Traunstein: Entlastung auch im Westen gefragt

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Ein Kreisverkehr an der Wegscheidbrücke steht auf der Wunschliste vieler Traunsteiner Stadträte.

Traunstein - Seltene Einigkeit im Stadtrat: CSU- und SPD-Fraktion wollen eine Verkehrsuntersuchung im Westen der Kreisstadt. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro netto.

Auf Antrag der CSU- und SPD-Fraktionen, die sich dabei laut Zweitem Bürgermeister Hans Zillner "in seltener Übereinstimmung finden", diskutierte der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung über die Notwendigkeit einer Verkehrsuntersuchung im Westen Traunsteins. Sie soll, wenn es nach den beiden Fraktionen geht, im zweiten Halbjahr 2013 durchgeführt werden. Kostenpunkt: rund 50.000 Euro netto.

Die Untersuchung soll damit um ein Jahr vorgezogen werden und könnte Basis für weitere Entlastungen in der verkehrsgeplagten Region im Traunsteiner Westen werden, wünschen sich doch manche statt der Ampelanlage an der Wegscheidbrücke einen Kreisverkehr. Auch eine Verbindungsstraße zwischen der Chiemsee- und der Axdorfer Straße steht auf der Wunsch-liste so manchen Stadtrats.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke wies darauf hin, dass sich nach der Eröffnung der Nord-Ost-Umfahrung, die am 7. Dezember vorgesehen ist, Verkehrsströme verändern werden, da neue Strecken anfänglich von Vielen benutzt würden. Anschließend ergebe sich oft ein "Jo-Jo-Effekt" für die innerstädtischen Strecken, die dann entlastet würden, bis sich der Verkehr einpendle und normalisiere.

Der OB wies darauf hin, dass es 2015 eine bundesweite Verkehrszählung geben werde. Die jetzt angeschobene und von der Stadt zu finanzierende Untersuchung bezeichnete er als "zu früh".

Simon Steiner (Traunsteiner Liste) nahm die Diskussion zum Anlass, um über die grundsätzlichen Entwicklungen im Verkehr zu diskutieren. Für ihn seien "die Verkehrsprojekte jetzt am Ende", betonte er in seinem Plädoyer für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV).

Kösterke erwiderte, dass die Stadt mit sieben überregionalen und einem Stadtbus gut aufgestellt sei, "nur viele Bürger kriegen das nicht mit".

Man müsse sich in der Frage der Verkehrsentwicklung Gedanken machen, was auch einen möglichen Kreisverkehr an der Wegscheidbrücke beinhalte. Den Freistaat werde man bei einer nötigen Finanzierungsbeteiligung nur mit konkreten Zahlen bewegen können, so Kösterke. Man komme um eine Verkehrsuntersuchung nicht herum, "die Frage ist nur wann".

Grünen-Rätin Burgi Mörtl-Körner forderte nicht nur ein Verkehrsgutachten, sondern ein Verkehrskonzept unter Einschluss des ÖPNV. Zweiter Bürgermeister Zillner betonte, dass man eine nötige Entlastung für die Ortsteile Oberheid und Einham für notwendig erachte. Josef Kaiser (UW) riet dazu, mit den Untersuchungen zu warten, bis sich der Verkehr eingespielt habe.

Dem Hinweis von Konrad Obermaier (SPD) auf die Verkehrssituation auf der "berüchtigten Hochfelln- und Zwieselstraße" widersprach der Oberbürgermeister: Auf der Chiemseestraße seien täglich durchschnittlich 15.000 Fahrzeuge unterwegs, auf der Rupertistraße 14000, auf der vom Krankenhaus kommenden Jahnstraße seien es immerhin noch 8000. "Da relativieren sich die durchschnittlich 2000 Fahrzeuge auf der Hochfelln- und Zwieselstraße. Eine subjektive Wahrnehmung ist noch keine objektive Wahrheit", betonte Kösterke.

Mit knappen 13 zu elf Stimmen wurde schließlich die Verkehrsuntersuchung im zweiten Halbjahr 2013 inklusive der Kosten dafür beschlossen.

wz/Chiemgau-Zeitung

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