiniges Interesse von Wenigen, sondern von allen. Zum Reden gehören aber immer Zwei.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Ich hab die Stadtratspolitik in den letzten 6 Jahren kennen- und schätzen gelernt. Eine vernunftgeleitete Diskussion ist das A und O einer Sitzung. Das ist Grundbedingung einer Demokratie. Deshalb ärgert es mich auch, wenn von außen unreflektiert und grundlos eine große Missstimmung in den Stadtrat hineingeredet wird. Es ist das Wesen einer Demokratie nicht immer einer Meinung zu sein und dazu gehört aber auch, die Mehrheitsentscheidung zu akzeptieren. Deshalb ist meine Bitte, wählen Sie mit Bedacht demokratische Parteien und verhindern Sie Parteien, die mit der freien Demokratie nur spielen wollen. Gehen Sie wählen und wählen Sie Liste 5 – SPD und wählen Sie mich als Ihren Bürgermeister für eine zunftsfähige, moderne ,weltoffene Arbeiterstadt.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

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