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Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz Bauabschnitt zwei

Verkehrs-Erleichterung für Altenmarkt, doch was ist mit Traunreut?

Planung Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz Bauabschnitt zwei, Hans-Peter Dangschat, Christian Rehm
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Zu den Planungen des zweiten Bauabschnitts der Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz (links) ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat (oben rechts) begrüßt aber die frühe öffentliche Beteiligung von Bauamtsleiter Christian Rehm (unten rechts).
  • Christine Stanggassinger
    VonChristine Stanggassinger
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Das Staatliche Bauamt Traunstein hat am Montagabend (4. Oktober) die Pläne für den zweiten Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz in Traunreut vorgestellt. Auch wenn sich das Projekt noch in der Planungsphase befindet, formieren sich bereits Widerstände.

Traunreut - Seit bald elf Monaten ist der Aubergtunnel und somit der erste Teil der Ortsumfahrung Altenmarkt in Betrieb. Vor allem die Stauungen am Knotenpunkt B 304/B 299, dem sogenannten Schneeweißeck, durch den Abbiegeverkehr, der mittlerweile durch den 440 Meter langen Aubergtunnel geleitet wird, sind Vergangenheit. Der Nord-Süd-Verkehr von Traunstein nach Trostberg und umgekehrt ist aber nach wie vor in Altenmarkt präsent.

Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz Bauabschnitt zwei: diese Bereiche profitieren

Deswegen soll es einen zweiten Bauabschnitt der Ortsumfahrung geben, der am Montagabend (4. Oktober) im K1 in Traunreut erstmals vorgestellt wurde. Besonders betroffen von den weiteren Planungen ist St. Georgen. Das gibt auch der Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein, Christian Rehm, gegenüber chiemgau24.de zu: „Im Prognoseplanfall mit realisierten Ortsumfahrungen Altenmarkt BA2, Trostberg und Tacherting wird der Verkehr im Prognosejahr 2035 auf der B 304 im Bereich Sankt Georgen um circa 2.600 Kfz/24h und auf der St 2104 nördlich von Traunreut um circa 1.000 bis 3.000 Kfz/24h zunehmen.“

Rehm verweist aber auch auf die angestrebte Entlastung für die Ortsdurchfahrten von Altenmarkt an der Alz und Stein an der Traun: „Sie werden mit der Realisierung der Ortsumfahrung Altenmarkt BA2 um rund 12.000 Kfz/24h entlastet. Der Schwerverkehr wird sich sogar um bis zu 85 % in den Ortsdurchfahrten reduzieren. Auch im nachgeordneten Wegenetz östlich von Altenmarkt an der Alz (Kreisstraße TS 51) wird sich eine Entlastung von rund 3.000 Kfz/24h einstellen.“

Frühe Bürgerbeteiligung bei Planungen zu Ortsumfahrung Altenmarkt/Alz Bauabschnitt zwei

Bis diese Entlastung erreicht wird, ist es noch ein langer Weg. Das Projekt Bauabschnitt zwei der Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz befindet sich noch in der Planungsphase, soll aber Anfang kommenden Jahres in die Planfeststellungsphase gehen. Deshalb haben der Leiter des Staatlichen Bauamtes Traunstein und seine Mitarbeiterin Bernadette Wallner in einer 3D-Visualisierung die Traunreuter Bevölkerung informiert, wie die Trasse verlaufen soll.

Die Planungen für den zweiten Bauabschnitt der Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz sollen Anfang 2022 ins Planfeststellungsverfahren gehen.

Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat begrüßt die frühe Bürgerbeteiligung von Seiten des Staatlichen Bauamtes ausdrücklich: „Es zeugt von einem hohen Maß an Transparenz, noch vor der ersten Auslegung in den Dialog zu treten und den Bürgern ihre Einwendungsmöglichkeiten aufzuzeigen.“

St. Georgen Leidtragender bei Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz Bauabschnitt zwei?

Vor allem die Planungen um St. Georgen sorgten bei der Veranstaltung für Unmut. Den Radweg von Stein nach St. Georgen über den „Herrgottsberg“ soll es demnach nicht mehr geben. Auch die Beseitigung des Bahnübergangs in St. Georgen durch einen tiefergelegten Kreisverkehr wurden nicht berücksichtigt. Da sieht auch Dangschat noch Nachbesserungsbedarf. „Die Kreuzungssituation in St. Georgen ist eine zwingende Voraussetzung für die Zustimmung des Traunreuter Stadtrates zu diesem Projekt“, betont er gegenüber chiemgau24.de ausdrücklich.

Der Umweltschutzverband Alztal (UVA) sieht darüber hinaus noch weitere Probleme für die Region, die Sprecher Reinhold Schopf gegenüber Chiemgau24.de auflistete:

  • Massiver zusätzlicher Schadstoffausstoß
  • Produktionsbeschränkung der Industriebetriebe
  • Großfächige Verlärmung der südlichen Ortsteile Trostbergs
  • Schadstoffeintrag von der Trasse direkt in die Schwarzau
  • Zerstörung der Frischluftschneise der Stadt Trostberg durch Dammbauwerk quer durch das Alztal
  • Fast komplette Abriegelung des Alztals durch oben genannten Damm
  • Damm bildet extreme Gefahr bei Extrem-Hochwasser für Trostberg
  • Zerstörung der stadtnahen Naherholungsgebiete Trostberg und Traunreut
  • Zerstörung der letzten Auwälder
  • Vernichtung von 75 Hektar wertvollster Ackerflächen
  • Beeinträchtigung der FFH-Fledermausbestände direkt in Trostberg (Kirche St. Andreas) und Umgebung durch Zerstörung der Nahrungshabitate
  • Beeinträchtigung der nahe gelegenen FFH-Gebiete
  • Wasserschäden in der Siedlung Fasanenjäger
  • tiefer gelegter Kreisverkehr führt zu weiteren Gefahren für Anwohner in St. Georgen
  • St. Georgen für Zukunft geteilt
  • Trasse schneidet Siedlungsgebiet Fasanenjäger/Anning von Traunreut ab - Barriere in der Stadtentwicklung

Bereits am Vorstellungsabend kündigte Schopf an: „Wir und der Umweltschutzverband werden alles in unserer Macht stehende unternehmen, um diesen Planungswahnsinn nicht Realität werden zu lassen.“ Dafür können die Gegner zuerst die Möglichkeit der Einwendung nutzen, sobald die Pläne öffentlich bei den Gemeinden ausliegen. Diese Einwände werden dann in einem Erörterungstermin besprochen und wenn alle Punkte abgearbeitet sind, kann der Planfeststellungsbeschluss gefasst werden.

Ortsumfahrung Altenmarkt an der Alz Bauabschnitt zwei: mögliche Klagen, Zeitplan, Kosten

Gegen diesen Beschluss kann dann geklagt werden, weswegen Christian Rehm sich noch keine Prognose zutraut, wann die Planungen wirklich in die zweite Bauphase münden. „Das Staatliche Bauamt Traunstein beabsichtigt, Anfang nächsten Jahres das Planfeststellungsverfahren zu beantragen. Hinsichtlich der weiteren Zeitschiene bis zum Bau beziehungsweise der Fertigstellung der Ortsumgehung sind derzeit jedoch leider noch keine belastbaren Aussagen möglich, da noch nicht absehbar ist, wie komplex und umfangreich sich das Planfeststellungsverfahren gestalten wird, und ob die Maßnahme nach Baurechtschaffung beklagt wird oder nicht“, erklärte er auf Nachfrage von chiemgau24.de.

Sicher sei allerdings bereits jetzt, dass die Planungskosten aus dem Jahr 2017 von rund 47 Millionen Euro nicht haltbar sein werden. „Aufgrund der allgemein stark gestiegenen Baupreise werden die Kosten bis hin zur Realisierung sicher noch deutlich anwachsen“, gibt Rehm zu. „Eine erste grobe Abschätzung anhand aktueller Pauschalkostensätze hat eine Höhe von circa 75 Millionen € ergeben.“

Nach Traunreut will das Staatliche Bauamt in zwei weiteren Veranstaltungen am Dienstag, 19. Oktober 2021 und Mittwoch 20. Oktober 2021 im Postsaal der Stadt Trostberg auch die Gemeinde Altenmarkt an der Alz und die Stadt Trostberg über die genauen Planungen und deren Einwendungsmöglichkeiten informieren.

cz

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