Angst geht um: Wird Trinkwasser beeinflusst?

Auch Traunreut wehrt sich jetzt gegen Nußdorfer Geothermie-Pläne

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Zwei Bohrplätze sind für die Geothermieanlage geplant und mit roten Kreuzen gekennzeichnet: Nördlich von Litzlwalchen und bei Schmieding, direkt am blau eingezeichneten Trinkwasserschutzgebiet. 
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Traunreut/Nußdorf - "Wenn bei der Bohrung was schiefgeht, sitzen wir auf dem Trockenen", fürchtet Traunreuts Stadtrat Kneffel: Der Widerstand gegen die geplante Geothermie bei Litzlwalchen wächst.

Der Traunreuter Stadtrat fürchtet um die Trinkwasserreserven. Könnte durch die geplanten Geothermie-Bohrungen der Trinkwasserspeicher bei Traunwalchen verunreinigt werden? "Wir dürfen das keinesfalls zulassen. Wenn bei der Bohrung was schiefgeht, sitzen wir auf dem Trockenen", so Stadtrat Hans Kneffel. Der Werkausschuss sprach am Dienstag einhellig von einer "potenziellen Gefährdung der Trinkwasserversorgung".

Auch die Bauern stellen sich wohl quer

Hintergrund sind die Pläne für eine Geothermie-Anlage bei Litzlwalchen. Zwei Bohrplätze wären vorgesehen: Einer nördlich der Staatsstraße von Matzing nach Sondermoning, der zweite auf Traunreuter Gebiet bei Schmieding - direkt angrenzend zum Trinkwasserschutzgebiet bei Traunwalchen. "Wir haben nichts gegen Geothermie, aber nicht dort. Es ist eindeutig, dass wir das alle nicht wollen", so auch Bürgermeister Klaus Ritter. Der Bohrplatz bei Schmieding könnte im Anströmungsbereich zu den Trinkwasserbrunnen liegen.  

Sicher ist die Geothermie-Anlage aber ohnehin noch lange nicht. "Angeblich wollen die Bauern ihren Grund nicht hergeben", so Frank Wachsmuth, Leiter der Traunreuter Stadtwerke. Ohne die landwirtschaftlichen Flächen wäre das Geothermie-Projekt gestorben. Auch in Nußdorf stimmten schon vier der 14 Gemeinderäte gegen das Geothermie-Projekt. Es soll allein zur Stromgewinnung und nicht zur Wärmeversorgung genutzt werden. Geldgeber ist angeblich ein britischer Fonds.

Angst ums Wasserschutzgebiet

Zwar müssten ohnehin noch geologische Untersuchungen oder Umweltverträglichkeitsprüfungen gemacht werden, aber die Traunreuter Stadtwerke haben nicht nur Befürchtungen, dass Bohrschlamm das Wasserschutzgebiet gefährden könnte, sondern auch der Maschineneinsatz, Lkw-Transporte oder der Einsatz von Schmierstoffen. Befürworter der Geothermie meinen dagegen, dass Unfälle bei Bohrungen die absolute Ausnahme seien

Die Bohrungen würden etwa 4500 Meter tief ins Erdreich gehen, 6000 bis 7000 Stunden könnte die Anlage jährlich in Betrieb sein, also die meiste Zeit. Der Traunreuter Werkausschuss rief am Dienstag die Stadtwerksleitung einstimmig dazu auf, dafür zu sorgen, dass in Abstimmung mit den anderen Behörden keine Einschränkungen oder Gefahren von der geplanten Geothermiebohrung für die Traunreuter Trinkwasserversorung ausgehen dürfe. 

xe

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