Nach Fall in Bergen im Juni

Afghanische Flüchtlinge aus Traunreut verweigern Umzug

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Traunreut - Schon im Juni protestierten Flüchtlinge aus dem Senegal gegen einen Umzug innerhalb des Landkreises, nun weigern sich acht Afghanen von Traunreut nach Fridolfing zu ziehen.

In ihre dezentrale Unterkunft in Traunreut sollen Flüchtlingsfamilien einziehen, nun weigern sich acht Asylbewerber aus Afghanistan gegen ihre Umsiedlung. 20 bis 24 Jahre alt sind die Männer: "Wir wollten ihnen heute ihre Umzugsaufforderung übergeben, aber sie haben sie verweigert", so Roman Schneider, Pressesprecher des Landratsamtes. Ein altes Gasthaus in Götzing bei Fridolfing sollte eigentlich ihre neue Heimat werden.

So argumentieren die Asylbewerber

"Wir haben Freunde hier gefunden, kennen uns in der Stadt aus. Woanders sind wir wieder fremd und müssen uns erst zurechtfinden. Sind die Familien mehr Wert als wir?", so die Afghanen gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt. "Mehr wert nicht, aber Familien sind halt etwas anderes", entgegnet Landratsamt-Sprecher Schneider. 

Der Hintergrund: Die Unterkunft der nachrückenden Flüchtlingsfamilien wird zum Jahresende aufgelöst. Es handelt sich um Familien aus Nigeria und Uganda, insgesamt 16 Personen. Sie sollen nun dort einziehen, wo bisher noch die Afghanen gewohnt haben. "Das sind alles junge Männer. Denen ist der Umzug nach Fridolfing schon zuzutrauen", so Roman Schneider. 

Im Landratsamt hofft man auf Vernunft

Außer den protestierenden Afghanen wohnen noch elf weitere Flüchtlinge in der Traunreuter Unterkunft: Sieben Syrer, die nach Tittmoning verlegt werden, sowie vier weitere Afghanen, von denen zwei nach Ruhpolding kommen und zwei in Traunreut bleiben können. 

Am morgigen Donnerstag soll der Umzug dann endgültig stattfinden: "Wir hoffen auf Vernunft, aber es kann natürlich sein, dass sie sich weiterhin weigern", heißt es aus dem Landratsamt. Mit einem ganz ähnlichen Fall hatte man es schon im Juni zu tun: Senegalesische Flüchtlinge aus Bergen protestierten gegen ihre Verlegung nach Petting. Nach neun Tagen gaben sie den Widerstand auf

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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