Richtungsweisendes Wochenende für Großverein

Krise beim TuS Traunreut vorbei? Was schon feststeht und was nicht

+
Bürgermeister Klaus Ritter (links) und der neue 1. Vorstand des TuS Traunreut, Roger Gorzel, am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung. 
  • schließen

Traunreut - Halle, Wirt, Vorstand: Der TuS stand vor einem Berg von Problemen - doch die Jahreshauptversammlung brachte am Freitag Licht ins Dunkel. Wie es jetzt weitergeht:

"Ich bin froh, dass wir das jetzt hinter uns haben", schnaufte Roger Gorzel am Freitagabend tief durch. Kurz zuvor ging die Jahreshauptversammlung seines TuS Traunreut über die Bühne, die für den Verein einige wichtige Entscheidungen brachte. 

TuS Traunreut hat neuen Vorstand - aber wie wird er arbeiten?

Die lange Führungskrise beim TuS konnte am Freitag beigelegt werden: Roger Gorzel stellte sich zur Wahl als neuer 1. Vorstand und bekam die Stimmen aller 53 DelegierterIm vergangenen Herbst warf der damalige Vorsitzende Hans Mayer das Handtuch (Gorzel: "Es war gut so"), auch zuvor war der Verein rund ein Jahr lang vergeblich auf der Suche nach Führungspersonal. Es brauchte einiges an Überzeugungskraft, bis sich dann auch 2. Vorstände finden ließen: Peter Gronert (Schwimmen) und Josip Brdaric (Kegeln) wurden gewählt. Markus Tesche kandidierte nicht mehr. 

Der neue Vorstand des TuS Traunreut: Peter Gronert, Josip Brdaric und Roger Gorzel. 

"Wir brauchen jetzt aber endlich ein professionelles Management, um den Verein zu führen", so Gorzel. Es wird überlegt, dass der 1. Vorsitzende hauptamtlich arbeiten soll, außerdem könnte eine Wahlperiode des Vorstandes nicht mehr vier, sondern nur noch zwei Jahre dauern. Auch Büroarbeiten und die Verwaltung der 2400 Mitglieder müssen auf neue Füße gestellt werden - allein eine zusätzliche Aushilfskraft würde dazu nicht reichen. 

Stadt gibt kein Geld - könnte aber TuS-Halle übernehmen

Jahr für Jahr steigen die Ausgaben, die der Verein in seine Anlagen investieren muss: 180.000 Euro waren es im vorigen Jahr und es hätte bald viel viel mehr werden können - die Sanierung der TuS-Halle wurde auf 2,4 Millionen Euro geschätzt. "Wir können dem TuS aber nicht einfach einen Zuschuss geben, was würden die anderen Vereine dann sagen?", so Bürgermeister Klaus Ritter auf der Jahreshauptversammlung. Der TuS bat zuvor um 300.000 Euro. "Wie lösen wir trotzdem das Problem? Wir könnten die Halle kaufen", so Ritter weiter.

Wenn die Stadt die TuS-Halle übernimmt wäre dem Vereine eine große finanzielle Last genommen. 

Der Stadtrat muss endgültig darüber entscheiden, aber die Zeichen stehen auf Kauf. Auch der TuS muss natürlich noch zustimmen. Dem Verein wäre damit aber eine große finanzielle Last abgenommen. Wie wäre dann die Belegung geregelt? "Jeder darf hineingehen, es wird den Verein auch nichts kosten", versprach der Bürgermeister mit Blick auf die große Dreifach-Turnhalle. Bei der Kadlec-Halle (Geräteturnen) würde der TuS noch weitere zehn Jahre über die Belegung entscheiden. "Aber alle Konditionen sind noch nicht geklärt", so Roger Gorzel. 

TuS präsentiert endlich neuen Wirt - aber wann sperrt er auf?

Kristijan Turbic wird die TuS-Gaststätte künftig führen. 

Mit Kristijan Turbic konnte Gorzel außerdem endlich einen neuen Pächter für die Gaststätte präsentieren. Er stellte sich kurz vor und versprach "gutes Essen, eine offene Atmosphäre und wir werden hier wieder Leben einhauchen". Lange wurden Gaststätte und Kegelbahn vom TuS renoviert. 21.000 Euro wurden voriges Jahr hineingesteckt, viele TuSler halfen freiwillig mit. Doch bei der Suche nach einem Wirt setzte es laut Gorzel zwischenzeitlich einen "Tiefschlag", viele Gäste habe man verloren: "Aber jetzt ist es vollbracht."

Aber: Einen Eröffnungstermin gibt es bis dato nicht. Noch immer wird in der TuS-Gaststätte gewerkelt, noch ist nicht alles renoviert. Gorzel hofft aber auf eine Eröffnung in wenigen Wochen: "Wir werden jetzt Gas geben", versprach der neue 1. Vorsitzende. Dann hat die Stadt - neben dem k1 - wieder eine Versammlungsstätte für alle Bürger.

Gründung des Traunreuter Sportfördervereins?

Der TuS muss außerdem noch klären, ob er Mitglied im geplanten Sportförderverein wird. Einer der Hintergründe des Vereins: "Für die Stadt wäre es dann einfacher, den Vereinen Zuschüsse zu geben", erklärte Sportreferent Hans-Peter Dangschat. Wahrscheinlich im November trifft man sich zur Gründung. Mit größerer Mehrheit stimmten die Delegierten dafür, dass der TuS in einem ersten Schritt zumindest an den Beitrittsverhandlung dafür teilnehmen soll. "Das kann dem TuS nicht schaden. Wie sich der Verein dann beteiligen wird ist noch offen", so der neue 1. Vorsitzende Roger Gorzel.

Ehrung für 60 Jahre Mitgliedschaft: Liane Kolbe, Ute Dressler (in Vertretung ihrer Enkelin) und Gerhard Andersch. Im Hintergrund Bürgermeister Klaus Ritter und Sportreferent Hans-Peter Dangschat. 

Sportlich kann derweil beim TuS aber nicht von einer Krise die Rede sein. Während der Jahreshauptversammlung spielten die Fußballer gegen Seeon-Seebruck und gewannen klar mit 4:1. Der Aufstieg in die Bezirksliga ist am kommenden Wochenende immer noch drin. 

xe

Zurück zur Übersicht: Traunreut

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT