Traunreuter Unterkunft unter Polizeiaufsicht geräumt

Umzug: Drei Flüchtlinge weigern sich noch immer

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Traunreut - Acht Afghanen weigerten sich bereits am Mittwoch gegen ihre Verlegung von Traunreut nach Fridolfing. Fünf gaben am heutigen Donnerstag nach, doch drei bestiegen den Bus nicht.

In ihre dezentrale Unterkunft in Traunreut sollen Flüchtlingsfamilien einziehen, daher müssen insgesamt 19 Asylbewerber den Platz räumen. Acht Afghanen, 20 bis 24 Jahre alt, weigerten sich noch am Mittwoch gegen ihren Umzug nach Götzing bei Fridolfing, am heutigen Donnerstagmorgen wurde die Unterkunft dann geräumt.

Drei der Flüchtlinge blieben auf der Straße

Die Räumung verlief gewaltfrei, jedoch weigerten sich weiterhin drei der jungen Afghanen, in den Bus nach Fridolfing zu steigen, berichtet heimatzeitung.de. Sie seien auf der Straße geblieben, wie es weitergeht, sei unklar. Wie heimatzeitung.de weiter berichtet, hätte die Überzeugungsarbeit des Traunreuter Helferkreises nicht gefruchtet, nach Fridolfing zu fahren. Auch elf Polizisten aus Traunreut und Trostberg waren vor Ort.

Die restlichen 16 Asylbewerber wurden planmäßig verlegt: Sieben Syrer nach Tittmoning und von den verbliebenen neun Afghanen zwei nach Ruhpolding, zwei in eine andere Unterkunft nach Traunreut und fünf Einsichtige nach Götzing bei Fridolfing.

"Umzug nach Fridolfing ist ihnen zuzutrauen"

Der Hintergrund: Die Unterkunft der nachrückenden Flüchtlingsfamilien wird zum Jahresende aufgelöst. Es handelt sich um Familien aus Nigeria und Uganda, insgesamt 16 Personen, die nun dort einziehen. "Wir haben Freunde hier gefunden, kennen uns in der Stadt aus. Woanders sind wir wieder fremd und müssen uns erst zurechtfinden", argumentierten die afghanischen Flüchtlinge. 

"Das sind alles junge Männer. Denen ist der Umzug nach Fridolfing schon zuzutrauen", entgegnete Roman Schneider, Pressesprecher des Landratsamtes, am Mittwoch. Mit einem ganz ähnlichen Fall hatte man es schon im Juni zu tun: Senegalesische Flüchtlinge aus Bergen protestierten gegen ihre Verlegung nach Petting. Nach neun Tagen gaben sie den Widerstand auf.

xe

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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