Verein kann millionenschwere Sanierung nicht stemmen

"Halle abzugeben fällt uns schwer": Was passiert mit TuS-Halle?

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Nach Schätzung des TuS kostet die Sanierung der Halle 2,4 Millionen Euro. Statt Finanzspritzen schlägt die Stadt vor, die Halle gleich ganz zu übernehmen - ein "Wahnsinns-Angebot" der Stadt, so unter anderem Stadtrat Alfred Wildmann. 

Traunreut - Die TuS-Halle muss saniert werden, Millionen werden dafür nötig sein - und die Stadt würde die Halle übernehmen, den die Finanzmittel des Vereins sind knapp. Wird sich der TuS von seiner Halle trennen können?

"Uns fällt es schon schwer, die Halle abzugeben", so TuS-Vorsitzender Roger Gorzel am Donnerstag im Stadtrat - aber so dringend sei die Sanierung der TuS-Halle auch nicht, dass der Verein auf der Stelle zwei Millionen Euro bräuchte. Etwas deutlicher wurde TuS-Baureferent Johann Kaltenbacher: "Wir können die Halle nicht sanieren, es ist uns unmöglich."


Angebot erneuert: Stadt will Halle und Sanierung übernehmen

Das Angebot der Stadt steht jedenfalls: Mit deutlicher Mehrheit stimmte der Stadtrat dafür, dem TuS Traunreut seine Halle abzunehmen - nur Gabriele Liebetruth war dagegen. Für die anstehenden Sanierungen würde dann die Stadt aufkommen. Unter anderem müssen Heizung und Lüftung erneuert werden und das undichte Dach hat eine Sanierung nötig. 2,4 Millionen Euro soll das ganze laut TuS schätzungsweise kosten. Nun fehlt nur noch die Zustimmung der TuS-Delegiertenversammlung, die noch heuer abgehalten werden soll.

Noch heuer soll die TuS-Delegiertenversammlung entscheiden, ob die Halle abgegeben wird. Im Bild 1. Vorstand Roger Gorzel. 

"Das ist ein großzügiges Angebot der Stadt, das muss dem TuS bewusst sein. Wir helfen in ganz außergewöhnlicher Weise", so Sportreferent Hans-Peter Dangschat. Umgekehrt würde die Halle wohl verfallen und müsste früher oder später geschlossen werden, so Bürgermeister Klaus Ritter, "denn der TuS wird sich die Sanierung nicht leisten können". Bevor die Stadt die Halle endgültig übernimmt soll ein unabhängiges Gutachten aber nochmal klären, wie viel die Sanierung kosten wird.


TuS erhält keine Sonderrechte bei Hallenbelegung

Konflikte gab es in der Stadtratssitzung aber wegen bestimmter Forderungen des Sportvereins: Der TuS wünscht einen "unentgeltlichen Sportbetrieb im Umfang des Hallenbelegungsplans Stand 2019 für die kommenden 30 Jahre" und einen "uneingeschränkten Spiel- und Wettkampfbetrieb auch an Wochenenden und in den Ferien". Das blieb vom Stadtrat nicht unwidersprochen. "Wenn Steuergelder fließen darf keiner bevorzugt werden. Alle Vereine werden gleichberechtigt", so Klaus Ritter. 

Sollte die TuS-Halle in die Hände der Stadt übergehen solle der Sportbeirat über die Belegung diskutieren. Roger Gorzel betonte, dass bei der Hallenbelegung zumindest die Mitgliederzahlen der Vereine berücksichtigt werden sollten - der TuS ist mit über 2400 Mitgliedern mit Abstand größter Verein in der Stadt. "Richtig, die Relationen sollten schon gewahrt werden", stimmte auch Bürgermeister Ritter zu. Übrigens: Laut Gorzel hat die TuS-Gaststätte nun ihre Konzession erhalten, der Öffnung steht nichts mehr im Wege. 

xe

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