Afrika-Aktion war großer Erfolg

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Gespannt lauschen die Schüler dem Vortrag von Bruder Hans Eigner

Traunstein -  4000 Euro hat die BOS bei ihrer Afrika-Aktion durch Essensverkauf und Spenden gesammelt! Das Geld kommt einem Schul-Essens-Projekt in Afrika zu Gute.

Ganz neu konnten die Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule und Berufsoberschule Traun­stein Schule erleben. Bruder Hans Eigner von den Comboni-Missionaren kam am Montag 18. Febru­ar, um sei­ne Arbeit im Slum Korogocho der kenianischen Hauptstadt Nairobi im Osten Afrikas vorzu­stellen. Dort ist Kirche der Anstoß für Gebetskreise in der Nachbarschaft, die das Evangelium für sich entdecken, das in den Händen dieser Armen ganz neue Kräfte freisetzt. So bilden sich Gruppen, die sich um Kranke kümmern, andere machen sich daran mitten in den Elendsvierteln mit Unterstützung der Missionare Schulen zu bauen. Wieder andere treibt der Gedanke der Gerechtigkeit um und sie engagie­ren sich politisch, um der weitgehend rechtlosen Situation im Slum zu begegnen. Und noch viele an­dere Arbeits­kreise mehr tun sich zusammen. So entstanden bereits an die 70 Selbsthilfegrup­pen, die zusammen eine von un­ten gewachsene Basisgemeinde bilden.

Diesen zündenden Funken brachte Bruder Eigner mit an die Berufliche Ober­schule in Traunstein. Allen Klassen konnte er aus ei­genem Erleben das Schulspei­sungsprojekt vorstel­len, das die Schule schon seit vielen Jahren unter­stützt. Hier engagie­ren sich Mütter, um ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, den sie ohne wenigstens eine or­dentliche Mahlzeit am Tag gar nicht durchhalten würden. So können sie das Einzi­ge ausbilden, was ihnen bleibt, nämlich ihren Kopf und ihre Hände, um den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Sie verfü­gen ja als Menschen, die vor dem Hunger auf dem Land in die Stadt geflüch­tet sind, über keiner­lei Grundbesitz, Nutztiere oder Produkti­onsmittel. Mit ihrer Ausbildung aber kön­nen sie sich selbst­ständig machen und zum Beispiel als Schrei­ner oder Näherinnen ihren Lebensun­terhalt verdienen und, wenn sie erfolgreich sind, sogar anderen noch Lohn und Brot geben. Dann müssen sie sich nicht völlig un­menschlichen Arbeitsbedingungen im Billiglohnsektor ausliefern oder gar arbeitslos täglich ums nack­te Überleben kämpfen.

Um die größeren Mengen an einfachsten Lebensmitteln besorgen zu können, die für die Schulspei­sung benötigt werden, lud Bruder Eigner dazu ein sie zu un­terstützen, indem sich die Schülerinnen und Schüler selbst zu einem Projekt anregen lassen und damit ein Teil dieses sozialen Netz­werks Ba­siskirche zu werden. Unterstützt durch die Lehrkräfte Herr Abt, Frau Kendler, Herr Lechner und Herr Nikol wurde daraufhin auch an der Beruflichen Oberschule Traunstein eine Art Schul­speisung veran­staltet, bei der Schüler und Lehrer Speisen und Ge­tränke mitbringen und sie dann in den Pausen ver­kaufen, um den Erlös an die Schulküche in Korogocho überweisen zu können.

Noch ganz unter die­sem Ein­druck machten sich gleich alle daran diese Idee schon am folgenden Donners­tag, 21. Febru­ar, in die Tat umzusetzen. Eine erstaunliche reiche Auswahl an liebevoll zubereiteten Speisen füllte an diesem Tag die aufgestellten Tische im zentralen Lichthof der Schule. Da gab es selbst gebackene Kuchen, Torten und fantasievollste Gebäckstücke, außergewöhn­lichste Salate, leckere Pizzas, grie­chische, ara­bische und asiatische Schmankerl und auch Fleischpflanzerl nach altem Hausrezept. Eine Klas­se spendierte gleich 40 Paar heiße Würstchen mit Brezel und Senf und vieles mehr. Dazu gab es Säfte jegli­cher Art und auch für Kaffee und Tee war gesorgt. Musikalisch umrahmt wurde die­ses Schulfest durch afrikanische Musik, durch an die Wand geworfene Bilder aus dem Slum und einen Infostand, so dass die Verbindung zum guten Zweck immer hör- und sichtbar war. So wurde die Schulgemeinschaft tatsächlich Teil der faszinierenden afri­kanischen Basiskirche. Das hat sich auch im überwältigenden Ergebnis der Aktion widergespiegelt. Allein durch den Verkauf kamen schon 1300 Euro zu­sammen. Dazu ließen sich Lehr­kräfte und Schüler zu großzügigen Geldspenden anregen, so dass schließlich überwältigende 4000 Euro zusammenka­men! Gleichzeitig war es ein unvergessli­ches und für viele sicher ein neues Erlebnis von Schule.

Pressemitteilung Staatliche FOS und BOS Traunstein

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