Erfolg fürs Chiemgau-Gymnasium

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Traunstein - Schüler des Chiemgau-Gymnasiums nahmen mit insgesamt sieben Auszeichnungen sehr erfolgreich beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht" teil.

Über gleich sechs Platzierungen in den verschiedensten Fachgebieten (darunter zwei Regionalsiege) sowie den Preis für besonders engagierte Schulen konnte sich das Chiemgau-Gymnasium vergangene Woche beim 48. Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ bei EADS in Ottobrunn freuen. Anleitungen zum richtigen Lüften in Wohnhäusern findet man immer wieder. Wie sieht aber „gesundes Lüften“ in einem Klassenzimmer an einem ganz normalen Unterrichtstag aus? Und wie effektiv sind Lüftungsanlagen in Schulgebäuden, vor allem auch dann, wenn keine Fenster geöffnet werden können bzw. sollen?

Antworten auf diese und weitere Fragen wollten die Schülerinnen Theresa Bartschmid und Regine Grandl (beide 10. Klasse) im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs „Jugend forscht“ finden. Bei ihren Untersuchungen zum Thema „Dicke Luft im Klassenzimmer“ fanden sie heraus, dass ohne jegliches Öffnen der Fenster der Grenzwert für die CO2-Belastung bereits nach der ersten Unterrichtsstunde überschritten wird. „Die Folgen, wie eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder sogar Kopfschmerzen, sind allgemein bekannt“, so die beiden Jungforscherinnen. Deshalb empfehlen sie allen Schülern und Lehrern regelmäßig und intensiv zu lüften. Sinnvoll ist auch eine automatisierte Belüftung, wenngleich auch hier bei ungünstigen Rahmenbedingungen Grenzwerte überschritten werden können. Die umfassende Auswertung des Datenmaterials, die praktisch anwendbaren Erkenntnisse und die eloquente Präsentation fand die die Jury so überzeugend, dass sie die beiden Mädchen mit dem 1. Preis in der Sparte „Arbeitswelt“ auszeichnete! Dies ist gleichzeitig die Fahrkarte zum Landeswettbewerb „Jugend forscht“, der von 10. bis 12. April bei EON in Straubing stattfinden wird.

Ebenso erfolgreich war das Duo Niklas Jörger und Jens Stepputat. Die beiden Siebtklässler widmeten sich einem ganz aktuellen Thema, der Speicherung von Energie. Im Internet hatten sie ein Video gesehen, in dem ein Professor eine visionäre Methode zur Speicherung von Energie vorschlug: Aus Gesteinsformationen werden riesige Blöcke geschnittenen. Diese können bei einem Energieüberschuss durch Einpumpen von Wasser unter die Steine hydraulisch hochgehoben werden. Bei Energieunterversorgung können die Blöcke dann wieder abgesenkt und damit elektrische Energie erzeugt werden. Fasziniert von dieser Idee, entwickelten die Schüler daraufhin verschiedene Modelle inklusive einer aufwendigen elektronischen Schaltung, mit deren Hilfe sie die Effizienz dieser Methode der Energiespeicherung messen konnten. Für ihre umfangreichen Forschungen belohnte die Jury Niklas und Jens mit dem 1. Platz im Fachbereich „Physik“. Sie werden unseren Regierungsbezirk beim Landesentscheid „Schüler experimentieren“ („Jugend forscht“ für Teilnehmer bis 14 Jahren) vom 22. bis 23. April bei BMW in Dingolfing vertreten. Einen ausgezeichneten zweiten Preis gab es für die Schwestern Barbara (8. Klasse) und Agnes Stockinger sowie Felix Weiß (beide 10. Klasse) im Fachgebiet „Physik“. Sie widmeten ihren Forschergeist und Tatendrang dem zukunftsorientierten Thema „Erforschung wiederverwertbarer und umweltfreundlicher Dämmmaterialien“. Verblüffendes Ergebnis: Dämmstoffe wie Laub oder Sägemehl können durchaus mit erdölhaltigen Produkten wie Styropor mithalten. Die drei Schüler verbesserten außerdem die Haltbarkeit und Widerstandkraft gegen Ungeziefer durch eine natürliche Imprägnierung der Materialien mit Wachs. Das Team möchte an dieser Stelle der Firma Heidenhain herzlich danken, die sie mit der Herstellung von benötigten Alukörpern (nicht zum ersten Mal) unterstützt hatte.

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Schließlich wurden noch drei Projekte mit einem hervorragenden dritten Preis in der Sparte „Schüler experimentieren“ ausgezeichnet: Vincent Philipp und Luis Pleyer (beide 7. Klasse) begeisterten im Fachgebiet „Technik“ durch ihren selbstgebauten Air-Hockey-Tisch und die zugehörigen physikalischen Untersuchungen zum Flugverhalten verschiedener Pucks. Bei diesem Tisch strömt Luft aus kleinen Düsen und lässt so den Puck über einer Platte schweben. Teilnehmer und Besucher ließen sich immer wieder gerne zum Spielen einladen. Johannes Dieplinger (9. Klasse) wurde für seine Forschungen zum Thema „Pflanzenpollen im Honig“ im Bereich „Biologie“ ausgezeichnet. Er hatte die Pollen aus verschiedenen Honigarten isoliert und mit Hilfe eines Lichtmikroskops die Pollenformen mit Bildern aus diversen Pollendatenbänken im Internet verglichen, gezählt und dann den Anteil bestimmt. Beispiel eines interessanten Ergebnisses: In einem gekauften Waldhonig war neben Baum- und Gräserpollen auch ein höherer Anteil an Pollen von nicht heimischen Zierpflanzen (ca. 18%)! Mit dem Thema „Rost ist out“ war Luca Stengel (7. Klasse) in der Sparte „Chemie“ erfolgreich. Er untersuchte, welche Haushaltsmittel sich zur Rostentfernung eignen. Das beste Ergebnis lieferte die Phosphorsäure, die auch in entsprechenden käuflichen Entrostungsmitteln enthalten ist. Überraschenderweise hatten verschiedene Colaprodukte, welche geringe Anteile an Phosphorsäure enthalten, kaum eine Wirkung auf die verrosteten Nägel. Einen weiteren Preis gab es dann noch am Ende der Festveranstaltung. Das Chiemgau- Gymnasium wurde als „Forscherschule 2013“ für das „besondere Engagement zur Förderung mathematisch, naturwissenschaftlich und technisch interessierter Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Wettbewerbs Jugend forscht“ ausgezeichnet. Hierüber freuten sich ganz besonders Schulleiter Klaus Kiesl sowie die betreuenden Lehrkräfte der Projekte Veronika Schubert (für Biologie bzw. Chemie) und Michael Götzinger (für Physik, Arbeitswelt sowie Technik). Mit dem Schulpreis ist auch ein Geldpreis von 1000 Euro für das Gymnasium verbunden.

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Pressemeldung Chiemgau Gymnasium Traunstein

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