Kommunalwahl Bayern 2020: Bürgermeisterkandidat für Traunreut

18 Fragen an Markus Schupfner (Bayernpartei)

Bürgermeisterkandidat von Traunreut: Markus Schupfner (Bayernpartei).
+
Bürgermeisterkandidat von Traunreut: Markus Schupfner (Bayernpartei).

Traunreut - Am 15. März 2020 finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Auch in Traunreut wird der Bürgermeister gewählt. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Dieses Mal: Markus Schupfner (Bayernpartei).

Homepage/Social-Media-Kanäle:


Die Antworten auf unseren Fragebogen:

1. Name

Markus Schupfner


2. Partei

Bayernpartei / Liste 8

3. Alter

42 Jahre

4. Wohnort

Anning (seit 42 Jahren)

5. Geburtsort

Trostberg

6. Familienstand

verheiratet mit meiner Frau Susanne

7. Kinder

3 im Alter von 21, 11 und 9 Jahren

8. Wie verlief Ihre bisherige politische Karriere?

Ich bin seit 6 Jahren Kreisrat im Landkreis Traunstein und dort in verschiedenen Ausschüssen tätig: 

  • Jugendhilfeausschuss 
  • beratendes Mitglied im Jugendparlament 
  • KEVA bzw. Landkreisentwicklungsausschuss 
  • Haushaltsausschuss u. Bayernpartei – Fraktionssprecher für den Haushalt im Kreistag 
  • Aufsichtsrat von der Wirtschaftsförderungs-GmbH im Landkreis Traunstein 

Bei der Bayernpartei bin ich stellvertretender Kreisvorsitzender im Landkreis Traunstein

9. Wer sind Ihre politischen Vorbilder?

Hier gibt es viele gute Beispiele. Ein richtiges Vorbild habe ich aber nicht. Ich möchte ja nicht jemand nacheifern, sondern meinen eigenen Weg gehen. 3 Namen möchte ich aber an dieser Stelle dann doch noch loswerden. All diese Persönlichkeiten schätze ich sehr. Georg Schützinger aus Grabenstätt. Er war dort 36 Jahre ein hervorragender Bürgermeister. Alois Glück aus Hörzing hat ein richtig tolles Lebenswerk vollbracht. Und unseren aktuellen Landrat Siegfried Walch. Nicht umsonst unterstützt die Bayernpartei seine Kandidatur zum Landrat für die nächsten 6 Jahre.

10. Was verbindet Sie mit Ihrer Kommune? Was ist das Besondere Ihrer Kommune?

Der Zusammenhalt bei uns in den ganzen Vereinen, bei den Hilfsorganisationen und vor allem die vielen Ehrenamtlichen, bereichern täglich unsere Gesellschaft und Gemeinschaft. Diese ganzen Menschen, die sich hier engagieren, bedeuten für mich Heimat. Ebenso gefällt mir, daß wir für junge und alte Menschen eine große Bandbreite an Möglichkeiten vorfinden. Ein Meilenstein ist hier vor allem der Neubau von VHS und Bücherei. Dies soll aus meiner Sichte eine Begegnungsstätte und Mittelpunkt von unserer Stadt Traunreut werden. Mir sind die Familien und vor allem Kinder ganz wichtig. Deshalb brauchen wir so schnell wie möglich finanzierbaren Wohnraum. Unsere Natur und ländliche Struktur in den Außenbereichen bereitet mir täglich viel Freude und das möchte ich auch so erhalten und mit Radwegen vervollständigen. Ganz besonders gefällt mir auch die Musikschule in Traunwalchen.

11. Warum sind Sie genau der Richtige?

Ob ich der richtige Bürgermeister bin, wird sich erst mit der Zeit herausstellen. Das kann ich mit Sicherheit auch nicht selber beurteilen. Das steht mir auch gar nicht zu. Ich bin jemand, der ehrlich ist und eine klare Meinung hat. Das persönliche Gespräch mit meinen Mitmenschen ist mir sehr wichtig zur Meinungsbildung. Unsere Familien und unsere Kinder sind die Basis der Gesellschaft. Mir liegen die ganzen Vereine, Hilfsorganisationen und vor allem das Ehrenamt sehr am Herzen. Dafür setze ich mich mit aller Kraft ein. Ebenso begleiten mich 8 Schlagworte, nach denen ich meine Politik immer ausgerichtet habe: Information, Kommunikation, Transparenz, Zusammenarbeit, Kooperation, Netzwerkbildung, Zukunftsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

