Gedämpfte Euphorie

Ostumfahrung erst in 14 Jahren und nur durch Enteignungen? 

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Etwa so wie hier grün eingezeichnet soll die Osttangente verlaufen. Es muss die umweltverträglichste Variante gewählt werden - heißt unter anderem: so wenig Waldfläche wie möglich darf zerschnitten werden. 
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Traunreut - Wie lang dauert es, bis die Ostumfahrung gebaut ist und wie kompliziert könnte es werden? Das Staatliche Bauamt trat nun etwas auf die Euphoriebremse. 

Eigentlich wollte die Stadt nicht auf die Bundesbehörden warten, sondern selbst Gas geben: 2017 beschloss der Stadtrat deshalb, mit Bau und Planung der Ostumfahrung auf eigene Faust zu beginnen. Am Donnerstag wollte der Stadtrat trotzdem die Expertise vom Staatlichen Bauamt einholen, doch in mancher Hinsicht sorgte die Einschätzung von Leiter Christian Rehm für lange Gesichter. 

Ostumfahrung könnte bis zu 14 Jahren dauern

Im allergünstigsten Fall wird es noch acht Jahre dauern, bis die sogenannte Ostspange gebaut ist - aber auch mit 14 Jahren müsste zu rechnen sein, so Rehm, obwohl der Straßenbau östlich von Traunreut recht einfach ist, weil beispielsweise keine Brücken zu bauen sind. Grund ist die lange Planungs- und Genehmigungszeit. "In der Regel gibt es gegen große Straßenbauprojekte auch Klagen", warnt Rehm. 

Verärgert waren manche Stadträte auch darüber, dass die bereits vorliegende Traunreuter Studie zur Trassenführung nicht rechtssicher sei. Die Vorstudie, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde, nimmt nämlich nur auf geschützte Tierarten acht - nicht aber, inwieweit die geplante Straße die weiteren Schutzgüter Boden, Wasser, Landschaft, Pflanzen, Mensch oder Kultur- und Sachgüter berührt. Das alles müsse in einer eigenen Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht werden, so Rehm.

Rehm: "Ohne Enteignungen geht es selten"

"Dann haben wir durcheinandergeplant", so Roger Gorzel etwas aufgebracht. Auch Reinhold Schroll "dachte wirklich, dass wir in der Planung durch die Vorstudie schon weiter sind". Für eine erste Orientierung sei die Vorstudie trotzdem wertvoll, beruhigte Christian Rehm und auch Bürgermeister Klaus Ritter meinte: "Durch die Vorstudie haben wir vielleicht ein halbes Jahr verloren. Deshalb brauchen wir jetzt nicht die Schuld hin- und herschieben." Man sei schon gut vorwärts gekommen, so Ritter

Der Leiter des Staatlichen Bauamts hatte für die Traunreuter Planungen noch einen Hinweis, der nicht unbedingt gern gehört wurde: "Gehen Sie nicht davon aus, dass Sie jede Fläche, die für den Straßenbau gebraucht wird, über den normalen Grunderwerb bekommen. Ganz ohne Enteignungen geht es selten." Mit den Grundstücksverhandlungen will die Stadt aber ohnehin erst beginnen, wenn genau feststeht, wo die Trasse verlaufen wird.

Entlastung vor allem für Oberwalchen, Pierling und Frühling

Die Ostspange soll für bestimmte Teile Traunreuts eine Verkehrsentlastung bringen: Vor allem Oberwalchen, Pierling und Frühling sollen profitieren und auch durchs Traunreuter Zentrum sollen weniger Autos fahren. Weniger Verkehr gäbe es nach einer Untersuchung dann auch auf der Frühlinger-Spitz-Straße, für deren Ausbau sich der Stadtrat jüngst entschieden hat

xe

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