Viel Diskussion auf der Bürgerversammlung

Was die Traunreuter ärgert, freut und was mal gesagt werden musste

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Gut 150 Traunreuter kamen am Dienstagabend ins k1. Ostumfahrung, Baustellen, Winterdienst, TuS-Gaststätte oder Tempolimits - bei der Diskussionsrunde kamen heuer ganz besonders viele Themen aufs Tableau. 
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Traunreut - Bürgerversammlung in Traunreut - und Rathauschef Ritter wurde von den Leuten ordentlich auf Trab gehalten: Es gab jede Menge Wortmeldungen, doch darunter auch einige positive.

Rund 150 Traunreuter kamen am Dienstagabend ins k1, um sich einen Überblick übers Stadtgeschehen zu verschaffen, aber auch, um ihre Meinung loszuwerden. Im halbstündigen Vortrag von Bürgermeister Klaus Ritter wurden unter anderem die "wahnsinnig guten" Finanzen der Stadt herausgestrichen: Keine Schulden und 37 Millionen Euro Rücklagen. Wegen größerer Projekte wie dem Neubau der Grundschule Nord mit Turnhalle schmelzen die Rücklagen bis 2022 aber auf geschätzt 7,6 Millionen Euro zusammen

"Wir müssen vorsichtiger mit den Ausgaben werden", so der Bürgermeister, schließlich sei man bei der Gewerbesteuer sehr von einem Großbetrieb abhängig. 21.000 Einwohner hat Traunreut mit seinen Ortsteilen derzeit - "wenn die nächsten Wohngebiete fertig sind werden das nochmal 800 bis 1000 mehr sein", so Klaus Ritter. 776 Kinderbetreuungsplätze muss die Stadt momentan anbieten, außerdem gibt es 3641 Schüler, die in Traunreut zur Schule gehen. 

Fragen, Kritik, Lob und Anregungen der Traunreuter Bürger

Wir geben die Fragen der Bürger und die Antworten des Bürgermeisters aufs Wesentliche gekürzt wider. Lob gab es vor allem für den gut funktionierenden Winterdienst und auch für die schön hergerichteten Bürgersteige in der Nansen- oder Salzburger Straße. 

Geothermie, Muna-Park und Tempo-Anzeigen

Was ist dran an dem Gerücht, dass im Stadtgebiet eine weitere Geothermieanlage gebaut werden soll?

Ritter: Nichts ist dran. Tatsächlich ist eine Firma auf Grundstückssuche, aber an unserem Ortsrand, auf Nußdorfer Seite.

Wenn der Muna-Park fertig ist sollte es dort ein Café oder eine Konditorei geben.

Ritter: Wir müssen abwarten, welche Vorschläge und Firmen uns die Investoren präsentieren werden. Aber ein Café dort ist auch unser Wunsch.

In der Nettuno-Allee sollte eine Tempoanzeige mit Smiley hin, das hab' ich auf der Bürgerversammlung im vorigen Jahr schon gesagt. Überall sonst funktioniert das und die Leute gehen runter vom Gas.

Ritter: Versprochen, die Anzeige kommt. Aber die Leute sollen sich auch an die Geschwindigkeit vor der Schule halten, sonst muss ich mit der Polizei sprechen, vor der Schule mehr zu kontrollieren.

Schön, dass die Loipen im Winter in Traunwalchen gespurt waren. Aber warum macht das ein Ehrenamtlicher? Wenn es ein Bauhofmitarbeiter oder ein Freigestellter machen würde, wären wirklich immer gespurt, wenn es geschneit hat.

Ritter: Da haben sie recht, wir werden uns in diese Richtung bemühen.

Zu Beginn spielte die Blaskapelle Traunwalchen auf.

Baustellen, vollgeschmierte Brücke und "Hügel" am Rathausplatz

Die Verbindung von der Nansen- in die Luther-Straße ist noch immer nicht geteert und jetzt schon ein Jahr gesperrt. Der Stadtrat sollte den Baufirmen eine Frist setzen, das kann doch nicht sein.

Ritter: Wasser und Kanal werden dort neu gemacht und die Firmen sind schon in den letzten Zügen. Die Kritik ist berechtigt, aber die Situation ist schwierig, weil die Firmen momentan so gut ausgelastet sind und zwei oder drei Baustellen gleichzeitig haben. Die arbeiten wie die Wilden, bei jedem Wetter. Aber sie haben recht, das hätte schneller gehen müssen.

