Energiewende: "Kein Konzept erkennbar"

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Hans Marchfelder, Josef Loscar, Stefan Will, Bärbel Kofler und Ingrid Bödecker bei den Stadtwerken Traunstein

Traunstein - Kritik von den Traunsteiner Stadtwerken hagelt es an die Bundesregierung. Ein Konzept für die Energiewende sei noch immer nicht erkennbar.

Die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler besuchte gemeinsam mit Ingrid Bödecker, SPD-Stadtratssprecherin von Traunstein die Stadtwerke. Im Austausch mit den beiden Geschäftsführen Stefan Will und Josef Loscar, sowie dem Betriebsratsvorsitzende Hans Marchfelder wurde vor allem über den Ausbau der Erneuerbaren Energien, sowie die Aufgaben der Stadtwerke Traunstein gesprochen.

Die Stadtwerke Traunstein versorgen die Bürger Traunsteins und Umgebung seit mehr als 100 Jahren mit Strom, Gas, Wasser und Wärme. Die Stadtwerke gehören der Stadt Traunstein und sind deshalb Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. "Hauptaufgabe der Stadtwerke ist in erster Linie die Versorgungssicherheit. Natürlich ist es für uns auch wichtig, dass wir den Ausbau der Eigenerzeugung, insbesondere mit regenerativen Energien vorantreiben", stellte Geschäftsführer Stefan Will dar. Zudem stellen die Stadtwerke Traunstein für 70 Mitarbeiter einen qualifizierten Arbeitsplatz und investieren jedes Jahr in den Ausbau und Unterhalt ihrer Anlagen.

"Es ist kein Konzept bei der Energiewende erkennbar. Deutschland braucht ein Fachgremium gebildet aus Wissenschaftlern, Politikern und technischen Spezialisten, um den Ausbau der regenerativen Energien weiterauszubauen und voranzutreiben", kritisierte Josef Loscar, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Traunstein. Auch Stefan Will schloss sich der Kritik an und ergänzte: "Bund, Länder und die einzelnen Kommunen jeder geht seinen eigenen Weg. Gerade deshalb wäre eine Organisation der Energiewende besonders wichtig, um die einzelnen Interessen und Projekte zusteuern und das gemeinsame Ziel der Energiewende weiter voranzubringen."

Auch Bärbel Kofler sprach sich für einen "Masterplan Energiewende" aus, um die vor einem Jahr von der Bundesregierung angekündigte Energiewende zu schaffen. "Es ist jetzt dringend an der Zeit, dass wir im Bereich der Erneuerbaren Energien mehr Mittel für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen. Anstatt mit der Kürzung der Solarförderung eine ganze Branche zu verunsichern und zu gefährden, müssen wir die erfolgreichen Maßnahmen und Programme der regenerativen Energien weitervoranbringen. Nur ein ausgewogener Mix umweltfreundlicher Energien kann langfristig klimaschädliche fossile Kraftwerke ersetzen", so die heimische Bundestagsabgeordnete.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, ist die Frage der Speicherung - neben der Netzanbindung und dem Netzausbau - das vorherrschende Thema der Energiebranche. Seitens der Stadtwerke Traunstein erklärte Stefan Will, dass der Ausbau der Speichertechnologie weitervorangebracht werden muss, um regenerative Energien zukünftig auch gezielt nach dem Verbrauchsverhalten einsetzen zu können. "Das Gelingen der Energiewende entscheidet sich auch vor Ort. Die Energieversorgung muss in Zukunft noch mehr auf regionale Strukturen setzen, um die Abhängigkeit von den großen Stromkonzernen zu verringern. Die Stadtwerke Traunstein bieten Arbeitsplätze und investieren im Landkreis, dadurch wird die Wertschöpfung in der Region gefördert", sagte Kofler und bedankte sich abschließend für die informative Gesprächsrunde.

Wahlkreisbüro Traunstein - Dr. Bärbel Kofler, MdB

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