Fünf Traunsteiner Lindl vergeben

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Die 13-jährige Marina Plereiter aus Inzell überzeugte das Bewerterteam mit ihrem Harfenspiel und ihrem Gesang. Oberbürgermeister Manfred Kösterke überreichte ihr einen Lindl.

Traunstein - Fünf Lindl hat Traunsteins Oberbürgermeister Manfred Kösterke beim traditionellen Volksmusikwettbewerb in der voll besetzten Aula der Berufsschule an der Wasserburger Straße übergeben. *NEU: FOTOS*

Die begehrten Preise gingen am Samstag an die "Frasdorfer Geigenmusi" (Frasdorf), die "Hallgrafen Musikanten" (Bad Reichenhall), die "Hirschgrom Musi" (Grabenstätt), die "Kilomädda-Muse" (Söchtenau) und Marina Plereiter (Inzell).

Über 60 Sänger und Musikanten traten in 16 Gruppen an und bewarben sich um die begehrte Auszeichnung. Oberbürgermeister Kösterke zeigte sich über die gute Beteiligung hoch erfreut. Mit dem Traunsteiner Lindl wolle man, so betonte er, "gute und echte Volksmusik fördern".

Lindl-Sprecher Siegi Götze moderierte den Abend entgegen zurückliegender Volksmusikveranstaltungen dieses Mal nur bis zur Mitte und übergab dann die Leitung seinem Nachfolger Heinrich Albert. Zusammen mit Kösterke und den Mitgliedern des Fachgremiums verabschiedete Albert den aus seinem Amt scheidenden Götze (wir berichten noch darüber gesondert).

Auf der Bühne zeigten zuerst die letztjährigen Preisträger nochmals ihr Können: Die Gamseck Musi, der Schaftlacher Dreigsang, das Gitarrenduo Pössinger und Martin Geisreiter bewiesen mit ihren gespielten und gesungenen Stücken, dass sie noch nichts von ihrem großen Können verlernt haben.

Über die Auszeichnung mit einem Lindl freute sich auch die "Hirschgrom Musi" aus Grabenstätt.

Für die Mitwirkenden in diesem Jahr hatte der Musikwettbewerb bereits am Morgen begonnen, mussten sie doch von 10 bis 17 Uhr ihr Können einem siebenköpfigen, gegenüber den vergangenen Jahren an einigen Positionen veränderten Fachgremium vorstellen, das sich Zeit nahm, die Darbietungen zu beurteilen. Hierbei ging es in erster Linie wie gewohnt auch darum, den Vortragenden Hilfestellungen und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

"Manchmal sind es einfach große Kleinigkeiten, die man ausprobieren muss und die es ausmachen", meinte eine der Expertinnen, Lisbeth Genghammer. Ihr Kollege Hans Auer machte den größtenteils jungen Musikanten und Sängern Mut, an ihrem musikalischen Können weiter zu feilen: "Es braucht einfach eine jahrelange Erfahrung, um zu sehen, was zu einem passt."

Dass es in der Volksmusik auch einen Generationenwechsel gibt, verdeutlichte eine Diskussion über die Texte in manchen Liedern, die den Juroren dann doch vereinzelt etwas zu "derb" waren. "Wir müssen lernen, dass es auch andere Texte gibt", meinte Auer.

Verleihung der Traunsteiner Lindl

Für die Musikanten waren die Empfehlungen wertvoll, wie etwa Severin Onderka vom Burkeller Viergsang meinte: "Es ist gut, wenn man das von solchen Experten gesagt bekommt." Seine Gesangskollegin Susanne Straßer pflichtete ihm bei: "Ich bin froh, wenn wir mit einer solchen Hilfe unser Können verbessern können."

Aufgrund der Bewertungen durch die Volksmusik-Experten übergab das Stadtoberhaupt fünf Lindl. Die Sieger haben nun die Verpflichtung, in ihren Heimatorten selbst einen Volksmusikabend auszurichten.

Dass man sich um den "Nachwuchs" in der Volksmusik in der Region keine Sorgen machen muss, zeigte in diesem Jahr die erst 13-jährige Marina Plereiter aus Inzell, die mit Harfe und Gesang das Bewertungsteam und die Zuschauer mit den obligatorisch gespielten zwei Stücken begeisterte. Auch die Frillensee-Musi, deren Mitglieder zwar keinen Lindl bekamen, besticht mit ihrem Durchschnittsalter von zwölf Jahren.

Ausgeklungen ist der lange Abend dann mit einem Volkstanz, zu dem die "Kachelstoaner-Tanzlmusi" aufspielte. Für alle Volksmusikfreunde heißt es jetzt aber nicht, dass sie bis zum nächsten, größeren Volksmusikabend ein Jahr warten muss. Im Gegenteil, in den kommenden Monaten stehen mehrere Hoagart im Landkreis auf dem Programm.

wz/Chiemgau-Zeitung

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