Pressemitteilung Q3.Quartier für Medien.Bildung.Abenteuer gGmbH

Keine Angst vorm Smartphone

Traunreut - Jede Generation soll mit der Digitalisierung Schritt halten können. Das ist das Ziel der Chiemgauer Medienwochen 2019.

Doch vor allem viele ältere Leute haben Mühe, den Anschluss nicht zu verpassen: Da setzt die Smartphone-Schulung für Späteinsteiger an. In einer kleinen Runde sitzen ältere Herrschaften im Café Rock beisammen und lassen sich von Benedikt Lankes und Alexander Stolle in die Welt der Apps, Datenschutzeinstellungen und Videotelefonie einführen. "Wir sind ja nicht damit aufgewachsen", sagt Michael Kupfer aus Ainring. "Es ist leichter, wenn man's in jungen Jahren lernt." Seine Frau Iris kenne sich besser aus als er, erzählt der Rentner. "Weil sie sich ständig damit beschäftigt. Ich muss einfach dranbleiben." Fotos verschicken möchte er im Kurs lernen und den Umgang mit GPS besser verstehen. "Das hat ja heute jedes Handy. Da kann man sich das Navi im Auto sparen und bei Wandertouren ist das auch sehr praktisch."

Die Teilnehmer haben alle einen anderen Wissensstand. Manche wollen erst einmal erfahren, wie sie das Smartphone einschalten, andere haben fortgeschrittene Probleme, wie das Finden der richtigen App zum Öffnen von Dokumenten. Die beiden Seminarleiter gehen mit Engelsgeduld auf jede Frage der Senioren ein. "Die meisten haben Angst, dass sie etwas kaputt machen könnten", erzählen Benedikt Lankes und Alexander Stolle. "Die Angst nehmen wir ihnen." Das extra ausgearbeitete Seminar-Konzept wenden die beiden Mitarbeiter vom Mediamarkt Traunreut seit geraumer Zeit an. "Der Bedarf an solchen Workshops ist groß. Wir merken auch, wie dankbar die Teilnehmer sind, dass wir ihnen das Wissen vermitteln." Eine Teilnehmerin schildert ihr Problem so: "Ich drücke herum und dann passiert etwas Gutes. Und dann weiß ich nicht, wie ich es angestellt habe und mich muss wieder meine Enkeltochter fragen, die ist 11 Jahre alt." Einige Seminarteilnehmer geben zu, ein komisches Gefühl dabei zu haben, sehr viel Jüngere nach Rat fragen zu müssen. 

Ein kleines Display voller Symbole: Den Überblick zu behalten, fällt den Anwesenden schwer. Deswegen nutzen Benedikt Lankes und Alexander Stolle das Programm Emporia: Eine für Senioren optimierte Oberfläche mit größeren Symbolen und einfacherem Aufbau liefert die Erleichterung, über die die Teilnehmer sehr froh sind. Und so reiht sich im Seminar ein Aha-Effekt an den anderen. Vor allem WhatsApp kommt bestens an. Die weltweit meist verbreitetste Nachrichten-App ist für die Anwesenden eine der wichtigsten Kontaktmöglichkeiten. "Wir kommen ursprünglich aus dem Oberharz", erzählt Iris Kupfer. "Mit Whatsapp können wir unserer Familie schnell und kostenlos Fotos schicken und ihnen zeigen, dass es uns gut geht. Das ist schon eine tolle Sache. Und dass sogar Videotelefonie gratis möglich ist, das haben wir heute erst erfahren." Am Nebentisch wird fleißig fotografiert und die Verwunderung ist groß, wie schnell das Verschicken der Fotos geht. Die nächsten Teilnehmer sind schon einen Schritt weiter: Sie lassen sich die Datenschutzeinstellungen erklären und schlagen durchaus auch kritische Töne in Bezug auf die Nachrichten-App ein: "Man gibt da schon auch etwas von sich preis. Aber der Herr von Facebook muss ja nicht alles über uns wissen."

Wegen der anhaltenden Nachfrage wird die Smartphone-Schulung für Späteinsteiger fortgesetzt, die nächsten Termine im Café Rock sind am 30. April und 28. Mai. Anmelden können sich Interessierte im Mediamarkt Traunreut. Iris und Michael Kupfer werden wiederkommen. "Man kann das nur lernen, wenn man ständig dran bleibt", ist Michael Kupfer überzeugt. "Das war dasselbe als vor 30 Jahren die EDV eingeführt wurde. Da haben wir auch gemeint, wir lernen das nie. Es ist immer ein Learning by doing. Und je mehr ich lerne, desto mehr Spaß macht es mir."

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