Die Pläne des neuen TuS-Vorsitzenden

"Keiner kann mehr wild werkeln wie er es gern möchte"

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Seit sechs Monaten ist Hans Mayer Vorsitzender des TuS Traunreut. Eine seiner ersten Aktionen war, das Sportgelände auf Vordermann zu bringen.

Traunreut - Die Zukunft des TuS war lange ungewiss, bis im Sommer 2017 der Pettinger Hans Mayer den Vereinsvorsitz übernahm: Wir haben mit ihm über seine Pläne gesprochen.

Wie heiß es doch immer so schön: Neue Besen kehren gut. Dass an dem Spruch was dran ist, das kann man auf dem Sportgelände des TuS Traunreut mit bloßem Auge erkennen: In den vergangenen sechs Monaten wurde das Gelände auf Vordermann gebracht. Das „Rama dama“ war eine der ersten Aktionen von Hans Mayer in seiner Funktion als neuer Vorsitzender des TuS Traunreut. Die gemeinschaftliche Aufräumaktion hat bei vielen Mitgliedern den Blick geschärft, wenn man das Ergebnis betrachtet. Für den ordnungsliebenden Vorsitzenden war die Aktion auch ein Beleg dafür, dass allen Unkenrufen zum Trotz das „Wir-Gefühl“ und die Solidaritätsgemeinschaft der Mitglieder erkennbar sind. Nicht nur die Fußballer sondern auch andere Abteilungen hätten sich eingebracht, lobt der 56-Jährige. 

Vor knapp sechs Monaten wurde Hans Mayer zum neuen TuS Vorsitzenden gewählt und mit ihm ein fast komplett neues Vorstandsteam. Gemeinsam an einem Strang zu ziehen und für den Verein langfristig auf gesunde Beine zu stellen, lautete sein Credo bei seinem Amtsantritt. Es läge ihm fern, über die Arbeit seiner Vorgänger zu urteilen, sagte Mayer in einem Pressegespräch. Er vertraue vielmehr auf seine Erfahrungen, die er als Vorsitzender des TSV Petting gesammelt habe, dem er nach wie vor vorsteht. Dabei zeigt er sich selbstbewusst: „Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich rede.“ So habe er sich zur Aufgabe gemacht, ein paar Dinge zum Wohle des größten Traunreuter Sportvereins zu ändern. Dabei möchte er keine „alten Zöpfe“ rigoros abschneiden, sondern das Vereinsgefüge in geregelte Bahnen bringen. In seinem Tun vertritt er eine ganz klare Sichtweise: „Es gibt jetzt klare Vorgaben, keiner kann mehr wild werkeln wie er es gern möchte.“ Das sollte aber nicht den Eindruck vermitteln, dass seine Vorgänger alles falsch gemacht haben, betont er. Der TuS verfüge über gute Leute und über ein großes Potential an ausgebildeten Übungsleitern. 

Ein erstes Versprechen, den im Sommer letzten Jahres für Pflichtspiele gesperrten Kunstrasenplatz (Allwetter-Fußballplatz) wieder freizugeben, hat Mayer bereits eingelöst. „Der Kunstrasenplatz wurde überörtlich überprüft und die Sperre drei Wochen später wieder aufgehoben.“ Drei schadhafte Stellen des Platzes seien mittlerweile ausgebessert worden und im Frühjahr werde man den Platz „aufbürsten“ lassen. Laut Mayer gebe es auch immer wieder Beschwerden von Anwohnern, dass im Bereich des Fußballplatzes lautstark gefeiert und dabei rumgegrölt werde. Diese „Selbstbedienungsmentalität“ soll jetzt eingedämmt werden. Dies bedeute aber nicht, dass die Leute ausgeschlossen werden. „Bei uns ist jeder gerne gesehen und herzlich willkommen.“ Gewisse Regeln müssten aber eingehalten werden. Die Regeln gelten auch für Maßnahmen auf dem Fußballgelände, die bislang in Eigenregie und ohne Absprache mit der Vorstandschaft veranlasst worden seien. 