An der Brücke nach Anning hat ein Vogel seit Jahren nichts Besseres zu tun, als seine Sprüche dort hinzuschmieren. Warum passiert dort nichts?

Ritter: Wir brauchen nur die Infos der Bürger, dann leiten wird das ans Landratsamt weiter, das für die Brücke zuständig ist. Aber mich würd's auch freuen, wenn man den mal erwischt. 

Am Rathausplatz ist seit der Pflasterung ein riesiger Hügel vor der Bäckerei Lehrbach. Die Tische stehen so schief, dass einem fast das Getränk davonschwimmt.

Stadtbaumeister Gätzschmann: Das liegt an einem alten Baum, dessen Wurzeln immer mehr in die Höhe kommen. Beim früheren Belag am Rathausplatz fiel das nicht so auf. Wir wollten die Stelle aber nicht abflachen und damit die Wurzeln beschädigen. 

Friedhof, Halteverbote und Kanalnetz

Warum gibt es in unserem Friedhof keinen Friedwald, wo man die Asche verstreuen kann?

Ritter: Sowas ist mir neu, wir werden darüber beraten. Wir bauen momentan auch eine neue Urnenwand.

Im Winter galt an der Kreuzung Pallinger Straße/Salzburger Straße ein Halteverbot, jetzt nicht mehr und schon stehen dort wieder Autos. Gegenverkehr kommt oft nicht durch, man sollte dort eine Einbahnstraßenregelung erlassen. 

Ritter: Das mit der Einbahnstraße werden wir diskutieren, aber ich bin kein Fan von zu vielen Reglementierungen, weil sie immer alle Bürger treffen. Ich appelliere lieber an die Traunreuter, ihre Autos in die Tiefgaragen zu stellen. 

Gibt es Verluste im Abwasserkanalnetz? Wir Bauern müssen ja auch ganz genau aufpassen, wo die Gülle hinläuft.

Ritter: Wir befahren aktuell nach und nach die Kanäle und kontrollieren das. Aber Wurzeln können Kanäle angreifen, also kann ich nicht zu 100 Prozent garantieren, dass es keine Verluste gibt.

Ostumgehung, Tempolimit nach St. Georgen und TuS-Gaststätte

Die Ostumgehung wurde schon vor Jahren beschlossen, aber jetzt hört man nichts mehr davon. Wie weit ist man da?

Ritter: Am Donnerstag im Stadtrat werden wir die Umweltverträglichkeitsprüfung vorstellen. Die ist wichtig, um entscheiden zu können, wo die Trasse verlaufen soll. Sie wird schließlich 20 Meter breit. Und bevor wir die Trasse nicht kennen, kann ich auch keine Grundstücksverhandlungen führen. 

Auf der Straße von St. Georgen nach Traunreut ist zuerst noch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 60 km/h und dann kein Tempolimit mehr. Fußgänger, die dort dann über die Straße gehen wollen, sind in Gefahr. Kann man nicht durchgehend auf 70 km/h beschränken oder bei Weisbrunn eine Fußgängerampel bauen?

Ritter: Das ist eine Kreisstraße, das Landratsamt ist zuständig, wir können hier also nur fragen aber nichts selbst entscheiden. Durch den Abzweiger zum früher geplanten Wohngebiet Abdecker Feld wäre die Geschwindigkeitsbeschränkung vielleicht möglich gewesen, aber jetzt haben wir damit keine Chance, auch mit der Ampel nicht. Ich kann das Problem nicht lösen.

Wir brauchen einen Bürgersaal, wenn die TuS-Gaststätte nicht aufmacht.

Ritter: Das müssen wir abwarten, die Gaststätte gehört dem TuS und nicht der Stadt. Wir sind mit dem Verein in engem Kontakt, aber laut Roger Gorzel wird am 1. Mai noch nicht wieder aufgesperrt. Wir können jetzt nicht auf die Schnelle einen Bürgersaal aus dem Boden stampfen, denn wenn es wieder einen neuen Wirt gibt, haben wir ja auch den Saal wieder und wir wollen in keine Konkurrenz zu einem Gasthaus treten. Auch ins k1 kann jeder rein, Vereine bekommen dort 80 Prozent Rabatt.

xe

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