Weiter Kurs auf Stadion-Neubau

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Die Stadt will das Triftstadion an einen Investor verkaufen und den Erlös dann - so der Stand der Planung - in den Neubau eines Stadions in Empfing stecken.

Traunstein - Die Planung für den Neubau eines Fußballstadions in Traunstein geht in die nächste Runde. Der Stadtrat hat am Donnerstag seine Überlegungen fortgesetzt und beschlossen, zwei Bebauungspläne aufzustellen.

Nach der Fusion der Fußballvereine ESV Traunstein und 1. FC Traunstein sowie der Jugendfördergemeinschaft Chiemgau plant die Stadt Traunstein, das Triftstadion an einen Investor zu veräußern und den Erlös dann in den Bau eines neuen Stadions in Empfing zu investieren.

Für das Areal "Triftstadion" macht die Stadt den Weg frei für eine Bebauung mit zwei, drei und viergeschossigen Einheiten. Im Interesse einer größtmöglichen Freiheit für einen möglichen Investor verzichtet sie in ihrem Entwurf für einen Bebauungsplan "Triftstadion" auf Festsetzungen zur Gestaltung der Baukörper und zur Erschließung. Die detaillierte Planung soll im Zusammenwirken mit dem Erwerber des Grundstückes erfolgen. Die Erschließung soll grundsätzlich über die Traunerstraße erfolgen - mit der Folge, dass eine Linksabbiegerstraße neu zu bauen ist. Neu angelegt werden müsse auch eine Brücke über den Werkskanal der Stadtwerke.

Rainer Schenk (Traunsteiner Liste) und Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) wünschten sich mit Blick auf das mögliche Bauprojekt eine zentrale Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien. "Wir plädieren hier für ein energieeffizientes Vorzeigeprojekt", so Schenk.

Thomas Miller (UW) machte auf die künftige Verkehrsbelastung für die Traunerstraße aufmerksam, die zu Stoßzeiten auch jetzt schon stark befahren sei. "Ich bezweifle, dass die Kapazität der Traunerstraße ausreicht."

Die Stadt setzt ihren eingeschlagenen Weg fort. Einstimmig beschlossen die Stadträte, einen Bebauungsplan "Triftstadion" aufzustellen.

Auseinander gingen ihre Meinungen jedoch, als sie die Aufstellung des Bebauungsplanes "Sportanlagen Empfing" erörterten, der die Errichtung des künftigen Fußballstadions regelt. Mit zwölf zu sieben Stimmen beschloss das Gremium schließlich, das Verfahren einzuleiten. Die Kritik richtete sich vor allem gegen den Standort und den Zeitpunkt des Stadionneubaus.

Die Stadträte waren der Ansicht, dass für die weitere Planung ein "hydraulisches Gutachten" unbedingt nötig sei. Einstimmig vergab der Stadtrat den Auftrag an das Ingenieurbüro "AquaSoli". Wenn das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, so der Tenor im Gremium, wird die Diskussion fortgesetzt.

Auf Anfrage der Chiemgau-Zeitung erklärte gestern Heinrich Vogl, der Leiter des Sachgebiets Stadtentwässerung, die Absicht, die die Stadt mit einer hydraulischen Untersuchung verfolgt: Ziel sei ein Stadion, das "möglichst unschädlich" in das ausgewiesene Überschwemmungsgebiet hineingebaut werden könne - und zu diesem Zweck brauche sie Informationen. "Es muss sichergestellt werden, dass die Baumaßnahme keine negativen Veränderungen im Abflussverhalten nach sich zieht", so der Sachgebietsleiter.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) kündigte an, an der Planung nur dann festzuhalten, wenn die hydraulische Berechnung einen postiven Ausgang nehme. Das Ergebnis, so die Dritte Bürgermeisterin, "wollen wir abwarten". Schließlich sei "nicht sicher", ob Empfing der "richtige Standort" für ein neues Stadion sei.

Der Oberbürgmerister verwies nochmals auf die Nähe des Areals zu den Schulen an der Wasserburger Straße. Außerdem bemerkte er, dass die Stadt keine zusammenhängende Grundstücke in dieser Größenordnung habe.

Rainer Schenk brachte es für seine Fraktion auf den Punkt: "Falscher Standort, falscher Zeitpunkt." Miller brachte ebenfalls seine Bedenken zum Ausdruck: "Für mich ist das weiterhin der falsche Standort." Er stimme der hydraulischen Berechnung für das Areal zu und habe auch ein "Ja" für das ESV-Gelände als Schulzentrum. Die Stadionplanungen könne er nur in abgespeckter Form mittragen.

wz/Chiemgau-Zeitung

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