12. Was wurde in der vergangenen Amtszeit verpasst? Was wollen Sie besser machen?

Ich bin seit 6 Jahren Kreisrat im Landkreis Traunstein. Daher verfolge ich auch speziell seit dieser Zeit ganz intensiv, was in meiner Heimatstadt Traunreut passiert. Nach meinem Gefühl könnte in der Stadt Traunreut, aber auch vor allem in der ehemaligen Gemeinde Stein und in der ehemaligen Gemeinde Traunwalchen viel mehr passieren. Wir brauchen viel mehr Kooperation anstatt Konfrontation im Traunreuter Stadtrat. Ich glaube, daß hier ein Impuls von außerhalb ganz gut tun würde und sogar dringend notwendig ist. Ich sehe mich als „Brückenbauer“, der parteiübergreifend wieder eine starke Einheit formt. Damit mir das auch gelingt, brauchen wir unbedingt so ca. alle 4 bis 6 Wochen ein sog. „interfraktionelles Gespräch“, bei dem die Fraktionsspitzen, Stadtverwaltung und der Bürgermeister die Stadtratssitzungen entsprechend vorbereiten. Das funktioniert auf Landkreisebene in Zusammenarbeit mit unserem Landrat Siegfried Walch hervorragend. Ich bin der Meinung, daß die ganzen Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, Bauhof, Stadtwerke, etc. eine gute Arbeit leisten und dies auch gewürdigt und respektiert werden muß. Diese ca. 350 Leute verdienen meinen größten Respekt und wir sichern Ihnen die volle Unterstützung zu.

13. Was ist für Sie die größte Herausforderung Ihrer Kommune? Wie stehen Sie dazu und was gedenken Sie zu tun?

Traunreut ist die größte Stadt im Landkreis Traunstein und hat somit auch die meisten Einwohner innerhalb ihrer Kommune. Es gibt hier Leute, die in der Stadt aufgewachsen sind und dort leben. Es gibt aber auch Leute, die auf dem Land (ehemalige Gemeine Stein und ehemalige Gemeinde Traunwalchen) aufgewachsen sind und dort leben. Bei uns im Stadtgebiet leben Menschen aus 103 Nationen. Jede Person ist einzigartig und möchte einerseits gleich behandelt werden. Auf der anderen Seite möchte aber auch jeder Mensch als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen werden. Die größte Herausforderung sehe ich daher in der Bevölkerungsstruktur. Damit man den meisten Bürgern (alle wird man vermutlich leider nie schaffen) irgendwie gerecht werden kann, wird es weiterhin eine Bürgersprechstunde im Rathaus geben. Ich habe immer ein offenes Ohr für Wünsche und Anregungen und kann gut zuhören. Ebenso möchten wir die Bürgerversammlungen wieder in die Fläche bringen, damit wir mehr Bürger erreichen. Ebenso muß die Arbeit im Stadtrat noch viel besser nach außen kommuniziert werden. Weiterhin brauchen wir eine bessere Informationspolitik und Öffentlichkeitsarbeit.

14. Was sind – neben den größten Herausforderungen – Ihre drei wichtigsten Ziele in den kommenden sechs Jahre? Was wollen Sie für die Menschen in ihrer Kommune erreichen?

Als erstens werden wir eine gemeinsame Klausurtagung mit allen Fraktionsvorsitzenden machen, um die Ziele im Traunreuter Stadtrat miteinander zu definieren und festzulegen. Das größte Problem in Traunreut und auch im dazugehörigen Umland sehe ich darin, daß die Stadt Traunreut in der Vergangenheit beim Kauf von Grundstücken versagt hat. Hier möchte ich aktiv auf unsere Landwirte zugehen und fair mit Ihnen verhandeln. Leider helfen die besten Ideen nichts, wenn man keine Flächen hat, um diese Vorhaben dann auch verwirklichen zu können. Innerhalb der Stadt gibt es zu viele Leerstände. Wir brauchen aber für unsere einheimische Wirtschaft einfach mehr Platz, um den Gewerbetreibenden und Dienstleistern Erweiterungsperspektiven bei uns im Stadtgebiet aufzeigen zu können. Ein großes Ziel ist es, daß wir die Jugend bereits früher in die ganzen Themen der Stadtpolitik mit einbinden. Daher möchte ich ein Jugendparlament in der Stadt Traunreut einführen, so ähnlich wie es bereits im Landkreis Traunstein schon ganz gut etabliert ist und hervorragend angenommen wird. Die einzelnen Referenten im Stadtrat sollen wieder die verantwortungsvolle Stellung bekommen, die Ihnen auch zusteht. Selbstverständlich sind für mich eine gute Zusammenarbeit mit den 8 Nachbargemeinden (z.B. beim Straßen- und Radwegebau). Ebenso selbstverständlich ist für mich eine gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis Traunstein (z.B. beim ÖPNV oder auch mit der Wohnungsbau GmbH).

15. Bezahlbarer Wohnraum ist bei uns Mangelware. Wie sehen Sie die aktuelle Situation in Ihrer Kommune und was gedenken Sie hier zu tun?

Die angefangenen Baugebiete wie z.B. Stocket, müssen endlich vorangebracht und auch abgeschlossen werden. Wir müssen selbstverständlich in der Innenstadt noch weiter verdichten. Das gelingt uns vor allem dann, wenn wir den Ausbau von bestehenden Dachgeschossen erleichtern. Grundsätzlich muß in der Stadt a bissal höher gebaut werden dürfen und die Parkplätze sollten in einer Tiefgarage sein. Als nächstes müssen wir die Leerstände reduzieren und ggf. sogar neu überplanen. Hier könnte die Wohnungsbau GmbH vom Landkreis Traunstein oder auch die „Neue Heimat e.G.“ in Trostberg ein Schlüssel zum Erfolg sein. Die ländliche Dorfstruktur wollen wir aber auf jeden Fall erhalten. Hier kann man nur punktuell ansetzen und die bestehenden Ortsabrundungen ergänzen oder neu überarbeiten, damit direkte Nachkommen die Chance bekommen, daheim im Ort zu bauen und zu bleiben. Eventuell schaffen wir das auch mit Bauerleichterungen für Zuhäuser oder Betriebsleiterwohnungen. Auf keinen Fall dürfen wir aber den sozialen Wohnungsbau vorantreiben. Hier haben vor allem unsere Nachbarstädte Traunstein und Trostberg noch großen Nachholbedarf. Auch dies ist ein ganz wichtiger Punkt, daß wir hier mit unseren Nachbarn darüber sprechen und dort auch mal Grenzen aufzeigen.

16. Der Klimaschutz ist im Moment in aller Munde. Wie wichtig ist Ihnen dieses Thema und was gedenken Sie hier zu tun?

Das Thema Klimaschutz wird aktuell sehr heiß gekocht. Ich denke, daß hier jeder bei sich zu Hause schon anfangen und auch etwas tun kann. In Bezug auf die Stadt Traunreut, müssen wir schauen, daß wir unsere Gebäude weiter auf Vordermann bringen, und bei Sanierungen, aber vor allem bei den Neubauten auf moderne Systeme zurückgreifen und klimaneutral bzw. CO² neutral bauen. Es muß geprüft werden, ob Photovoltaikanlagen auf die Dächer gebaut werden können. Dies gilt sowohl für Bestandsbauten der Stadt Traunreut, als auch für Neubauten. Ebenso besteht die Möglichkeit von Fassaden- und Dachbegrünungen. Wir werden das Thema: Klimaschutz in unserem täglichen Alltag immer mit einfließen lassen, und ständig kleine Dinge in dieser wichtigen Angelegenheit unternehmen.

17. Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und neue Düngeverordnung: Wie stehen Sie zu den Protesten der heimischen Landwirte und gedenken Sie in diesem Punkt zu handeln? Falls ja, wie?

Ich kann hier die heimischen Landwirte sehr gut verstehen und ich kann auch die Proteste sehr gut nachvollziehen. Ich möchte in meiner Amtszeit aktiv auf die Landwirtschaft zugehen und MIT (und nicht über) den Landwirten sprechen. Da es sich aber primär mal um ein Thema aus der Landespolitik handelt, wird es schwierig hier groß tätig zu werden. Ich bin aber gerne bereit, wenn konkrete Anliegen aus der Landwirtschaft an mich herangetragen werden, mich an höherer Stelle dafür einzusetzen und für die Landwirtschaft zu kämpfen.

18. Gibt es noch ein wichtiges Anliegen, das Sie Ihren Wählern gerne mit auf den Weg geben würden? Falls ja, welches?

Als erstes möchte ich mich bei allen Leuten bedanken, die mich und auch die ganzen Kandidaten auf unserer Bayernpartei – Liste 8 bislang so stark unterstützt haben. Vor allem seit der Unterschriftensammlung spüren wir einen starken Rückhalt und ein großes Vertrauen in unser Engagement aus der Bevölkerung. Allen Wählern möchte ich noch auf den Weg geben, daß es sich bei der Kommunalwahl um eine reine Persönlichkeitswahl handelt. Es ist nicht entscheidend, bei welcher Partei oder Wählergruppe ein Kandidat ist. Auch beim Bürgermeister kommt es nicht auf die Partei, sondern auf die Persönlichkeit an. Es kommt auch nicht darauf an, wie groß die Wahlplakate sind, wie viele Kopfplakate aufgehängt werden oder wie viele Postwurfsendungen zugestellt werden. Wir haben aus ökologischer Sicht, ganz bewußt auf die große Papierflut verzichtet, weil wir lieber ökologisch und nachhaltig Handeln, als lange darüber zu reden. Darum geben Sie 10 Kandidaten jeweils 3 Stimmen, am besten natürlich von unserer Bayernpartei - Liste, am 15. März.

Anmerkung der Redaktion: Die Antworten der Kandidatin/des Kandidaten wurden 1:1 von der Redaktion übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und müssen deswegen nicht die Meinung der Redaktion widerspiegeln.

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare