Vorfahrt für das Brauchtum gefordert

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Landkreis - Der beliebte "Maibaum-Klau" wird wegen bürokratischer Hindernisse immer schwieriger. Jetzt fordert die Junge Union eine "Vorfahrtsregelung für das Brauchtum".

Der Kreisvorsitzende der Jungen Union im Landkreis Traunstein, Hans-Peter Dangschat, kritisiert vehement die aus seiner Sicht erdrückende Bürokratie und die fehlende Flexibilität einiger Verordnungen. Er fordert daher eine Vorfahrtsregelung für das Brauchtum und die Beratung der Vereine durch das von Seehofer geplante Heimat-Ministerium.

Hans-Peter Dangschat

Ausschlaggebend für die Kritik sind die jährlich nach dem 1. Mai bekanntwerdenden bürokratischen Hindernisse mit denen Vereine vielerorts nicht nur beim traditionellen Maibaumaufstellen, sondern immer mehr auch beim Transport zu kämpfen haben. So konnten der katholische Arbeiterverein Stein an der Traun und die Burschen aus Hörpolding mit dem Maibaum nicht, wie in früheren Jahren, die letzten 100 Meter auf der Bundestraße mit einem Pferdefuhrwerk zurücklegen. Sie musste selbst dafür auf einen Bulldog zurückgreifen.

Für die Überquerung des Bahnübergangs in St. Georgen musste zudem eine Gebühr an die Südostbayernbahn entrichtet werden. Auch andernorts gab es hohe Auflagen für den Transport in Form fingerdicker Regelwerke und angeordneter Polizeibegleitung trotz Feuerwehrabsperrungen und Eskorte.

„Massive bürokratische Hürden behindern leider immer mehr das Brauchtum“, begründet der Traunreuter Stadtrat Dangschat seine Kritik. Die Vereinsvorstände, die ohnehin mit dem hohem organisatorischen Aufwand von der Absperrung und der Sicherung des Aufstellens bis hin zum Versicherungsschutz der Teilnehmer belastet seien, resignierten angesichts eines Regelungswalls für den Transport immer häufiger. Die Tradition des Maibaum-Stehlens, werde durch die zahlreichen Transportvorschriften quasi unmöglich gemacht.

Die Landratsämter trifft aus Sicht des JU-Kreisvorsitzenden dabei häufig keine Schuld, sie seien schließlich nur für den Vollzug der Vorschriften verantwortlich. Hans-Peter Dangschat fordert daher den Abbau bürokratischer Hürden auf Landes- und Bundesebene und mehr Vertrauen der Behörden in die Zuverlässigkeit ortsansässigen Vereine und der Freiwilligen Feuerwehren. Sei das nicht möglich, so brauche es Sonder- und Ausnahmeregeln für das Brauchtum.

"Die Suche nach entsprechenden Möglichkeiten und die Beratung und Begleitung der Vereine sollte eine Aufgabe des neuen Heimat-Ministeriums sein, das Ministerpräsident Horst Seehofer nach der Landtagswahl schaffen möchte", regt der Jungpolitiker an.

Pressemitteilung Junge Union in der Stadt Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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