Für Mayer ist es auch enorm wichtig, Leute an seiner Seite zu wissen, die vom Fach sind. So sei beispielsweise Hans Kaltenbacher als Baureferent für die Liegenschaften ein Segen für den Verein. „Kaltenbacher ist fast täglich auf den Anlagen und erledigt ohne viel Aufhebens schnell und unbürokratisch Reparaturmaßnahmen.“ Ein besonderes Lob zollte er auch der Dame in der Geschäftsstelle, und seinen weiteren Mitstreitern. Die Zusammenarbeit funktioniere sehr gut. „Wir sitzen viel zusammen und versuchen die Abläufe zu vereinfachen.“ Oft seien es banale und profane Dinge, wie zum Beispiel die Betankung des Vereinsbusses. Auf Vordermann gebracht wurde auch bereits die Mitgliederverwaltung. Ein Langzeitziel und dringendes Thema ist auch eine Anpassung der Vereinssatzung. Über diese Dinge und den weiteren Fahrplan wird die Vorstandschaft in dieser Woche im Rahmen einer Klausur sprechen. „Wir haben das letzte halbe Jahr gesichtet und werden jetzt eine Reihenfolge festlegen. Es gibt viel zu tun“, so Mayer.

Dass dem Verein wirtschaftlich das Wasser bis zum Hals steht, will Mayer nicht unkommentiert stehen lassen. „Es ist nicht so, dass wir auf Rosen gebettet sind, aber wir sind ganz normal handlungsfähig. Es gibt nichts, was wir uns nicht leisten können.“ Damit alle Abteilungen künftig einen Überblick in die Finanzen haben, sollen die Etatgespräche öffentlich gestaltet werden. „Die Tennisler sollten wissen, wie es beispielsweise bei den Fußballern zugeht und die Handballer wie es bei den Boxern ausschaut.“ 

Aktuell steht mit der Sanierung der TuS-Halle eine Großbaustelle ins Haus. Neben dem Dach muss die Belüftung und die Beleuchtung ertüchtigt werden. Wie berichtet, wird die Stadt dem Verein dabei finanziell unter die Arme greifen. Für die Sanierungsmaßnahmen stehen Kosten in Höhe von 400.000 Euro im Raum. Diese Summe kann Mayer allerdings noch nicht nachvollziehen. „Diese Zahlen sind momentan noch nicht belegt“, erklärt er. Die Vorstandschaft sei jetzt gefordert, konkrete Angebote einzuholen und der Stadt im Frühjahr ein Konzept vorzulegen. Dass sich auch in der TuS-Sportplatzgaststätte in den letzten Jahren viel angestaut hat, ließ Mayer auch nicht unerwähnt. Vor allem die sanitären Anlagen müssten hier dringend saniert werden. 

Als gleichzeitiger Vorsitzender eines Dorfvereins vermisst Mayer in Traunreut auch gelebte Traditionen neben dem Sport. Er wünscht sich mehr Miteinander mit den Nachbarvereinen. Zum Beispiel durch die Teilnahme an Jubiläumsfesten. Aber auch in den eigenen Reihen will der Vorsitzende dafür sorgen, dass das gesellschaftliche Miteinander wieder mehr gelebt wird. Mayer blickt grundsätzlich optimistisch in die Zukunft und ist sich den Herausforderungen voll bewusst. „Es liegt noch viel Arbeit vor uns. Heutzutage einen Verein zu führen bedeutet ein kleines Unternehmen zu leiten.“ Mayer ist darum aber nicht bange. Wurde er doch in Traunreut sehr freundlich empfangen. „Ich bin positiv überrascht über die herzliche Aufnahme, die mir entgegengebracht wird." Die Leute seien positiv eingestellt und das negative Bild, das dem TuS nachgesagt werde, entspreche nicht der Realität. Bilanz über seine bisherige Tätigkeit wird der neue Vorsitzende in der Jahreshauptversammlung am Montag, 23. April ziehen. 

ga

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