Stadtrat entscheidet über neuen Edeka

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Traunreut - Belebt ein neuer Edeka in der Waginger Straße das Geschäft oder wird die Konkurrenz in der Stadt unnötig verschärft? Diese Frage stellte sich am Montag der Stadtrat:

Die Grundstückseigentümerin (Waginger Straße 5) hatte bereits im Dezember 2014 eine Anfrage an die Stadt gestellt, auf dem Grundstück -  wo einst die BayWa angesiedelt war - einen Edeka-Markt, mit einer Verkaufsfläche von ca. 2000 Quadratmetern, einrichten zu dürfen.

Die "SK Standort & Kommune Beratungs GmbH" wurde beauftragt, eine Wirkungs-Analyse eines solchen E-Centers zu erstellen. Fazit des Gutachtens: "Mit Blick auf die Angebotsstrukturen in Traunreut, sowie den umliegenden zentralen Orten sind keine städtebaulich relevanten Auswirkungen durch den geplanten E-Center Verbrauchermarkt (...) an der Waginger Straße zu erwarten. Mit dem geplanten E-Center wird nicht nur die frühere Angebotssituation 'wiederhergestellt'. Vielmehr kann der geplante E-Center Verbrauchermarkt an die bereits vorhandene Nahversorgungs-Funktion des Fachmarktstandorts Waginger Straße anknüpfen und somit einen wichtigen Beitrag für eine qualifizierte Ergänzung des Traunreuter Nahversorgungs-Angebots (...) leisten."

Heißt im Klartext: Sowohl für den Rewe in der Traunpassage, als auch für das neue Kaufland, würde ein neuer Edeka in der Waginger Straße keine Gefahr darstellen. Ganz im Gegenteil: Laut dem Gutachten würde das E-Center für eine Angebots- und Betreibervielfalt sorgen, die von den befragten Kunden im Standortbereich der Waginger Straße auch erwartet würde.

Die CIMA kommt hingegen zu einem ganz anderen Ergebnis: "Bei der Interpretation der möglichen Umsatzverlagerungen ist nicht ersichtlich, wieso ein Edeka Verbrauchermarkt (...) einen zusätzlichen Umsatz in Traunreut von 2,5 Millionen Euro bewirken soll, wenn vor Ort alle wesentlichen Anbieter bereits vertreten sind und das Einzugsgebiet im Süden sehr stark begrenzt ist. Die Umverteilung innerhalb Traunreuts dürfte daher deutlich höher ausfallen." Leidtragender wäre somit der Rewe, dem damit Umsatzeinbußen ins Haus ständen. "Der Markteintritt des Kaufland Verbrauchermarktes bewirkt ohnehin schon eine gravierende Zunahme der Konkurrenz-Situation, die durch einen zusätzlichen Anbieter in Standortnähe noch weiter verschärft werden würde", so die CIMA. "Eine zusätzliche Belastung der ohnehin schon unter Druck geratenen Anbieter im Lebensmittel-Segment könnte zu Marktaustritten führen."

Auch die Stadtverwaltung schloss sich diesen Ausführungen an: "Die Zulassung eines Lebensmittel-Vollsortimenters an der Waginger Straße 5 ist mit der gewünschten Stärkung der Innenstadt nicht vereinbar und sollte deshalb abgelehnt werden."

Dementsprechend kontrovers verlief auch die anschließende Diskussion der Stadtrats-Mitglieder. So meinte Dr. Michael Elsen (CSU): "Konkurrenz belebt das Geschäft." Er sehe daher kein Problem, wenn in die Waginger Straße ein neuer Edeka komme. Achim Gebhardt von der CIMA gab allerdings zu bedenken, dass dadurch auch neue Mieter vertrieben werden könnten. Reinhold Schroll (CSU) ergänzte noch: "Wir wissen nicht, ob die Pläne, die Innenstadt zu beleben, auch funktionieren. Aber das haben wir schon beschlossen." Es wäre daher falsch, diesen Beschluss jetzt wieder "aufzuweichen", indem man einen neuen Edeka in der Waginger Straße zulasse.

Mit 24:6-Stimmen lehnte das Gremium anschließend die Ansiedlung eines E-Center Verbrauchermarktes ab.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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