Turbulenzen bei der Volkshochschule

"Schande": Stadträtin teilt gegen Bürgermeister Ritter aus

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Weil all zu plötzlich bekannt wurde, dass der Brandschutz im VHS-Gebäude an der Marienstraße wohl nicht mehr gegeben ist, trat Vorstand Otto Rockel nun zurück. Ob die Stadt statt einer teuren Sanierung einen Neubau der Volkshochschule will, soll Anfang 2019 entschieden werden (Archivbild).
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Traunreut - Kein Brandschutz in der VHS? Ganz plötzlich wurde bekannt, dass das Gebäude an der Marienstraße dringend saniert werden muss - für Stadträtin Liebetruth läuft hier aber zu viel falsch.

Sie spricht von "Schande" und von einer "Missachtung des Ehrenamts" durch Stadtverwaltung und Bürgermeister. Wegen des plötzlich bekannt gewordenen Sanierungsbedarfs der VHS holte Stadträtin Gabriele Liebetruth am Donnerstag gegen Bürgermeister Klaus Ritter aus.

VHS wusste nichts von Mängeln - Vorstand tritt zurück

Bürgerlisten-Stadträtin Gabriele Liebetruth.

Worum geht's? Obwohl das Gebäude an der Marienstraße schon lange von der VHS genutzt wird, galt es nutzungsrechtlich noch immer als Wohnhaus. Das wollte die Stadt ändern - doch dann entdeckte das Landratsamt, dass für eine Nutzungsänderung wohl unter anderem am Brandschutz nachgebessert werden müsse. Die Büros können nun nicht mehr genutzt werden. Mehrere hunderttausend Euro würde die Sanierung kosten. Lohnt sich das überhaupt noch oder sollte man gleich an einen Neubau denken?

"Es ist eine Schande, dass Geschäftsführung und Vorstand der VHS erst aus der Presse von dem schlechten Zustand des Gebäudes erfahren. Vor allem wenn es hier um den Brandschutz geht, ist das eine Missachtung des Ehrenamts, Stichwort Schneizlreuth", so Liebetruth. VHS-Vorstand Otto Rockel habe deshalb am Montag nach sechs Jahren von seinem Amt zurückgetreten. 

Knapp eine Viertel Million Euro für das Nötigste

Ritter gab zu: VHS zu spät informiert.

Dann reagierte Ritter. Er gab zu, dass die VHS zu spät von den Mängeln informiert wurde und dass er den Rücktritt von Rockel bedaure. "Aber ich habe an den Mängeln keine Schuld. Es geht nicht, dass jetzt alle auf dem Bürgermeister herumhacken, das ist nicht durchdacht", so Klaus Ritter weiter. Schließlich warf auch SPD-Stadtrat Ernst Ziegler dem Bürgermeister vor, er habe den Vorsitzenden "verprellt".

Und wie geht es nun weiter? 385.000 Euro würden Brandschutz, neue Elektrik und energetische Maßnahmen kosten - doch das war einer knappen Mehrheit des Stadtrates zu viel, vor allem angesichts des Alters des Hauses. Einigkeit gab es, zumindest 245.000 Euro in die VHS zu investieren, um wenigstens die Sicherheit für die Nutzer zu garantieren. Im Januar soll dann beraten werden, ob die Volkshochschule neu gebaut werden soll.

Bald Entscheidung über Neubau

Ein Neubau der VHS? Hier zeichnen sich schon die nächsten Diskussionen ab. Hans-Peter Dangschat fand es eine Überlegung wert, die VHS mit der neuen Bibliothek und vielleicht einem Stadtmuseum in einem Projekt zusammenzufassen. Josef Winkler hielt dagegen: "Da würden nur noch mehr Planungskosten draufgehen und die nächsten drei bis vier Jahre würde nichts passieren. Warum nicht die VHS herrichten und die nächsten zehn Jahre weiter nutzen?"

xe

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