120 Teilnehmer beim Erste-Hilfe-Wettbewerb

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Wer ist der Schnellste beim Staffellauf mit Teppichfliesen? Das war eine der Stationen beim Kreiswettbewerb des Jugendrotkreuzes (JRK) in Traunstein. Aufmerksame Beobachter sind (von links) JRK-Leiterin Annette Weisky, Gruppenbetreuerin Sabine Belitzer und BRK-Vorsitzender Werner Linhardt mit jugendlichen Teilnehmern.

Traunstein - Viele Monate haben sie für diesen Tag geübt, endlich war der Kreiswettbewerb da. Insgesamt 120 Kinder bereiteten sich lange darauf vor.

Spannung lag in der Luft, als sich die 120 Kinder und Jugendlichen im großen Lehrsaal des Rotkreuz-Kreisverbandes im Traunsteiner Gewerbegebiet versammelten und auf den Startschuss für den Kreiswettbewerb des Jugendrotkreuzes (JRK) warteten. In den nächsten Stunden sollten sie ihr Wissen und Können in einem Parcours mit elf Stationen zeigen. Sieger wurden in den verschiedenen Altersstufen die Jugendgruppen der Wasserwacht Chieming (Bambini - 6 bis 9 Jahre), der Bereitschaft Palling (Stufe 1 - 10 bis 12 Jahre), der Bereitschaft Traunreut (Stufe 2 – 13 bis 16 Jahre) sowie der Bereitschaft Traunstein in der ältesten Klasse (Stufe 3 - 17 bis 27 Jahre). Sie dürfen in wenigen Wochen beim Bezirkswettbewerb starten.

Neben der Ersten Hilfe in Theorie und Praxis hatten die Jugendleiter mit ihren Schützlingen wochenlang viele Themen gebüffelt. Wie bei jedem JRK-Kreiswettbewerb testete eine Station das Wissen rund ums Rote Kreuz. So sollten die Kleinsten unter verschiedenen Namen den Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, herausfinden. Bei den Älteren wurde es schon schwieriger: Wo ist er geboren, wann gründete sich das Rote Kreuz und wer finanzierte die erste Versorgung von Verwundeten auf dem Schlachtfeld von Solferino?

Da das diesjährige Motto des Wettbewerbes “Olympia“ lautete, waren die Jugendlichen bei Station 6 nicht überrascht, hier entsprechende Fragen vorzufinden: Bei den Ältesten runzelte sich so manche Stirn bei der Aufgabe wie viele Olympiaden in der Antike stattgefunden hatten. Die Jüngeren forschten nach der richtigen Antwort auf die Frage die wievielte Olympiade in wenigen Monaten in England stattfindet, wo der olympische Fackellauf beginnt und mit was die früheren Gewinner geehrt wurden – waren das schon Medaillen oder der Kranz aus Olivenzweigen? Traunsteins dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholer-Niederlöhner, die zu Beginn die Teilnehmer im Namen der Stadt begrüßt hatte, schüttelte bei den Fragen den Kopf und meinte: “Hier wäre ich durchgefallen!“

Der Marienkäfer und seine Punkte

Bei der Station „Allgemeinwissen“ rauchten bei manchen Jugendlichen die Köpfe. Wie kamen die Osterinsel zu ihrem Namen? Warum sind Tränen salzig und wer wusste, dass die Punkte des Marienkäfers seine Art anzeigen, nicht aber sein Alter? Bunt gemischt waren die Aufgaben bei der Station „Wissen erleben“: So wurde von den Kleinsten Tiere abgefragt, die auf einem Bauernhof leben, während die älteren Gruppen Stichpunkte zur Bekämpfung des Welthungers liefern sollten oder die Vor- und Nachteile von Biodiesel aufzulisten hatten. Lena Sailer von der BRK-Bereitschaft Traunstein war danach guter Dinge. „Es hat Spaß gemacht und es war super, in der Gruppe so gut zu arbeiten.“

Zur Erholung waren im Parcours neben den „Wissens-Stationen“ viel Spielerisches und Kreatives eingebaut: So sollten die Jugendlichen etwa in einem kleinen Theaterstück verschiedene Begriffe rund um die Themen „Olympia und Erste Hilfe“ darstellen. Dorothee Jung, eine der Schiedsrichterinnen war von den Ideen der Kinder begeistert. “Toll, was die sich überlegen und dann auch geschickt vorführen.“ Bei den Spielestationen waren Bewegung und Geschicklichkeit gefragt. So mussten die Teilnehmer mit einer Spagettistange im Mund eine Runde laufen und dann die dünne Nudel mit dem Mund in eine schmale Flasche balancieren. Oder sich in einem Staffellauf mit zwei Teppichfliesen möglichst schnell vorwärts bewegen. BRK-Vorstand Werner Linhardt, der sich über die verschiedenen Stationen informierte, staunte über so manche ausgefallene Ideen, wie die Kinder ihre Aufgabe lösten.

Erste Hilfe in Theorie und Praxis

Was wäre der Jugendrotkreuz-Kreiswettbewerb ohne die Themen rund um die Erste Hilfe? In der Theorie sollten die Jüngeren ein Dreieckstuch als Verbandsmittel kennen, die Gefahren einer Wunde auflisten, während von den Größeren verlangt wurde, sich mit verschiedenen Arten von Knochenbrüchen auszukennen.

In der Fahrzeuggarage des Rotkreuz-Zentrums wurde es dann ernst: Mimen vom Schul-Sanitätsdienst des Annette-Kolb-Gymnasiums waren perfekt mit verschiedenen Wunden und Verletzungen geschminkt worden und spielten jetzt die Verletzten. So mussten die Bamini-Gruppen weinende Kinder und Schnittwunden versorgen, während Stufe 2 und 3 einen Bewusstlosen, Kopfplatzwunden, Glasscherben im Oberschenkel und einen amputierten Finger zu behandeln hatten.

Bei der anschließenden Siegerehrung wurde so manches Maskottchen, das alle Stationen begleitet hatte, nochmals innig gedrückt – als Danke für das gute Ergebnis, bevor es dann nach Hause ging.

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz, Kreisverband Traunstein

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