Betreuer spricht von "unbeschreiblichen Zuständen"

Protestbrief: Was Traunreuter Flüchtlinge jetzt fordern

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Die Asylbewerber-Gemeinschaftsunterkunft an der Tachinger Straße in Traunreut.
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Traunreut - In der größten Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises wächst der Unmut über die Lebensumstände - nun verfassten Asylbewerber ein Protestschreiben.

Für 200 Menschen ist die Gemeinschaftsunterkunft an der Tachinger Straße ausgerichtet und momentan fast komplett belegt. Die Probleme von langwierigen Asylverfahren und mangelnden Arbeitsmöglichkeiten gibt es selbstverständlich auch hier in Traunreut - die Zustände im Asylbewerberheim selbst brachten Flüchtlinge nun dazu, einen Protestbrief an die zuständige Regierung von Oberbayern zu schreiben.

Privates Mobiliar muss raus

Konkret geht es darum, dass privates Mobiliar wie Teppiche, Elektrogeräte oder Sofas nun aus Brandschutzgründen entfernt werden müssen, so der Traunreuter Anzeiger. Die Regierung von Oberbayern verweist in diesem Zusammenhang beispielsweise auf einen Großbrand in einer Flüchtlingsunterkunft in Neuburg an der Donau 2017. "Die Probleme im Lager sind gegenwärtig vielfältig, zum Beispiel gibt es in Badezimmern keine Möglichkeit, die Türen zu verschließen, die Lampen sind kaputt, und es gibt keine Seife zur Desinfektion", zitiert der Traunreuter Anzeiger den Protestbrief.

Auch Traunreuts Flüchtlingsbetreuer Hans Baltin ist der Meinung, es herrschten "unbeschreibliche Zustände": die Zimmer seien schließlich nur mit Bundeswehr-Betten und Stahlspinden ausgestattet - auch für Familien mit Kindern, so Baltin gegenüber dem Traunreuter Anzeiger. Die Gemeinschaftsunterkunft in Traunreut ist baugleich zu der in Trostberg: hier konnten wir vor Eröffnung einen Blick hineinwerfen. Die Zimmer waren zum damaligen Zeitpunkt allerdings noch nicht ausgestattet.

Fotos: Blick ins neue Asylbewerberheim in Trostberg

xe

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