Querelen um die Podiumsdiskussion

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Die fünf Landratskandidaten bei der Podiumsdiskussion in Traunreut.
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Traunreut - Fast wäre die Podiumsdiskussion mit den Landratskandidaten am Mittwoch geplatzt. Woran es lag und warum einer der Kandidaten trotzdem in die Röhre schaute.

Eine vermeintlich harmlose Podiumsdiskussion der Sozialverbände mit den sechs Landratskandidaten bauschte sich schon im Vorfeld zu einer wahren Grundsatzdiskussion auf. Einige Politiker bekamen vorweg Fragen zugesandt, andere wiederum nicht. Zum Schluss sagten vier Kandidaten, einen Tag vor der Veranstaltung, ab. Drei von ihnen kamen doch und einer schaute in die Röhre. Doch von Anfang:

Vor rund einer Woche hatten die Sozialverbände des Landkreises die Kandidaten zu einer Gesprächsrunde am Mittwoch, 10.30 Uhr, ins Wilhelm-Löhe-Heim Traunreut eingeladen. Die Organisation übernahmen dabei unter anderem Thomas Zugehör und Klaus Rieder von der Diakonie.

Zwei Tage vor der Veranstaltung bekam der Kandidat der Freien Wähler, Andreas Danzer, ein E-Mail mit zehn Fragen, die bei der Diskussion gestellt werden sollten: "Bei der Durchsicht habe ich den Eindruck gewonnen, dass man uns auf die Frage festzurren wollte, ob wir als Landrat das Defizit der Verbände übernehmen werden." Daraufhin rief Danzer seinen Mitbewerber Siegfried Walch (CSU) an, um mit ihm über die Fragestellungen zu sprechen. "Doch weder Walch noch Josef Konhäuser (SPD) hatten die Fragen überhaupt bekommen." Zusammen mit Heinz Wallner von der Bayernpartei einigten sich die drei Kandidaten darauf, den Termin abzusagen. Allerdings unter verschiedenen Gesichtspunkten: "Ich wollte keine Bieterveranstaltung mit den Wohlfahrtsverbänden machen. Das Thema ist viel zu wichtig, als das man die Kandidaten so in die Enge treibt, um finanzielle Zusagen zu bekommen. Das wäre nicht zielführend gewesen", so Danzer. Für Walch war bei der Absage entscheidend, dass nicht jeder Kandidat die Fragen im Vorfeld erhalten habe. "Die Veranstaltung sollte ein Gedankenaustausch sein. Daher habe ich nicht verstanden, warum man dann ein Geheimnis aus den Fragen macht."

Kurz vor der Podiumsdiskussion, um zirka 8.30 Uhr, bekam Danzer dann einen Anruf von Siegfried Walch: Diakon Thomas Zugehör bitte um ein klärendes Gespräch, eine Stunde vor Beginn der Diskussionsrunde. Doch für Heinz Wallner kam dieses Angebot zu spät: "Ich war in meinem Fischerei-Betrieb voll eingebunden an diesem Tag, weil wir vier fest ausgemacht hatten, nicht an der Veranstaltung teilzunehmen." Er habe sich dadurch schon getrieben gefühlt. "Ich lasse mich aber nicht treiben."

Bei dem Vorgespräch einigten sich die Veranstalter anschließend mit den anwesenden fünf Landratskandidaten auf andere Formulierungen bei den Fragen. Der Umstand, dass nicht jeder Kandidat die Fragen vorher bekommen habe, sei ein technischer Fehler gewesen, erklärte uns Klaus Rieder von der Diakonie auf Nachfrage. Und so konnte die Podiumsdiskussion doch noch stattfinden, allerdings ohne Heinz Wallner.

Am kommenden Samstag, 22. Februar findet im Traunsteiner Annette-Kolb-Gymnasium die nächste Podiumsdiskussion statt. Diesmal hoffentlich mit allen sechs Landratskandidaten.

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