„Erleichterung und Freude“

Wieder persönlicher Unterricht an der Sing- und Musikschule Traunwalchen - aber nur einzeln

Die Musikschule darf endlich ihre Schüler wieder persönlich unterrichten.
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Die Musikschule darf endlich ihre Schüler wieder persönlich unterrichten.

Ab den 15. März dürfen die Schüler der Musikschule in Traunwalchen wieder in den Unterricht. Davor mussten alle auf Livestreaming zurückgreifen. Nicht immer einfach zu managen:

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunreut/Traunwalchen - Ab Montag dieser Woche können die mehr als 500 Instrumentalschüler der Sing- und Musikschule Traunwalchen wieder zum persönlichen Unterricht bei ihren jeweiligen Musikschullehrern zurückkehren. Die Lehrer dürfen nur Einzelunterricht geben.

Bisherige Schülergruppen werden daher zeitlich aufgeteilt. Seit der verordneten Schulschließung Anfang Dezember haben die 25 Musikschullehrer ihre Instrumentalschüler mit großem Einsatz über Livestream-Videos unterrichtet. „Wir Lehrer haben also sofort einen neuen Stundenplan aufgestellt und mit den meisten Schülern Live-Video-Termine vereinbart, zu denen wir uns im Internet trafen“, berichtet Musikschulleiter Josef Mayer.

Die meisten Musikschüler wurden damit sofort in intensiver Form weiter unterrichtet. „Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown hatten wir ja schon gemacht. Daher verlief die Umstellung wirklich blitzschnell. Jeder – Lehrer und Schüler – wusste, was zu tun ist und damit ging der Unterricht nahtlos weiter“, so der Musikschulleiter.

Alle haben große Flexibilität bewiesen

Besonders danken will der Musikschulleiter den Eltern der Musikschüler, die mit großer Flexibilität und Verständnis die neue Unterrichtssituation unterstützt haben. Aber auch den Einsatz seiner Lehrerkollegen will der Musikschulleiter unbedingt erwähnen. „Online-Unterricht für uns Lehrkräfte bedeutet Unterrichtsorganisation bis ins kleinste Detail.

Jeder Unterricht muss noch genauer und weitsichtiger vorbereitet werden. Wir Lehrer müssen dafür sorgen, dass der Schüler exakt die richtigen Noten zur richtigen Zeit erhält, und das beginnt bei Hausaufgaben bis zum tatsächlichen Vorspiel im Unterricht, keine Selbstverständlichkeit.

Während wir im Präsenzunterricht auf verbesserungswürdige Stellen mit einfachem Fingerzeig hinweisen, müssen wir zum Beispiel jetzt vorab bei jedem einzelnen Musikstück alle möglichen Fehlerstellen und Übungsanleitungen genau durchdenken, wir müssen z.B. vorab dem Schüler diese Stellen markieren, damit er sie sofort findet und wir im Unterricht keine Zeit verlieren,“ so der Musikschulleiter.

Musikunterricht sogar teilweise am Wochenende

Die extremste Umstellung beim Online-Unterricht sei aber die Zeiteinteilung: Gruppenunterrichte müssen auf Einzelunterrichte aufgeteilt werden. Die Lehrer planen mit Ihren Schülern also minutiös die Onlinezeit, wobei hier vor allem immer Zeitpuffer notwendig sind, denn der Verbindungsaufbau ist nicht immer gesichert.

„Wenn Pannen beim Verbindungsaufbau passieren, so hat man dann meistens keine Zeit mehr, das Problem zu lösen, weil schon wieder der nächste Schüler wartet. Und so muss man den Unterricht am nächsten Tag oder sogar am Wochenende irgendwie nachholen.

Der Mehraufwand war schon extrem, einige Lehrer mit mehr als 50 Einzelschüler mussten auch am Wochenende unterrichten. Folglich spürten auch Schüler und Eltern dieses große Engagement und waren mit der ungebrochenen intensiven Unterrichtsbetreuung mehr als zufrieden“, betont Mayer den extremen Einsatz der Musikschullehrer.

Musikunterricht lebt von persönlichen Kontakt

„Die strahlenden Schülergesichter in dieser Woche werde ich aber nie vergessen. Noch nie in meiner 30-jährigen Zeit als Lehrer habe ich so viel Erleichterung und Freude erlebt. Man muss sich vorstellen, dass vor allem ein großer Teil der Gymnasiasten seit 3 Monaten keinen persönlichen Unterricht mehr hat.

Sie sitzen stundenlang tagtäglich zu Hause vor dem Bildschirm,“ so der Musikschulleiter. Der persönliche Instrumentalunterricht für Musikschüler im Kindes- und Jugendalter ist eben dauerhaft durch keine aktuelle Technologie ersetzbar. Zum einen können Lehrer die Schüler im persönlichen Unterricht viel genauer beobachten, genauer hinhören und entsprechend sofort Verbesserungen durchführen.

Zum anderen können Schüler und Lehrer endlich wieder gemeinsam spielen, wodurch sich Spielqualität und Motivation der Schüler zusätzlich steigern. Und jetzt plant der Schulleiter mit seinem Lehrerteam auch schon die nächsten Impulse für die Musikschüler:

Mögliches Livestream-Konzert für die Schüler

„Wir prüfen gerade die Möglichkeit eines Livestream-Konzertes, aber mit sichtbarem Publikum auf großer Leinwand für den auftretenden Schüler. Damit kann der Schüler sein Publikum sehen, obwohl er alleine im Unterrichtsraum spielt. Dazu wollen wir endlich unsere Prüfungskurse in Onlineform starten und die großen Werbeveranstaltungen und Konzerte haben wir auch noch nicht völlig abgeschrieben.

Wir haben jetzt intern neue Termine im Juni und Juli festgelegt und hoffen, dass wir dann eventuell öffentliche Veranstaltungen abhalten dürfen“, zeigt sich Musikschulleiter optimistisch.

Pressemitteilung Stadt Traunreut

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