Bäume fällen für neue Windräder?

Trotz Kritik: Auch Traunreut stützt Bewerbung für mögliches Windpark-Projekt

Traunreut - Es ist nur ein allererster Schritt und neue Windräder sind noch lange keine beschlossene Sache: Trotz Kritik will sich aber auch Traunreut an einer Bewerbung für ein Windpark-Projekt beteiligen.

Traunreut wird sich gemeinsam mit den Nachbarkommunen Trostberg und Palling für das Projekt „Windkümmerer“ bewerben. Der Bauausschuss bekräftigte am Donnerstag, 16. September, einen Beschluss des Traunreuter Stadtrates, der bereits sieben Jahre zurückliegt. „Ich selbst sehe die Windenergie bei uns kritisch, aber mit dieser Bewerbung entstehen für Traunreut keine Kosten und wir könnten sie jederzeit zurückziehen“, so Bürgermeister Hans-Peter Dangschat.


Traunreut, Trostberg und Palling wollen „Windkümmerer“

Worum genau geht es bei der Bewerbung für das Windpark-Projekt? Das bayerische Wirtschaftsministerium bietet Kommunen an, ihnen einen sogenannten Windkümerer zur Seite zu stellen. Er soll bei der Standortentwicklung helfen und den Dialog mit allen Beteiligten führen. Im ersten Schritt können sich die Kommunen beim Freistaat dafür bewerben - so wie nun Traunreut, Trostberg und Palling. Wer vom Freistaat schließlich den Zuschlag bekommt, entscheidet sich erst später.


Falls die drei Kommunen den Zuschlag bekommen, wird ihnen also erstmal nur ein professioneller Rat zur Seite gestellt. Auch der Stadtrat würde dann wieder einbezogen. Es ist also noch lange nicht entschieden, dass im Siebeneicher Forst, an dem Traunreut, Trostberg und Palling Anteile haben, neue Windräder gebaut werden. Auch die Anzahl an Rädern ist derzeit noch völlig unklar. Der höchste Punkt im Forst, und damit der wohl günstigste zur Gewinnung von Windenergie, befände sich auf Trostberger Gemeindegrund.

„Am allerschlechtesten wäre dieses Projekt für die Natur“, so Paul Obermeier, selbst Waldbesitzer, im Traunreuter Bauausschuss. Bis zu 4000 Quadratmeter müssten gerodet werden, um das Projekt zu verwirklichen. „Wenn man den Wald aufmacht, dann kommen Probleme wie Sturmschäden oder Borkenkäfer.“ Auch der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) äußerte in diese Richtung bereits Bedenken.

Obermeier verwies außerdem auf die bestehenden Windräder bei Palling: „Die laufen seit 15 Jahren und die Aktionäre haben noch nicht mal die Hälfte ihres Kapitals zurückbekommen. Das ist kein Geschäft.“

xe

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

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