Jetzt droht ein Rechtsstreit

Darum will Traunreut diese Häuserzeile aufkaufen

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Die Vorderansicht der Kantstraße 11. In der benachbarten Passage wird wohl die Stadtbücherei einziehen. 
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Traunreut - Im Nachbarhaus soll die Bücherei einziehen, im Hinterhof der Kantstraße will die Stadt einen "Lesegarten" einrichten und das Gebäude kaufen - jetzt droht ein Rechtsstreit. 

Es geht um das Haus, den Garten, den Hinterhof und die Garagen der Kantstraße 11 - vorne das Reisebüro Marx, hinten Stellplätze von Busreisen Mitterbichler. Der Eigentümer des Anwesens war sich eigentlich schon mit einem neuen Käufer einig, doch am Dienstag funkte der Stadtrat dazwischen und will sein Vorkaufsrecht nutzen. Die Entscheidung fiel mit 18:7 Stimmen.

Flanier-Bereich und "Lesegarten" neben geplanter Bücherei

Warum ist das Gebäude so lukrativ für die Stadt? "Das schaut nicht schön aus", ist auch schon Bürgermeister Ritter zu Ohren gekommen, vor allem wenn es um die Rückseite von der Munastraße aus gesehen geht. Der Hintergrund: In der leerstehenden Einkaufspassage ("Trauna-Center") will die Stadt bald die Bücherei unterbringen. Im Hinterhof der Kantstraße 11 sollen dann Grünflächen, ein Flanier-Bereich und ein "Lesegarten" entstehen.

Grünanlagen im Hinterhof sollen die Bücherei aufwerten.

"Der Erwerb ist dringend erforderlich, nur so können wir die begrünten Freiflächen schaffen", so die Stadtverwaltung. Das Anwesen ist in den Entwicklungsplänen der Stadt für Kant- und Munastraße zentral, sie beruft sich auf das Stadtentwicklungskonzept ISEK und Sanierungsziele in diesem Gebiet. Der Kaufpreis wird - wie in solchen Fällen üblich - geheim gehalten, Stadtrat Elsen äußerte trotzdem Zweifel: "Der Kaufpreis kommt mir suspekt vor."

Hat die Stadt ein Vorkaufsrecht?

Ganz anders sehen es aber die jetzigen Eigentümer und die privaten Käufer des Anwesens: "Die Stadt hat kein Vorkaufsrecht", so deren Anwalt stellvertretend - das Privateigentum habe Vorrang vor der Übernahme durch die öffentliche Hand. Außerdem würde man die geplanten städtebaulichen Maßnahmen der Stadt unterstützen - doch die Stadtverwaltung ist skeptisch und glaub nicht, dass die Pläne im Hinterhof (Flanier-Bereich, Lesegarten) auch umsetzbar sind, wenn ihr der Grund nicht gehört. 

Falls sich die Stadt durchsetzt, sollen laufende Mietverträge weiterhin eingehalten werden. Auch die künftigen Mieter sollen Geh- und Fahrtrechte auf dem Gelände behalten. Ein Abbruch der Wohn- und Geschäftshäuser an der Kantstraße stehe nicht zur Debatte. "Jetzt müssen wir mit einem Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht rechnen", so Geschäftsleiter Sepp Maier. 

xe

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