WOHNUNGSBAU AM LOHS-GRUNDSTÜCK

Anwohnerproteste: Nächster Investor macht Rückzieher

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Traunreut - Die Bebauung der großen Grünfläche zwischen Westend- und Gottfried-Michael-Straße rief Protest bei den Anwohnern hervor. Jetzt schraubt auch der zweite Investor seine Pläne zurück.

Insgesamt sechs neue Wohnblöcke sollten zwischen der Westend- und der Gottfried-Michael-Straße entstehen: Vier durch die "Roman Richter Immobilien GmbH", zwei durch die "brüderl Vision GmbH". Als erster ruderte Brüderl bereits im Oktober zurück und plante statt zwei, nur noch einen Wohnblock. Auf der Stadtratssitzung am Donnerstag machte dann auch die "Roman Richter Immobilien GmbH" Zugeständnisse.

Statt vier Wohnblöcke wird sie nur noch drei bauen, statt 32 werden es dann 28 Wohnungen. Der geplante Innenhof zwischen den Häusern fällt dann also weg, der Kinderspielplatz bleibt. Außerdem sollen die Gebäude nun mit den Stirnseiten in Richtung der Straßen errichtet werden, nicht mit der Breitseite. 

Dem einen noch immer zu viele, dem anderen zu wenige Wohnungen

"Es ist vorbildlich, dass die Investoren auf die Anwohnerbedenken eingegangen sind", so beispielsweise Stadtrat Alfred Wildmann. Auch Ernst Biermaier freute sich über die "entzerrte und grünere" Neuplanung. Doch kritische Meinungen blieben - in beide Richtungen:

Das rote X markiert das Lohs-Grundstück: Vier Wohnblöcke mit 35 Wohnungen werden insgesamt entstehen.

Für Zweiten Bürgermeister Dangschat plant die "Roman Richter Immobilien GmbH" noch immer mit zu vielen Wohnungen, außerdem wäre es nun eine Verschlechterung, dass es Tiefgaragenzufahrten aus beiden Straßen gäbe - denn so würde auch die Gottfried-Michael-Straße stärker belastet. Andere, wie Christian Stoib, störte es wiederum, dass die Pläne abgespeckt wurden: "Wir brauchen die Wohnungen."

Zusammengefasst werden auf der Grünfläche dann also nicht mehr insgesamt sechs Wohnblöcke beider Investoren stehen, sondern vier. Und statt den ursprünglich geplanten 44 Wohnungen kommen unterm Strich nur 35. Im kommenden Frühjahr könnte mit dem Bau begonnen werden.

Die Bedenken der Anlieger

Die Anwohner von Westend- und Gottfried-Michael-Straße hatten so einige Bedenken und reichten auch Unterschriften bei der Stadtverwaltung gegen die Bebauung ein:

- 110 neue Bewohner wären nach der früheren Planung in ihr Viertel gekommen, "dreimal mehr Anwohner als jetzt in der Westendstraße 1 bis 13 und der Gottfried-Michael-Straße wohnen", argumentierten sie. An den Straßen stehen vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser.

- Der wertvolle Baumbestand auf dem Grundstück müsste weichen. Er gehöre zum Stadtbild, Traunreut hätte sonst einen Imageschaden zu erleiden.

- Die Anlieger befürchten außerdem fallende Grundstückspreise.

- Beide Straßen sind 30er-Zonen und sehr eng. Die Anwohner befürchten mehr Verkehr und noch beengtere Straßenverhältnisse.

xe

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