Auszubildende in Traunreut geehrt

Chiemgauer Panther 2017 vergeben

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Traunreut - Sind Mitarbeiter stolz auf ihre Unternehmen, laufen sie zu Höchstleistungen auf. Selbst wenn sie noch in der Ausbildung stecken, wie die Nachwuchskräfte der Unternehmen, die mit dem Chiemgauer Panther 2017 ausgezeichnet wurden.

Bei der Preisverleihung des Wirtschaftspreises im k1 in Traunreut überzeugten die jungen Mitarbeiter auch als charmante Botschafter ihrer Arbeitgeber und präsentierten mit schauspielerischem Geschick ihre Unternehmen.

Dabei brachten sie deutlich zum Ausdruck, dass die Betriebe für eine zukunftsorientierte Ausbildung und innovative Förderung von Nachwuchskräften stehen und sie dort arbeiten dürfen, wo andere Urlaub machen. Dynamisch wie ein Panther legte sich auch die Mundwerk Crew auf der großen k1-Bühne ins Zeug. Die Hip-Hop-Band aus Traunstein brannte ein rappendes und scratchendes Feuerwerk ab. Durch den Abend führte die Chefin der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein, Birgit Seeholzer.

Der im letzten Jahr von Landrat Siegfried Walch ins Leben gerufene Wirtschaftspreis für herausragende unternehmerische Aktivitäten und Leistungen, wurde heuer in der Kategorie Industrielle Unternehmen und starker Mittelstand ausgelobt. Im Focus stand dabei die Ausbildung. Der Preis soll zudem als Motivationsmotor für junge Unternehmen aber auch für traditionelle Betriebe im Landkreis Traunstein dienen und die Bedeutung der Wirtschaft für regionale Entwicklung zu dokumentieren. 17 Unternehmen hatten sich mit ihren Auszubildenden um den Preis beworben.

Insgesamt sechs Unternehmen ausgezeichnet

Vor einer Jury mussten die Nachwuchskräfte in maximal fünf Minuten ihr Unternehmen präsentieren, wobei die Darstellung jedem selbst überlassen war. Zu den vorgegebenen Aufgabenstellungen zählte unter anderem auch ein Interviewe mit der Geschäftsleitung über die Zukunftschancen des jeweiligen Unternehmens. Dass sich die jungen Mitarbeiter kräftig ins Zeug gelegt haben, davon konnten sich die geladenen Gäste aus Wirtschaft und Politik anhand von Filmmitschnitten bei der Preisverleihung überzeugen. Die „Arbeit“ neben der Arbeit hatte offensichtlich auch viel Spaß gemacht. „Es war eine schöne Abwechslung und es hat uns noch mehr zusammengeschweißt“, sagte eine angehende Industriekauffrau. „Es ist bewundernswert, wie engagiert und couragiert die jungen Leuten ihre Bewerbungen auf unterschiedlichste Art gemeistert haben “, lobte Jurymitglied Dr. Michael Elsen die „Bewerbungsmappen.“

Insgesamt sechs Unternehmen wurden mit dem Chiemgauer Panther ausgezeichnet. Außerdem wurden zwei Sonderpreise ausgelobt und der Jungunternehmer des Jahres 2017 gekürt. Unter die „Top 6“ der nominierten Unternehmen schafften es drei Betriebe aus Siegsdorf: Die Adelholzener Alpenquellen, Nowofol und die Brückner Group. Die Adelholzener Alpenquellen GmbH mit rund 470 Mitarbeitern ist auch bekannt für seine soziale Ausrichtung. Der Mineralbrunnen gehört zur Kongregation der Barmherzigen Schwestern. Ein beträchtlicher Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Produkte fließt in die Ordensgemeinschaft. Die Nowofol-Kunststoffprodukte GmbH entwickelt und stellt Spezialfolien aus Polypropylen und andere Kunststoffe her. Das mittelständische Unternehmen ist in Siegsdorf an drei Standorten vertreten und beschäftigt 150 Mitarbeiter. Zum Leistungsspektrum der Brückner Group mit über 2000 Arbeitnehmern in 30 Standorten gehören Produktionsanlagen für die Herstellung von Folien für Verpackungsmateriale und technische Anwendungsbereiche, Service für bestehende Anlagen, Serien- und Sondermaschinen für die Verarbeitung von Kunststoff sowie Spezialmaschinen für die Verpackungsindustrie.

17-Jährigen zum Jungunternehmer 2017 gekürt

Mit der Rosenberger Gruppe und der Hermann Otto GmbH kommen zwei Preisträger aus Fridolfing. Die Rosenberger Gruppe mit weltweit 7500 Mitarbeitern ist ein führender Hersteller von Verbindungslösungen in der Hochfrequenz und Fiber-Optik-Technologie. Otto Chemie ist einer der führenden europäischen Hersteller hochwertiger Dichtstoffe und Klebstoffe für den professionellen Anwender. Am Standort in Fridolfing sind rund 250 Mitarbeiter beschäftigt und zirka 50 Mitarbeiter sind für Otto Chemie im Außendienst tätig. Ebenfalls mit einem „Panther“ aus gezeichnet wurde die Privatkäserei Bergader in Waging. Wie mehrfach berichtet, baut die über 100 Jahre alte Käserei gerade eine Kindertagesstätte, die vom Mütterzentrum Traunstein ab dem Kindergartenjahr 2018 betrieben werden soll. Das Interesse der Privatkäserei, einen Betreuungsplatz für Kinder in nächster Nähe zu schaffen liegt auf der Hand. Das Unternehmen möchte seine Arbeitskräfte langfristig an sich binden und sie dabei unterstützen, sich nicht für oder gegen ihren Beruf entscheiden zu müssen.

Zum Jungunternehmer 2017 wurde Florian Nitschke aus Wonneberg gekürt. Der erst 17-jährige absolviert gerade eine Ausbildung bei der Firma Meindl und hat nebenbei eine eigene Firma gegründet. Die kleine aber feine Manufaktur von Doberstein fertigt Brunnen aus hochwertigen Materialien. Bereits mit 14 Jahren habe er angefangen, erste Brunnen zu bauen, sagte der aufgeschlossene und zielstrebige junge Mann. Der Presse verriet er auch, dass er in seinem Vorhaben auch von seinem Ausbildungsbetrieb unterstützt werde. „Es gibt kein Problem, wenn ich mal früher weg muss.“ Einige seiner Exponate, wie schwimmende Kugelbrunnen oder edle Zimmerbrunnen, konnten im Foyer des k1 auch bewundert werden. Sonderpreise für eine starke Ausbildung erhielten die Firma Braukon in Seeon und die Siteco Beleuchtungstechnik in Traunreut.

Wie wichtig es ist, dass den jungen Menschen in der Region beste Ausbildungsperspektiven eingeräumt werden, stellte der Landrat in einer flammenden Rede heraus. „Wir müssen dafür kämpfen, dass die jungen Menschen hier bleiben und auch Menschen von außerhalb zeigen, dass es bei uns nicht nur schön ist, sonder hier auch ihre Zukunft liegt.“ Das Landratsamt sehe sich als Partner der Wirtschaft und versuche die Betriebe nicht zu blockieren, sondern Ansprechpartner zu sein. „Wir versuchen kein Hemmschuh zu sein, sondern Partner für die Zukunft“, betonte Walch. Die Wirtschaftsregion Chiemgau boome und stehe deshalb so gut da, weil alle angepackt hätten. „Respekt, was Sie täglich tun.“

Gabi Rasch

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