Tote aus Wimpasing: Urteil ist gefallen

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Der Angeklagte am zweiten Verhandlungstag im Traunsteiner Gerichtssaal.

Traunstein - Am Schwurgericht in Traunstein stand heute der zweite Tag im Totschlag-Prozess um die sogenannte „Tote aus Wimpasing“ an. Am Nachmittag fiel das Urteil.*Neu: O-Ton des Verteidigers*

UPDATE 15:50 Uhr - Die Urteilsbegründung:

Verteidiger Harald Baumgärtl zum Urteil:

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Der Vorsitzende Richter Erich Fuchs meinte bei der Urteolsbegründung, dass kein Zweifel daran bestehe, das derAngeklagte mit einem Tötungsvorsatz gehandelt habe. Zwar könne nicht ausgeschlossen werden, dass die 35-Jährige das Messer zuerst in die Hand genommen habe, "aber trotzdem gab es keinen Grund für den Angeklagten, sich nach der Wegnahme des Messers noch zu wehren", so Fuchs.

Daher seien die Messerstiche nicht gerechtfertigt gewesen. "Wer 17 Mal auf einen wehrlosen Menschen einsticht, nimmt den Tot billigend in Kauf!"

UPDATE 15:25 - Das Urteil: 12 Jahre Haft

Der Angeklagte hat sich, nach Ansicht des Gerichts, des Totschlags schuldig gemacht. Er bekam eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren.

UPDATE 14:45 Uhr

Überraschend zeigte der Angeklagte bei den Plädoyers der Anwälte am Donnnerstag doch ein Zeichen von Trauer und Reue über seine Tat. Überraschend deshalb, weil er am ersten Verhandlungstag auf die Vorwürfe einer Zeugin, die über vorangegangene Misshandlungen der Lebensgefährtin berichtet hatte, nur mit einem hämischen Lächeln reagierte. Doch heute war das anders. Auch in seinem Schlusswort zeigte der 47-Jährige sein Bedauern: "Ich entschuldige mich bei allen, denen ich mit meiner Tat Leid zugefühgt habe." Doch ob diese Reue auch ernst gemeint ist, haben jetzt die Richter zu entscheiden.

Derweil schwenkte Staatsanwalt Andreas Miller von Mord aus niederen Beweggründen um auf Totschlag. "Ich kann dem Angeklagten nicht widerlegen, dass er erst auf der Fahrt mitbekommen hat, dass der angebliche Cousin in Wahrheit der Geliebte war." Darüber hinaus sei nach seiner Auffassung die Eifersucht nicht das einzige Tatmotiv gewesen. "Genauso schwer wiegt bestimmt auch das verletzte Ehrgefühl des Angeklagten."

Er beantragte daher eine Freiheitsstrafe von 13 Jahren. Die Nebenklagevertretung schloss sich dieser Forderung an.

Verteidiger Harald Baumgärtl sah ebenfalls den Tatbestand des Totschlags als erfüllt an. Allerdings legte er den Fokus seines Plädoyers noch stärker auf die Demütigung, die sein Mandant durch das Opfer erfahren hat: "Sie hat ein Doppelleben geführt und mit dem Lkw-Fahrer ein Verhältnis gehabt, während sie mit dem Angeklagte weitergelebt hat wie zuvor."

Er sieht daher den Tatbestand für einen minderschweren Fall des Totschlags als erwiesen an. Dafür sieht Baumgärtl eine Freiheitsstrafe von "nicht mehr als sieben Jahren" als angemessen an.

Um 15 Uhr wird das Urteil verkündet.

Aus dem Archiv: Auftakt im Mordprozess

Der Prozessverlauf

Am Schwurgericht in Traunstein geht es am Donnerstag in den zweiten Verhandlungstag beim Prozess um die sogenannte „Tote aus Wimpasing“.

Lesen Sie dazu auch:

Tag 1: Angeklagter belächelt Vorwürfe

Dabei sollen auch die beiden Schüler aussagen, die die Leiche des 35-jährigen Opfers am 9. Juli in dem Waldstück bei Vachendorf im Landkreis Traunstein entdeckt hatten. Am ersten Prozesstag am Dienstag hatte der Angeklagte, der damalige Lebensgefährte (47) der Frau, die Tat gestanden. Allerdings hab er sie nicht töten wollen. Wegen eines angeblichen Liebhabers der Frau sei es in der Tatnacht zum Streit gekommen. Dabei soll das spätere Opfer mit einem Messer auf den Mann los gegangen sein. Er habe es ihr abgenommen und dann zugestochen, sagte der Angeklagte.

Für das Gericht geht es damit nicht mehr um die Schuldfrage, sondern um die Frage, ob es vorsätzlicher Mord oder Totschlag war.

Aus dem Archiv: Bilder und Video vom Tatort

Wimpasing: Fundort der Leiche

Polizeieinsatz zur Spurensicherung

Polizeieinsatz nach Leichenfund

Quelle: Radio Charivari / redch24 /ps

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